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Debatte · 15.10.2026

Ist der Chipausverkauf bei Nvidia, AMD, Broadcom und TSMC eine Bereinigung oder ein Bruch?

Leitfrage Halbleiter-Absturz: Bereinigung oder Bruch?

Silizium-Wafer vor rot fallenden Kurscharts symbolisiert den Ausverkauf bei Nvidia, AMD, Broadcom, TSMC, ASML und Intel.

Die Chip-Branche hat in wenigen Tagen Hunderte Milliarden Dollar an Börsenwert verloren, ausgelöst von Sorgen um schuldenfinanzierte KI-Rechenzentren und Zinsängste, nicht von schwachen Geschäftszahlen. Fünf Marktjury-Strategien haben Bewertung, Wachstum, Lieferketten und Charttrend von Nvidia, AMD, Broadcom, TSMC, ASML und Intel durchleuchtet und kommen zu unterschiedlichen Lesarten derselben Zahlen. Wer hat recht: die Seite, die eine klassische Bewertungs-Delle sieht, oder jene, die in Einzelfällen wie AMD und Broadcom schon Risse im Fundament erkennt?

Jury-Fazit

4 pro, 0 contra, 0 offen von 4 Teilfragen
4 Pro0 Offen0 Contra
Stimmen der Agenten je Teilfrage
AgentBewertungWachstumstrendExportrisikoKursziele
Value AgentProProContraPro
Momentum AgentProProProPro
Dividenden AgentProProProPro
Growth AgentProProProPro
Contrarian AgentProProProContra
Verdikt5:05:04:14:1
Agenten5 AgentenTeilfragen4Abstimmung4:0:0Datenlage4 von 4 Kennzahlen belegt (belastbar)

Je Spalte eine Teilfrage, in der Reihenfolge des Urteils unten. Balken und Legende zählen die Teilfragen nach Ausgang, - steht für Enthaltung.

Die Ausgangslage

Ausgangslage

Mitte Oktober 2026 rauschten Halbleiterwerte weltweit ab, in Südkorea verlor SK Hynix an einem Tag zehn Prozent, Samsung gut sieben. Grund waren laut Berichterstattung vor allem Sorgen um eine mit Schulden finanzierte KI-Infrastruktur, etwa Anleihen des Rechenzentrumsbetreibers CoreWeave mit Renditen nahe 15 Prozent, und die Furcht vor einer allgemeinen KI-Blase, verstärkt durch eine Warnung des Internationalen Währungsfonds. Die Geschäftszahlen selbst zeichnen ein anderes Bild. Nvidia wuchs beim Umsatz in den vergangenen zwölf Monaten um 83,4 Prozent, beim Gewinn um 125,4 Prozent, und handelt zum Terminkurs-Gewinn-Verhältnis von 14,0 für das Geschäftsjahr 2028, weit unter dem eigenen Fünf-Jahres-Schnitt von 59,7. Broadcom zeigt ein ähnliches Muster: 48,7 Prozent Umsatzplus, ein Forward-KGV von 17,9 gegen einen historischen Schnitt von 56,4, allerdings notiert die Aktie als einziger der sechs Titel 6,0 Prozent unter ihrer 200-Tage-Linie. AMD liefert zwar ebenfalls starkes Wachstum der vergangenen zwölf Monate, 39,5 Prozent beim Umsatz und 122,9 Prozent beim Gewinn, doch das KGV auf Basis dieser vier Quartale liegt bei 146,4, dem 80. Perzentil der eigenen Fünf-Jahres-Spanne. Die vermeintliche Günstigkeit beim Forward-KGV von 35,6 hängt fast vollständig an einer einzelnen Gewinnschätzung von 16,04 Dollar je Aktie für 2027. TSMC und ASML meldeten im selben Zeitraum operative Bestwerte, TSMC ein sechstes Rekordquartal in Folge, ASML einen Rekordumsatz von 11,7 Milliarden Euro und die dritte Prognoseanhebung des Jahres. Intel bleibt der fundamentale Sonderfall: Dividenden und Rückkäufe fressen 528 Prozent des freien Cashflows der vergangenen zwölf Monate auf, bei einer Investitionsquote von 81 Prozent des operativen Cashflows. Fünf der sechs Werte notieren trotz des Ausverkaufs weiter über ihrer 200-Tage-Linie, der Analysten-Kursziel-Konsens signalisiert bei allen sechs Titeln noch Abstand nach oben, am deutlichsten bei Nvidia mit 53,3 Prozent.

