Stop Loss setzen: Stop-Loss-Order, Stop-Limit und Trailing Stop
Ein Stop Loss ist ein Verkaufsauftrag, der erst aktiv wird, wenn der Kurs eine vorher festgelegte Marke erreicht. Er kann Verluste begrenzen, ohne dass du den Kurs beobachten musst. Den Stop-Kurs als Verkaufspreis legt er nicht fest: Bei Kurslücken kann der Ausführungskurs unter dem Stop liegen. Hier findest du drei Ordertypen im Vergleich, ein datiertes Rechenbeispiel zu Tesla und Allianz, drei Regeln für den Abstand und eine Prüfliste für die Broker-App. Eine richtige Prozentzahl gibt es nicht, aber Regeln. Der Artikel gehört zum Ratgeber von Market Jury.
Stop-Loss Bedeutung: was die Order tut und wann sie auslöst
Die Stop-Loss-Bedeutung steckt im Namen: Verluste stoppen. Du legst einen Stop-Kurs fest, die Auslöseschwelle. Bis der Kurs sie erreicht oder unterschreitet, liegt die Order inaktiv beim Handelsplatz oder bei deinem Broker; dann wird sie aktiv. Die US-Wertpapieraufsicht SEC beschreibt das auf Investor.gov so: „When the stop price is reached, a stop order becomes a market order.“ Bei einer Long-Position, also einer Aktie, die du besitzt, soll der Stop den Verlust begrenzen. Liegt er über deinem Kaufkurs, nimmt er Gewinne mit. Begrenzen heißt nicht festlegen: Springt der Kurs über die Marke hinweg, liegt der Ausführungskurs unter dem Stop. Wie sich Market- und Limit-Auftrag unterscheiden, erklärt der Ratgeber zur Limit-Order.
Stop-Loss-Order erklärt: vom Stop-Kurs zur Ausführung
Die kürzeste Stop-Loss-Order-Erklärung hat vier Schritte. Illustratives Beispiel, keine Marktdaten: Kauf zu 100 €, höchstens 10 € Verlust je Aktie.
- Order erteilen: Verkauf mit Stop-Kurs 90 €, dazu Handelsplatz und Gültigkeit.
- Auslösung: Der Kurs fällt auf 90 € oder darunter.
- Umwandlung: Aus der Stop-Order wird eine Market-Order ohne Preisgrenze.
- Ausführung: Verkauft wird zum nächsten handelbaren Kurs. Das können 90 € sein, in einem schnellen Markt auch 89 € oder weniger.
Der Stop-Kurs ist damit eine Auslöseschwelle, kein Verkaufspreis. Genau an diesem Unterschied setzen die Varianten an.
Stop-Loss, Stop-Limit und Trailing Stop im Vergleich
Alle Stop-Varianten lösen an einer Kursmarke aus. Sie unterscheiden sich darin, welche Order danach entsteht, und damit, ob die Ausführung oder der Preis offen bleibt. Die Mechanik beschreibt Investor.gov, die Begriffe das Börsenlexikon der Deutschen Börse.
| Ordertyp | Auslöser | wird bei Auslösung zu | Ausführung | Ausführungspreis | typisches Risiko |
|---|---|---|---|---|---|
| Stop-Loss (Stop-Market) | Kurs erreicht oder unterschreitet den Stop-Kurs | Market-Order | erfolgt in liquiden Werten in der Regel | offen, kann unter dem Stop liegen | Kurslücke, Slippage |
| Stop-Limit | Kurs erreicht oder unterschreitet den Stop-Kurs | Limit-Order mit eigenem Limit | offen | nicht unter dem Limit | Order bleibt offen, Aktie bleibt im Depot |
| Trailing Stop | Kurs fällt um den festen Abstand unter den Höchststand seit Ordereingabe | Market-Order, als Trailing-Stop-Limit eine Limit-Order (je nach Handelsplatz) | wie Stop-Market bzw. Stop-Limit | wie Stop-Market bzw. Stop-Limit | Ausstieg durch normale Schwankung |
| Stop-Buy | Kurs erreicht oder überschreitet einen Stop-Kurs über dem aktuellen Kurs | Market-Order (Kauf) | erfolgt in liquiden Werten in der Regel | offen, kann über dem Stop liegen | Kauf nach einem Fehlausbruch |
Stop-Loss-Order (Stop-Market): Ausführung ja, Preis offen
Die klassische Stop-Loss-Order heißt an Börsen auch Stop-Market-Order, weil sie bei Auslösung zur Market-Order wird. Das Börsenlexikon der Deutschen Börse nennt sie eine „Verkaufsorder, die erst beim Unterschreiten eines bestimmten Kurses ausgeführt wird“. Für die Market-Order hält Investor.gov fest: Sie wird ausgeführt, der Preis bleibt offen.
