Geopolitische Blockbildung lässt Verteidigungsbudgets in Europa und Asien strukturell steigen, während Raumfahrt kommerziell wird. Die Nachfrage reicht von den großen Systemhäusern über Munitions- und Marinesysteme, Sensorik und Radar, Drohnen und autonome Systeme bis zu Satelliten und den Dual-Use-Zulieferern, die zivil wie militärisch liefern. Systemhäuser mit langlaufenden Staatsverträgen sind dabei planbarer positioniert als Zulieferer, deren Auftragslage stärker von einzelnen Beschaffungsentscheidungen abhängt.

Wenn Regierungen ihre Verteidigungsbudgets erhöhen, fließt das Geld zuerst zu den großen Systemhäusern, die komplette Flugzeuge, Schiffe und Raketensysteme bauen und integrieren. Diese Aufträge laufen oft über Jahrzehnte und werden politisch kaum infrage gestellt, was den Systemhäusern eine seltene Kombination aus hohem Volumen und hoher Planungssicherheit verschafft.
Luft- und Raumfahrt-Verteidigung · Rüstungskonzerne · Schiffbau militärisch
Jahrzehntelang wurden Munitionslager weltweit abgebaut, aktuelle Konflikte haben diese Reserven sichtbar geleert und zwingen Staaten nun, Produktionskapazität in einem Tempo wiederaufzubauen, das es seit dem Kalten Krieg nicht mehr gab. Hersteller von Munition, Panzern und Sprengstoffen profitieren von mehrjährigen Aufträgen, die weit über den Bedarf eines einzelnen Konflikts hinausgehen, weil Staaten ihre Lager jetzt dauerhaft höher halten wollen.
Munitionshersteller · Panzer- und Fahrzeugbau · Sprengstoffe und Treibmittel · Werften
Ein modernes Waffensystem ist zu großen Teilen Elektronik: Radar, Sensorik und elektronische Kampfführung entscheiden heute oft mehr über den Ausgang eines Einsatzes als reine Feuerkraft. Weil diese Bauteile in praktisch jedem System stecken, von Flugzeugen bis zu Drohnen, wächst die Nachfrage nach spezialisierten Halbleitern und Mikrowellenbauteilen unabhängig davon, welches konkrete Großprojekt gerade Aufträge vergibt.
Radar und elektronische Kampfführung · Mikrowellen- und HF-Bauteile · Optronik · Verteidigungs-Halbleiter
Kleine, günstige Drohnen haben in aktuellen Konflikten gezeigt, dass sie teure, bemannte Systeme in bestimmten Aufgaben ersetzen oder sogar zerstören können, ein Schock, der Beschaffungsprogramme weltweit umkrempelt. Streitkräfte kaufen jetzt gezielt viele kleine, schnell produzierbare unbemannte Systeme statt weniger teurer Großgeräte, was Herstellern von Drohnen, Abwehrsystemen und Autonomie-Software ein völlig neues, schnell wachsendes Beschaffungssegment öffnet.
Militärische Drohnen · Drohnenabwehr · Autonomie-Software · Kleinstantriebe und Batterien
Wiederverwendbare Raketen haben die Kosten für einen Start um ein Vielfaches gesenkt, was Satellitenkonstellationen für Kommunikation, Navigation und Erdbeobachtung erstmals wirtschaftlich rentabel macht statt nur staatlich finanzierbar. Das öffnet ein kommerzielles Geschäft für Trägerraketen, Satellitenbauer und Bodenstationen, das noch vor zehn Jahren praktisch ausschließlich Regierungen vorbehalten war.
Trägersysteme · Satellitenbau · Satellitenkommunikation · Erdbeobachtung · Bodenstationen
Titan, Spezialoptik und Präzisionsbauteile aus der zivilen Industrie landen fast immer auch in Verteidigungs- und Raumfahrtprodukten, ohne dass die liefernden Firmen selbst als Rüstungsunternehmen gelten. Diese Zulieferer profitieren doppelt: vom zivilen Industriegeschäft und zusätzlich vom wachsenden Verteidigungsbudget, oft ohne die politische Aufmerksamkeit, die reine Rüstungskonzerne auf sich ziehen.
Spezialwerkstoffe und Titan · Optik und Glas · Elektronikbauteile · Präzisionsmechanik · Test- und Messtechnik
Für diesen Trend sind aktuell keine Gegenwind-Titel eingestuft.