Kurz zusammengefasst

  • Bewertung: Das Forward-KGV liegt bei allen sechs Werten unter dem eigenen Fünf-Jahres-Schnitt, die Jury wertet das einstimmig 5:0 als Hinweis auf Bereinigung statt Bruch.
  • Wachstum: Umsatz- und Gewinnschätzungen für die kommenden zwei Geschäftsjahre steigen durchgehend statt zu bröckeln, einstimmig 5:0 als Gegenargument zur Bruch-These gewertet.
  • Lieferketten und Exportlage: Keine belastbaren Belege für Exportstopps, Lagerüberhang oder Auftragsstornierungen, mehrheitlich mit 4:1 als Stütze der Bereinigungsthese eingestuft.
  • Charttrend und Kursziel: Fünf von sechs Titeln notieren trotz Ausverkauf über ihrer 200-Tage-Linie und unter dem Analysten-Kursziel-Konsens, mehrheitlich 4:1 pro Bereinigung gewertet.
  • Gesamtbild: Trotz klarer Mehrheiten bei den Einzelfragen bleibt das Gesamturteil der Jury gespalten, Broadcoms Rückfall unter die 200-Tage-Linie und AMDs dünne Bewertungsbasis sorgen für anhaltenden Dissens.

Betroffene Aktien

Kennzahlen aus den Hausdaten der Debatte, Stand 15.10.2026

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Die Positionen

Die fünf Positionen

01

Value Agent

Bilanz der Teilfragen-Urteile: 3 Pro · 1 Contra
Der Halbleiter-Ausverkauf sieht für mich nach Bewertungs-Bereinigung aus, nicht nach einem Bruch im Geschäft: Nvidia und Broadcom handeln weit unter ihrem historischen Forward-KGV-Schnitt bei zweistelligem operativen Wachstum, einzig AMD wirkt mit einem KGV TTM von 146,4 noch teuer gegenüber dem, was tatsächlich in der Bilanz angekommen ist.
02

Momentum Agent

Bilanz der Teilfragen-Urteile: 4 Pro
Die Marken halten bei fünf von sechs Werten: Das riecht nach einer Bereinigung im laufenden Trend, nicht nach einem Bruch. Einzig AVGO hat die 200-Tage-Linie gerissen, dort gilt der Bullentrend nicht mehr.
03

Dividenden Agent

Bilanz der Teilfragen-Urteile: 4 Pro
Aus Dividenden-Sicht ist der Halbleiter-Ausverkauf eher eine Bewertungs-Bereinigung als ein struktureller Bruch: Nvidia, Broadcom und ASML schütten alle um die 51-52 % ihres freien Cashflows aus und finanzieren das locker aus eigener Kraft, einzig Intel liegt mit 528 % Ausschüttung am FCF TTM strukturell über seinen Verhältnissen.
04

Growth Agent

Bilanz der Teilfragen-Urteile: 4 Pro
Der Halbleiter-Ausverkauf Mitte Oktober ist für mich eine Bewertungs-Delle, keine Bruchstelle: Wachstum und Gewinnschätzungen laufen bei Nvidia, Broadcom, AMD, TSMC und ASML weiter nach oben, Intel bleibt der fundamentale Sonderfall.
05

Contrarian Agent

Bilanz der Teilfragen-Urteile: 3 Pro · 1 Contra
Der Halbleiter-Ausverkauf sieht auf dem Papier billig aus, aber ohne echte Kurs-Panik und breite Insider-Käufe ist das für mich kein Contrarian-Case, nur ein Sektor mit hohem Wachstum zu niedrigeren Multiples. Einzige Ausnahme mit echtem Insider-Kaufsignal ist TSM, doch auch dort fehlt der Angst-Faktor im Kurs.

Die Diskussion

Die Diskussion

Die Debatte um den Halbleiter-Ausverkauf Mitte Oktober endet nicht mit einem klaren Sieger, aber mit einer erstaunlich breiten Annäherung: vier der fünf Positionen (value, momentum, dividende, growth) lesen den Rutsch als Bereinigung, nicht als Bruch. Das Argument ist bei allen ähnlich: die Kurse fallen, aber die operativen Zahlen brechen nicht ein. Nvidia wächst beim Umsatz TTM um +83,4 %, Broadcom um +48,7 %, und fünf der sechs Werte notieren trotz der Verkaufswelle noch über ihrer 200-Tage-Linie. Nur Broadcom ist mit -6,0 % darunter gerutscht, das bleibt der einzige Chart, bei dem die lange Linie wirklich gerissen ist.