Stop-Limit-Order: Preisgrenze ja, Ausführung offen
Die Stop-Limit-Order trägt zwei Marken: den Stop-Kurs, der auslöst, und ein Limit, unter dem nicht verkauft wird. Bei Auslösung entsteht keine Market-Order, sondern eine Limit-Order. Für sie gilt laut Investor.gov: Eine Verkaufs-Limit-Order wird nur zum Limit oder darüber ausgeführt. Illustratives Beispiel, keine Marktdaten: Stop 90 €, Limit 88 €. Schließt die Aktie bei 95 € und eröffnet am nächsten Morgen bei 82 €, löst der Stop aus. Aber kein Käufer zahlt 88 €. Die Order bleibt offen, die Aktie bleibt im Depot und kann weiter fallen. Die Stop-Limit-Order tauscht also das Risiko eines schlechten Preises gegen das Risiko, gar nicht zu verkaufen.
Trailing Stop: die Stop-Marke, die mitläuft
Ein Trailing Stop ist ein Stop, der dem Kurs folgt. Du legst keinen festen Stop-Kurs fest, sondern einen Abstand, absolut in Euro oder in Prozent. Steigt der Kurs, zieht die Stop-Marke im gleichen Abstand nach. Fällt der Kurs, bleibt sie stehen; sie sinkt nie. Ein Trailing-Stop-Loss-Beispiel mit runden Zahlen, keine Marktdaten:
- Kauf bei 100 €, Abstand 10 % → Stop bei 90 €.
- Der Kurs steigt auf 120 € → der Stop steigt auf 108 €.
- Der Kurs fällt auf 115 € → der Stop bleibt bei 108 €.
- Der Kurs fällt auf 107 € → auf dem Weg erreicht er 108 €, der Stop löst aus.
So nimmst du einen Teil des Anstiegs mit, ohne die Marke von Hand nachzuziehen. Ob Handelsplatz und Broker einen Trailing Stop anbieten und wie er ausgeführt wird, steht in deren Orderbedingungen.
Stop-Buy: dasselbe Prinzip auf der Kaufseite
Bei der Stop-Buy-Order liegt der Stop-Kurs laut Investor.gov über dem aktuellen Marktpreis: Erst wenn die Aktie steigt und die Marke erreicht, entsteht ein Kaufauftrag. So lässt sich ein Einstieg an einen Ausbruch über einen Widerstand knüpfen. Wie du deine erste Order aufgibst, erklärt der Ratgeber Aktien für Anfänger.
Kurslücke, Slippage, Handelsplatz: warum der Verkaufskurs vom Stop abweicht
Der Stop bestimmt, wann verkauft wird, nicht zu welchem Kurs. Drei Dinge schieben den Ausführungskurs vom Stop-Kurs weg: Kurslücken, Slippage und die Regeln des Handelsplatzes. Dazu kommen zwei Fragen: Gilt die Order noch, und was prüfst du in der Ordermaske einer Broker-App?
Kurslücke (Gap) über Nacht: ein Rechenbeispiel
Eine Kurslücke, englisch Gap, entsteht, wenn eine Aktie deutlich unter oder über dem Vortagsschluss eröffnet und dazwischen kein Handel stattfindet. Illustratives Beispiel, keine reale Aktie: Kauf zu 100 €, Stop bei 90 €. Die Aktie schließt bei 95 €. Nach Handelsschluss meldet das Unternehmen einen Gewinneinbruch, am Morgen eröffnet die Aktie bei 82 €. Der Stop löst zur Eröffnung aus, die Market-Order wird um 82 € ausgeführt. Statt der geplanten 10 € verlierst du 18 € je Aktie. Der Stop hat funktioniert, nur nicht zum Stop-Kurs. Große Sprünge über Nacht kennen Anleger besonders von Meme-Aktien.