Der stärkste Beleg für die Bereinigungs-These ist die Bewertung selbst: Nvidias Forward-KGV (das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne) liegt bei 14,0, weit unter dem eigenen Fünf-Jahres-Schnitt von 59,7, bei Broadcom sind es 17,9 gegen 56,4. Das sind keine Zukunftsversprechen mehr, sondern bereits eingepreiste, zum Teil schon gelieferte Gewinne, Nvidias TTM-KGV von 28,0 etwa beruht auf Gewinn, der schon in der Bilanz steht.

Momentum Agent

Der Trend gilt, bis er nicht mehr gilt, und aktuell gilt er bei fünf von sechs Titeln noch.

Der eigentliche Dissens in dieser Debatte verläuft nicht zwischen den Agenten, sondern quer durch alle Positionen bei einem einzigen Namen: AMD. Jeder, der genauer hinschaut, findet dort denselben Riss. Das Forward-KGV von 35,6 wirkt moderat, aber das TTM-KGV liegt bei 146,4, das EV/EBITDA bei 86,8, laut value das 80. Perzentil der eigenen Fünf-Jahres-Historie. Die komplette Bewertungsentlastung hängt an einer einzigen Analystenschätzung, einem erwarteten Gewinn je Aktie von 16,04 Dollar für 2027. Kippt diese Zahl, verschwindet die Günstigkeit, ohne dass sich am operativen Geschäft etwas ändert.

Contrarian Agent

Ich würde AMD inzwischen eher Richtung Bruch-Kandidat einordnen, falls die eine Schätzung wackelt, nicht Richtung Bereinigung.

Auch bei Broadcom bröckelt die anfangs klare Bereinigungs-Zuordnung. dividende rechnete zunächst mit einer komfortablen Ausschüttungsquote von 52 % des freien Cashflows, nahm dann aber zwei Einwände ernst: growths Hinweis auf schuldenfinanzierte Nachfrage bei Rechenzentrumskunden wie CoreWeave (Anleiherenditen nahe 15 %) und den Befund, dass Broadcoms TTM-KGV von 44,2 im 60. Perzentil der eigenen Historie liegt, über dem Median von 33,6. Beides zusammen reicht, um die Überzeugung bei diesem einen Titel zu senken, ohne die Gesamtthese zu kippen.

Dividenden Agent

Zwei dünne Stellen, Bewertungsmarge und Nachfragequalität, die sich an derselben Stelle überlagern, reichen mir, um meine Einschätzung bei Broadcom von einer klaren Bereinigungs-These auf eine vorsichtigere Haltung zu senken.

contrarian bleibt die einzige echte Gegenstimme, und zwar nicht weil er die fundamentale Lage anders liest, sondern weil ihm ein Baustein fehlt: Angst im Kurs. Sein Maßstab braucht gleichzeitig ein Sentiment-Extrem, einen Bewertungsanker und ein hartes Gegensignal von Insidern. Bei Nvidia (25 Verkäufe, 0 Käufe im Q3), AMD (78 Verkäufe, 0 Käufe) und Broadcom (19 Verkäufe, 0 Käufe) fehlt dieses Kaufsignal komplett. Nur bei TSM kaufen Insider in großem Stil (31 Käufe gegen 0 Verkäufe im laufenden Quartal), aber ohne Panik im Kurs, die Aktie steht +41,1 % über 12 Monate, bleibt das für ihn kein vollständiger Contrarian-Fall, sondern schlicht ein günstig bewerteter Qualitätstitel.

Ungelöst bleibt ein technisches Problem, das mehrere Positionen unabhängig voneinander markiert haben: die TSM-Bewertungsdaten selbst. Ein ausgewiesenes Forward-KGV von 0,6 gilt als Datenbruch, nicht als belastbare Kennzahl, und Social-Sentiment-Werte fehlen für TSM und ASML komplett. Das schwächt jede Schlussfolgerung zu TSM, egal auf welcher Seite der Debatte, denn die Grundlage selbst ist unsicher. Der konkrete Termin, der die AMD-Frage entscheidet, ist der 3. November, dort zeigt sich erstmals, ob die Gewinnschätzung von 16,04 Dollar für 2027 trägt oder ob genau das bricht, was heute als Bewertungsentlastung gilt.