Slippage bei schnellen Märkten
Slippage heißt die Differenz zwischen Stop-Kurs und Ausführungskurs. Sie entsteht auch ohne Kurslücke, wenn der Kurs schnell fällt oder wenig gehandelt wird. Eine Verkaufsorder wird zum Geldkurs ausgeführt, dem Preis, den Käufer gerade bieten; der Briefkurs ist der Preis der Verkäufer. Je breiter die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs und je dünner das Orderbuch, desto weiter kann der Ausführungskurs unter dem Stop liegen.
Xetra, Börse Frankfurt oder außerbörslich: welcher Kurs den Stop auslöst
Der Stop-Kurs ist deine Marke. Welcher Kurs sie auslöst, legt der Handelsplatz fest: der Referenzkurs. Dafür gibt es zwei Arten von Kursen. Auf Xetra, dem elektronischen Handelssystem der Deutschen Börse, entstehen Preise aus dem Orderbuch, also aus zusammengeführten Aufträgen. Die Deutsche Börse beschreibt die Ordertypen für Xetra mit Ausführungsbedingungen und Gültigkeitsbeschränkungen. An der Börse Frankfurt stellt ein Spezialist Kurse, außerbörslich ein Market Maker. Dort kann ein gestellter Geld- oder Briefkurs als Referenz dienen, auch ohne Umsatz zu diesem Kurs. Dieselbe Stop-Order kann also an einem Handelsplatz auslösen und an einem anderen nicht. Prüfe vor der Ordereingabe, ob ein gehandelter Preis oder ein gestellter Kurs deinen Stop auslöst. Die Antwort steht in den Bedingungen des Handelsplatzes und in der Orderübersicht deines Brokers.
Gültigkeit: tagesgültig, Good till Cancelled und gelöschte Orders
Jede Stop-Order trägt eine Gültigkeit, die du beim Anlegen festlegst; für Xetra führt die Deutsche Börse sie unter „Gültigkeitsbeschränkungen“. Tagesgültig heißt: Die Order verfällt mit Handelsschluss. Mit Datum (Good till Date) gilt sie bis zu diesem Tag, als Good till Cancelled bis auf Widerruf oder bis zur Höchstlaufzeit, die Handelsplatz und Broker vorsehen. Offene Orders können außerdem gelöscht werden: Ob ein Handelsplatz sie bei Dividendenterminen oder Kapitalmaßnahmen streicht, legt sein Regelwerk fest. Prüfe nach solchen Terminen, ob dein Stop noch im Orderbuch liegt, und lege ihn bei Bedarf neu an.
Stop-Loss in Neobroker-Apps: was du in der Ordermaske prüfst
Broker-Apps handeln oft außerbörslich über einen Market Maker. Deshalb prüfst du vor dem Absenden fünf Punkte in der Ordermaske. Handelsplatz: Steht nur ein außerbörslicher Partner zur Wahl oder auch eine Börse? Auslösekurs: Löst der Stop durch einen gehandelten Preis oder durch den gestellten Geldkurs aus? Ordertypen: Gibt es neben dem Stop-Loss auch Stop-Limit und Trailing Stop, oder nur die Stop-Market-Order? Gültigkeit: tagesgültig, mit Datum oder bis auf Widerruf, und mit welcher Höchstlaufzeit? Handelszeiten: Was geschieht mit einem Stop, dessen Marke außerhalb der Handelszeiten unterschritten wird, etwa nach US-Quartalszahlen am Abend? Die Antworten stehen in den Orderbedingungen deines Brokers.
Stop-Loss richtig setzen: Regeln statt einer Zahl
Wer einen Stop-Loss richtig setzen will, sucht oft eine Prozentzahl. Eine richtige gibt es nicht. Es gibt drei Regeln, die du vor dem Kauf festlegst. Wie stark schwankt die Aktie normal? Wie viel willst du je Position verlieren? Wie lange willst du halten? Je länger der Zeithorizont, desto mehr Raum braucht der Stop, damit normale Rückschläge ihn nicht auslösen. Welche Strategie zu dir passt, klärt der Ratgeber in Aktien investieren.
Prozent-Abstand: einfach, aber blind für die Schwankung
Die einfachste Methode ist ein fester Prozentwert unter dem Kaufkurs oder dem aktuellen Kurs. Die Frage „Stop-Loss, wie viel Prozent?“ hat einen Haken: Derselbe Prozentwert bedeutet bei zwei Aktien Verschiedenes. Schwankt eine Aktie an normalen Tagen um 4 %, kann ein Abstand von 10 % nach wenigen Tagen erreicht sein. Bei 1 % Tagesschwankung wäre das ein seltenes Ereignis (illustrative Werte). Wie groß dieser Unterschied bei realen Aktien ist, zeigt das Rechenbeispiel.
Volatilität und ATR: Abstand nach Schwankungsbreite
Volatilität beschreibt, wie stark ein Kurs schwankt. Ein verbreitetes Maß dafür ist die ATR (Average True Range), die J. Welles Wilder in seinem Buch „New Concepts in Technical Trading Systems“ beschrieben hat. Die True Range eines Tages ist der größte von drei Werten: Tageshoch minus Tagestief, Abstand des Tageshochs zum Vortagesschluss oder Abstand des Tagestiefs zum Vortagesschluss. Die ATR ist ihr Durchschnitt über eine feste Zahl von Tagen: die Bewegung eines typischen Tages. Einen Stop-Loss nach ATR setzt du als Vielfaches davon unter den Kurs. Der Faktor ist deine Entscheidung, keine Vorgabe. Als zweiten Blick zeigt der Trend-Score, einer der 11 Scores von Market Jury, die Trendlage; danach sortiert die Trend-Rangliste.
Chartmarke: Unterstützung, gleitender Durchschnitt, 200-Tage-Linie
Die dritte Methode orientiert sich am Chart. Eine Unterstützung ist ein Kursbereich, an dem Käufe den Kurs zuletzt mehrfach gestoppt haben; der Widerstand ist das Gegenstück nach oben. Der Stop liegt knapp unter der Unterstützung, weil viele Anleger dieselbe Marke sehen. Statt einer waagerechten Marke kannst du einen gleitenden Durchschnitt nutzen, etwa die 200-Tage-Linie, den Durchschnitt der Schlusskurse der letzten 200 Handelstage. Auch das Tief eines Doppelbodens ist eine solche Marke. Wie du sie im Chart findest, erklärt Chartanalyse lernen.
Positionsgröße und Chance-Risiko-Verhältnis: wie viel du je Position verlierst
Der Stop-Kurs allein sagt nicht, wie viel Geld du verlierst; das bestimmt die Positionsgröße. Um den Stop-Loss zu berechnen, legst du zuerst einen Risikobetrag fest: Stückzahl = Risikobetrag ÷ (Einstieg − Stop). Illustratives Beispiel, keine Marktdaten: Depot 10.000 €, Risiko je Position 1 %, also 100 €. Einstieg 50 €, Stop 45 € ergibt 20 Stück; mit Stop bei 40 € sind es 10 Stück. Ein weiterer Stop bedeutet also eine kleinere Position, nicht mehr Verlust. Liegt deine Take-Profit-Marke bei 65 €, stehen 15 € möglicher Gewinn 5 € Risiko gegenüber: ein Chance-Risiko-Verhältnis von 3 : 1. Eine OCO-Order (One-Cancels-Other) verbindet beide Marken, die Ausführung der einen löscht die andere. Risikomanagement begrenzt den Drawdown, den Rückgang des Depots vom Höchststand, über alle Positionen. Kurslücken können den Risikobetrag trotzdem überschreiten.
Rechenbeispiel: Stop-Abstand bei Tesla und Allianz (Stand: 01.10.2026)
Die Tabelle wendet die drei Methoden auf zwei Aktien verschiedener Branchen an: Tesla an der Nasdaq und den Versicherer Allianz auf Xetra. Alle Parameter sind Beispiele, keine Vorgabe.