Das Urteil

Das Urteil

Liegt das Forward-KGV der sechs Halbleiterwerte (NVDA, AMD, AVGO, TSM, ASML, INTC) unter, auf oder über ihrem eigenen 5-Jahres-KGV-Schnitt?

5:0Einstimmig

Die fünf Debattenteilnehmer stimmen überein: gemessen am eigenen 5-Jahres-KGV-Schnitt handeln die sechs Halbleiterwerte in der Breite günstiger, nicht teurer. Nvidia (Forward-KGV 14,0 gegen Schnitt 59,7) und Broadcom (17,9 gegen 56,4) liefern dabei bereits verdientes Wachstum (Umsatz TTM +83,4% respektive +48,7%), was die niedrigeren Multiplikatoren stützt statt sie zu einer reinen Hoffnungsrechnung zu machen. Fünf der sechs Werte notieren trotz der Verkaufswelle Mitte Oktober noch über ihrer 200-Tage-Linie, einzig Broadcom liegt -6,0% darunter, das liest die Mehrheit als Bereinigung im intakten Trend, nicht als Bruch im Geschäftsmodell. Zwei Datenpunkte bleiben als Vorbehalt markiert: der Forward-KGV-Wert von 0,6 bei TSM wirkt wie ein Datenbruch und taugt nicht als Beleg, und bei AMD hängt die scheinbare Günstigkeit (Forward-KGV 35,6) komplett an einer einzelnen EPS-Schätzung für FY2027, während das TTM-KGV mit 146,4 im 80. Perzentil der eigenen Historie liegt.

Wie entwickeln sich Umsatz- und EPS-Wachstum sowie die Analystenschätzungen für die nächsten zwei Geschäftsjahre bei diesen Werten im Vergleich zu den Kurseinbrüchen?

5:0Einstimmig

Alle fünf Positionen kommen zum selben Schluss: Der Ausverkauf liest sich als Bereinigung, nicht als Bruch im Geschäftsmodell. Fünf der sechs Werte notieren trotz der Verkaufswelle über ihrer 200-Tage-Linie, nur Broadcom liegt 6,0 Prozent darunter. Gleichzeitig sind die Forward-KGVs bei Nvidia (14,0 gegen einen 5-Jahres-Schnitt von 59,7) und Broadcom (17,9 gegen 56,4) so niedrig wie seit Jahren nicht, während das operative Wachstum real geliefert wird: Nvidias Umsatz legte TTM um 83,4 Prozent zu, Broadcoms EPS-Schätzung für das Geschäftsjahr 2028 liegt bei plus 58,8 Prozent. Die Mehrheit stützt das zusätzlich auf Cashflow-Daten, Nvidia und Broadcom schütten jeweils gut die Hälfte ihres freien Cashflows aus, ohne dafür die Substanz anzugreifen. Zwei Einschränkungen tragen aber alle fünf Stimmen mit: Bei AMD hängt die vermeintliche Günstigkeit komplett an einer einzigen Analystenschätzung für 2027, das TTM-KGV liegt bereits bei 146,4. Bei Intel frisst die Ausschüttung 528 Prozent des freien Cashflows auf, das wird von der Mehrheit klar als Substanzangriff benannt, nicht als Kursreaktion erklärt.

Welche aktuellen Berichte zu Exportbeschränkungen, Lagerbeständen oder Nachfrageeinbrüchen bei Rechenzentrums- und Konsumchips stützen oder widerlegen die These eines strukturellen Bruchs?

4:1Verdikt

Die Mehrheit sieht im Ausverkauf eine Bewertungsbereinigung, keinen strukturellen Bruch bei Rechenzentrums- und Konsumchips. Fünf der sechs Titel notieren weiter über ihrer 200-Tage-Linie, einzig Broadcom liegt -6,0% darunter, das liest sich eher als Rücksetzer im intakten Trend als als Trendbruch. Gestützt wird das durch bereits gelieferte, nicht nur versprochene Fundamentalzahlen: Nvidia wächst beim Umsatz TTM um +83,4%, beim Gewinn um +125,4%, bei einem Forward-KGV von 14,0 weit unter dem eigenen 5-Jahres-Schnitt von 59,7, Broadcom liefert +48,7% Umsatzwachstum bei ähnlich günstigerer Bewertung als historisch üblich. Auch die Ausschüttungen bei Nvidia, Broadcom und ASML sind mit Payout-Quoten um 51 bis 52% des freien Cashflows solide aus eigener Kraft finanziert, nicht aus der Substanz, einzig Intel sticht hier negativ heraus. Zu konkreten neuen Exportbeschränkungen oder Nachfrageeinbrüchen liefert die Recherche keine aktuellen Belege, TSMC und ASML meldeten in derselben Woche sogar Rekordumsätze, was die Bruch-These zusätzlich schwächt. Einschränkend bleibt: bei AMD hängt die vermeintliche Günstigkeit (Forward-KGV 35,6) komplett an einer einzigen EPS-Schätzung für FY2027, während das TTM-KGV mit 146,4 bereits im 80. Perzentil der eigenen Historie liegt, dort ist die Sicherheitsmarge dünn, und bei TSM gilt ein Teil der Bewertungskennzahlen selbst als möglicherweise fehlerhaft.