Rechenbeispiel Stop-Abstand
Beispielparameter, keine Vorgabe: 10 % Abstand, 2 × ATR(14), 20 Handelstage, 100 € Risikobetrag bei 10.000 € Beispieldepot (1 %).
| Methode | Tesla (Nasdaq, USD) | Allianz (Xetra, EUR) |
|---|---|---|
| Schlusskurs | 354,72 $ (16.10.2026) | 433,90 € (16.10.2026) |
| ATR(14) | 10,74 $ (3,0 %) | 6,04 € (1,4 %) |
| 10 % unter Schlusskurs | 319,25 $ · 10,0 % · 3 Stk. | 390,51 € · 10,0 % · 2 Stk. |
| 2 × ATR(14) unter Schlusskurs | 333,25 $ · 6,1 % · 5 Stk. | 421,81 € · 2,8 % · 8 Stk. |
| Tiefster Schlusskurs der letzten 20 Handelstage | 352,84 $ · 0,5 % · 59 Stk. | 412,00 € · 5,0 % · 4 Stk. |
| Trend-Score | Eher schwach | Eher stark |
Quelle: Kursdaten des Datenanbieters von Market Jury (laut Methodik), Nasdaq- bzw. Xetra-Schlusskurs mit Datum. EUR/USD: EZB-Referenzkurs (1,1239 USD je EUR, 17.10.2026). Aktualisierung wöchentlich nach Handelsschluss. computed_at 2026-10-17T05:35:37.919Z
Schwankungsbreite bekannter Aktien
| Aktie | Börse | ATR(14) in % | Trend-Score | Trichter-Stufe |
|---|---|---|---|---|
| Siemens Energy AG (ENR.DE) | XETRA | 4,1 % | Schwach | Radar |
| Palantir Technologies Inc. (PLTR) | NASDAQ | 4,0 % | Eher stark | Beobachtung |
| Rheinmetall AG (RHM.DE) | XETRA | 3,2 % | Eher schwach | Radar |
| Tesla, Inc. (TSLA) | NASDAQ | 3,0 % | Eher schwach | Radar |
| SAP SE (SAP.DE) | XETRA | 2,8 % | Eher stark | Radar |
| Deutsche Telekom AG (DTE.DE) | XETRA | 2,7 % | Eher schwach | Radar |
| NVIDIA Corporation (NVDA) | NASDAQ | 2,7 % | Eher stark | Radar |
| Allianz SE (ALV.DE) | XETRA | 1,4 % | Eher stark | nicht im Trichter |
Sortiert absteigend nach ATR in %. Quelle: Kursdaten des Datenanbieters von Market Jury (laut Methodik), Schlusskurse mit Datum. Aktualisierung wöchentlich mit dem Modul darüber. Keine Wertung, keine Kursveränderung, kein Kursrückblick. computed_at 2026-10-17T05:35:37.919Z
So liest du die Tabelle: Die Methode „10 %“ setzt bei beiden Aktien denselben Abstand, egal wie stark sie schwanken. Die Methode „2 × ATR“ passt den Abstand an die Schwankung an: Die Aktie mit der höheren ATR in Prozent bekommt den weiteren Stop. Die Chartmarke folgt dem tiefsten Schlusskurs der letzten 20 Handelstage und kann näher oder weiter liegen als beide. Jeder weitere Stop ergibt bei gleichem Risikobetrag eine kleinere Stückzahl. Die zweite Tabelle zeigt die Schwankungsbreite bekannter Aktien, keine Bewertung; alle Titel sind Rechenbeispiele, keine Auswahl.
Die ATR(14) liegt bei Tesla aktuell bei 3,0 % des Schlusskurses, bei Allianz bei 1,4 %. Bei Tesla liegt der Stop nach 2 × ATR 6,1 % unter dem Schlusskurs, bei Allianz 2,8 %; aus 100 € Risikobetrag werden 5 bzw. 8 Stück. Siemens Energy AG liegt mit 4,1 % ATR auf Platz 1 von 8 in der Schwankungs-Tabelle. Palantir Technologies Inc. liegt mit 4,0 % ATR auf Platz 2 von 8 in der Schwankungs-Tabelle. Rheinmetall AG liegt mit 3,2 % ATR auf Platz 3 von 8 in der Schwankungs-Tabelle. SAP SE liegt mit 2,8 % ATR auf Platz 5 von 8 in der Schwankungs-Tabelle. Deutsche Telekom AG liegt mit 2,7 % ATR auf Platz 6 von 8 in der Schwankungs-Tabelle. NVIDIA Corporation liegt mit 2,7 % ATR auf Platz 7 von 8 in der Schwankungs-Tabelle.