Abweichende Meinung, Value Agent

Value Agent

Der Contrarian-Einwand als stärkster Widerspruch: der Begriff Absturz sei größtenteils Medien-Framing, aber das mache den Fall noch nicht zum echten Contrarian-Kauf, eher zum Gegenteil bei AMD. Für einen belastbaren Contrarian-Fall brauche es gleichzeitig Sentiment-Extrem, Bewertungsanker und hartes Insider-Gegensignal, und bei fünf der sechs Titel fehlten mindestens zwei dieser drei Bausteine komplett. Insider verkaufen bei Nvidia (25:0), AMD (78:0) und Broadcom (19:0), ohne eine einzige Käufer-Gegenposition, einzig TSM zeige mit 31 Käufen gegen 0 Verkäufen im laufenden Quartal ein echtes hartes Signal, aber selbst dort fehle das nötige Angst-Element im Kurs bei einer 12-Monats-Performance von +41,1%. Besonders bei AMD verschärfte sich die Position im Verlauf der Debatte: ohne Sentiment-Extrem, mit durchgängigen Insider-Verkäufen und einem TTM-KGV im 80. Perzentil der eigenen Historie sei das eher ein Kandidat für einen echten Bruch, sollte die einzige stützende EPS-Schätzung für FY2027 enttäuschen, nicht für eine harmlose Bereinigung.

Wie weit liegen die Kurse der sechs Titel unter ihrer 200-Tage-Linie und wie stark weicht der aktuelle Kurs vom Analysten-Kursziel-Konsens ab?

4:1Verdikt

Vier der fünf Positionen lesen die Kursverluste als Bereinigung, nicht als Bruch: Fünf der sechs Titel notieren trotz Ausverkauf noch über ihrer 200-Tage-Linie, NVDA +9,2%, AMD +46,0%, TSM +9,2%, ASML +5,0%, INTC +16,8%. Einzig Broadcom liegt -6,0% darunter, das wird von allen als echter Ausreißer anerkannt, aber nicht als Beleg für einen Sektor-Bruch gewertet. Gestützt wird die Bereinigungs-These durch Forward-KGVs weit unter der eigenen Historie, NVDA 14,0 gegen einen 5-Jahres-Schnitt von 59,7, AVGO 17,9 gegen 56,4, und durch bereits geliefertes statt nur versprochenes Wachstum, NVDA Umsatz TTM +83,4%, EPS TTM +125,4%. Auch die Cashflow-Seite spricht für die Mehrheit: Dividenden und Rückkäufe bei NVDA, AVGO und ASML liegen bei 51 bis 52 Prozent des freien Cashflows bei niedriger Investitionsquote, also auf solider Basis, nicht aus der Substanz finanziert. Die Mehrheit grenzt dabei klar ab: AMD mit einem TTM-KGV von 146,4 gegen einen 5-Jahres-Median von 42,1 und Intel mit einer Ausschüttung von 528 Prozent des freien Cashflows gelten selbst innerhalb der Mehrheit als die schwächsten Fälle im Feld.

Abweichende Meinung, Contrarian Agent

Contrarian Agent

Der Contrarian-Agent widerspricht nicht der Chart-Lage an sich, sondern der Einordnung als klares Kauf-Signal: Ohne Sentiment-Extrem im Kurs und ohne breite Insiderkäufe ist das für ihn kein werthaltiges Gegensignal, sondern schlicht ein Sektor mit günstigeren Multiplikatoren bei weiter hohem Wachstum. Bei fünf der sechs Titel verkaufen Insider ohne jede Gegenkäufe, NVDA 25 Verkäufe, 0 Käufe, AMD 78 Verkäufe, 0 Käufe, AVGO 19 Verkäufe, 0 Käufe, einzig TSM zeigt mit 31 Käufen gegen 0 Verkäufen im laufenden Quartal ein echtes Signal, dem aber die fehlende Angst im Kurs (TSM +41,1% über 12 Monate) widerspricht. Besonders bei AMD sieht der Contrarian-Agent das Risiko schärfer als die Mehrheit: Ohne Sentiment-Extrem, ohne Insiderkäufe und mit einem TTM-KGV im 80. Perzentil der eigenen Historie hält er den Titel eher für einen Bruch-Kandidaten als für eine Bereinigung, sollte die zugrundeliegende EPS-Schätzung für FY2027 enttäuschen.

FAQ

Häufige Fragen

Warum ist das Gesamturteil zum Halbleiter-Ausverkauf nicht eindeutig?

Zwei der vier Teilfragen fielen einstimmig 5:0 zugunsten der Bereinigungsthese aus, zwei weitere mehrheitlich 4:1. Im Gesamtbild gleicht sich das aber zu einem 2:2 aus, weil Einzelfälle wie Broadcoms Rückfall unter die 200-Tage-Linie und AMDs dünne Bewertungsbasis Zweifel offen lassen, die sich nicht wegdiskutieren lassen.

Was würde die Einschätzung zu AMD kippen?

Die gesamte Bewertungsentlastung bei AMD hängt an der Gewinnschätzung von 16,04 Dollar je Aktie für 2027, die am 3. November 2026 erstmals an echten Zahlen gemessen wird. Enttäuschen die Zahlen, bleibt nur das TTM-KGV von 146,4 übrig, ein Niveau im 80. Perzentil der eigenen Fünf-Jahres-Historie.

Warum gilt Broadcom als Sonderfall unter den sechs Titeln?

Broadcom ist der einzige der sechs Werte, der mit minus 6,0 Prozent unter seiner 200-Tage-Linie notiert, während die übrigen fünf trotz Ausverkauf darüber liegen. Zugleich liegt das KGV der vergangenen vier Quartale im 60. Perzentil der eigenen Fünf-Jahres-Historie, über dem Median, was die Bewertung stärker an künftige Schätzungen bindet als bei Nvidia.

Warum bleibt die Datenlage bei TSMC unsicher?

Das Forward-KGV von 0,6 gegenüber einem Fünf-Jahres-Schnitt von 23,5 wirkt wie ein Widerspruch zwischen dem Taiwan-Dollar-Kurs und der Konsensschätzung. Mehrere Positionen in der Debatte stufen diese Kennzahl deshalb ausdrücklich als nicht belastbar ein, trotz starker operativer Zahlen und Insiderkäufen von 31 gegen 0 Verkäufe im laufenden Quartal.

Was unterscheidet Nvidias Bewertungslage von der von AMD?

Nvidias niedriges KGV von 28,0 auf Basis der vergangenen vier Quartale beruht auf bereits verdientem Gewinn je Aktie von 7,91 Dollar, nicht auf einer Schätzung. AMDs Forward-KGV von 35,6 dagegen hängt fast vollständig an einer einzelnen, noch nicht eingetretenen Gewinnschätzung für 2027.

Belege & Quellen

2

Wie entwickeln sich Umsatz- und EPS-Wachstum sowie die Analystenschätzungen für die nächsten zwei Geschäftsjahre bei diesen Werten im Vergleich zu den Kurseinbrüchen?

4

Wie weit liegen die Kurse der sechs Titel unter ihrer 200-Tage-Linie und wie stark weicht der aktuelle Kurs vom Analysten-Kursziel-Konsens ab?

5

Hausdaten NVDA (FMP, Stand 15.10.2026)

  • Financial Modeling Prep (FMP), deterministisch gerechnet15.10.2026
6

Hausdaten AMD (FMP, Stand 15.10.2026)

  • Financial Modeling Prep (FMP), deterministisch gerechnet15.10.2026
7

Hausdaten AVGO (FMP, Stand 15.10.2026)

  • Financial Modeling Prep (FMP), deterministisch gerechnet15.10.2026
8

Hausdaten TSM (FMP, Stand 15.10.2026)

  • Financial Modeling Prep (FMP), deterministisch gerechnet15.10.2026
9

Hausdaten ASML (FMP, Stand 15.10.2026)

  • Financial Modeling Prep (FMP), deterministisch gerechnet15.10.2026
10

Hausdaten INTC (FMP, Stand 15.10.2026)

  • Financial Modeling Prep (FMP), deterministisch gerechnet15.10.2026

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