Wann ein Stop-Loss sinnvoll ist und wann nicht
Ob ein Stop-Loss sinnvoll ist, hängt davon ab, wofür du ihn nutzt. Dafür spricht: Er setzt eine Verlustgrenze, bevor Emotionen mitreden, zwingt dich zur Planung des Ausstiegs vor dem Kauf und arbeitet, wenn du nicht hinsiehst. Dagegen spricht: Normale Schwankung kann ihn auslösen, und der Kurs erholt sich ohne dich. Wer danach wieder einsteigt, zahlt erneut Ordergebühren und möglicherweise einen höheren Kurs. Bei einem langfristigen ETF-Sparplan stellt sich die Frage anders: Ein Stop würde genau die Anteile verkaufen, die der Plan über Jahre halten soll. Welches Stop-Loss-Risiko du trägst, hängt also vom Plan ab, nicht vom Werkzeug.
Feste Verkaufsregeln: wie die fünf Agenten aussteigen
Bei Market Jury handeln fünf Agenten nach festen Kauf-, Verkaufs- und Positionsgrößen-Regeln; jede Kauf-These hat eine überprüfbare Verfallszeit. Für das Thema Stop-Loss zählt, woran der Ausstieg hängt. Der Momentum Agent beschreibt seine Logik so: „Ich diskutiere nicht mit dem Markt. Ich folge ihm, bis die Marke bricht.“ Sein Ausstieg knüpft an eine Kursmarke an, dieselbe Frage, die ein Stop-Loss beantwortet. Der Contrarian Agent kauft gegen den Trend, also oft in fallende Kurse; ein enger Stop würde solche Positionen beenden, bevor sich die These prüfen lässt. Ob Value Agent, Dividende Agent und Growth Agent eine Kursmarke nutzen oder nur das Ende ihrer These, steht in ihrem Regelwerk. Die Musterdepots der Agenten sind virtuell, jede Depotänderung ist per OpenTimestamps auf Bitcoin verankert, Fehltrades bleiben dokumentiert. Mit dem Depot-Launch zeigt der Block hier den letzten Verkauf je Agent mit Grund und Datum.
Was die Agenten kaufen und verkaufen, wird dokumentiert, mit Zeitstempel. Einsehbar wird es mit dem Depot-Launch; über die Warteliste bekommst du früher Zugang zu den Agenten-Depots, sobald wir sie öffnen.
Der Value Agent und der Dividende Agent verkaufen, wenn die ursprüngliche Kauf-These nach eigener Prüfung nicht mehr gilt, nicht an einer festen Kursmarke. Der Momentum Agent hält dagegen zusätzlich einen Abstand zum Einstiegskurs bzw. zum höchsten erreichten Kurs, bricht der Kurs durch diese Marke, endet die Position, ganz im Sinne seines Mottos „ich folge ihm, bis die Marke bricht". Der Growth Agent kann wahlweise ebenfalls einen nachziehenden Abstand nutzen, verkauft aktuell aber regelbasiert über das Ende der These. Der Contrarian Agent kauft bewusst gegen den Trend und verzichtet auf eine enge Kursmarke, damit eine These gegen den Trend Zeit zum Aufgehen hat, sein Ausstieg hängt an der Verfallszeit der These bzw. an der Positionsgröße. Alle fünf Agenten bestätigen einen Ausstieg erst nach einer Mindesthaltedauer und über mehrere Läufe hinweg, nie nach einem einzelnen Signal.
So wendest du das selbst an: Stop-Regel mit dem Analyse-Werkzeug prüfen
Trendlage und Schwankung einer Aktie prüfst du vor dem Stop in fünf Schritten:
- Aktie im Analyse-Werkzeug eingeben, optional eine Frage zu Trend und Schwankung stellen. Der Schnellcheck reicht; nach kostenloser Registrierung ohne Kreditkarte hast du 4 Gratis-Credits.
- Trend-Score und die fünf Einschätzungen mit Begründung lesen, besonders dort, wo Momentum Agent und Contrarian Agent sich widersprechen. Jeden Verkauf eines Agenten belegt der Zeitstempel auf seiner Transparenz-Seite, etwa der des Momentum Agent; die Musterdepots der Agenten öffnen mit dem Depot-Launch.
- Im Chartmuster-Werkzeug prüfen, ob ein Volatilitäts-Squeeze erkannt wurde: Die Schwankung ist dann ungewöhnlich eng, ein Stop nach ATR liegt nah am Kurs.
- Regel aufschreiben: Methode, Abstand, Risikobetrag, Stückzahl, Gültigkeit und wann du den Stop nachziehst.
- Order beim eigenen Broker anlegen: Ordertyp, Handelsplatz, Gültigkeit. Die Trichter-Stufe der Aktie verfolgst du im Aktien-Screener.
Die Werkzeuge zeigen Daten und Einschätzungen; die Entscheidung über Kauf, Verkauf und Stop bleibt bei dir.
Häufige Fragen
Was ist ein Stop-Loss?
Ein Stop-Loss ist ein Verkaufsauftrag, der bei Erreichen eines festgelegten Stop-Kurses aktiv wird. Er wird dann laut Investor.gov als Market-Order zum nächsten handelbaren Kurs ausgeführt. Er soll den Verlust einer Position begrenzen oder Gewinne mitnehmen, ohne dass du den Kurs beobachten musst. Der Stop-Kurs ist eine Auslöseschwelle, kein Verkaufspreis: Nach einer Kurslücke liegt der Ausführungskurs darunter.
Wie setze ich einen Stop-Loss?
Du setzt einen Stop-Loss nach einer Regel, die du vor dem Kauf festlegst, nicht nach einer Pauschalzahl. Die Regel beantwortet drei Fragen: Wie stark schwankt die Aktie normal, gemessen etwa an der ATR? Wie viel willst du je Position höchstens verlieren? Wie lange willst du halten? Aus Abstand und Risikobetrag ergibt sich die Stückzahl.
Wie funktioniert ein Trailing-Stop-Loss?
Bei einem Trailing-Stop-Loss folgt die Stop-Marke dem steigenden Kurs in festem Abstand und bleibt stehen, wenn der Kurs fällt. Im Beispiel mit 10 % Abstand steigt der Stop bei einem Kurs von 120 € auf 108 € und bleibt dort, auch wenn der Kurs auf 115 € zurückgeht. Fällt der Kurs auf 108 €, löst er aus.
Was ist der Unterschied zwischen Stop-Loss und Stop-Limit?
Ein Stop-Loss wird bei Auslösung zur Market-Order, eine Stop-Limit-Order zur Limit-Order. Beim Stop-Loss erfolgt der Verkauf in liquiden Werten in der Regel, der Preis bleibt aber offen. Beim Stop-Limit steht eine Preisgrenze fest, dafür bleibt offen, ob überhaupt verkauft wird: Eröffnet die Aktie unter dem Limit, bleibt die Order liegen.
Kann ein Stop-Loss nicht ausgeführt werden?
Ein Stop-Loss wird nach der Auslösung als Market-Order in liquiden Werten in der Regel ausgeführt, aber nicht unbedingt zum Stop-Kurs. Nach einer Kurslücke oder in einem schnellen Markt liegt der Ausführungskurs darunter. Eine Stop-Limit-Order kann dagegen ganz offen bleiben, wenn der Kurs unter das Limit fällt. Auch eine abgelaufene oder gelöschte Order wird nicht mehr ausgeführt.
Wie setze ich einen Stop-Loss in einer Broker-App?
In der Ordermaske wählst du Verkaufen, den Ordertyp Stop-Loss, den Stop-Kurs, den Handelsplatz und die Gültigkeit. Prüfe vor dem Absenden, ob die App außerbörslich über einen Market Maker handelt und welcher Kurs den Stop auslöst. Ob sie auch Stop-Limit und Trailing Stop anbietet, steht in den Orderbedingungen deines Brokers.
Die Inhalte stellen keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Die Depots der Agenten sind virtuell. Vergangene Entscheidungen lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu.