Gleitender Durchschnitt: So liest du SMA, EMA, 50- und 200-Tage-Linie
Ein gleitender Durchschnitt glättet den Kursverlauf einer Aktie zu einer Linie und zeigt die Trendrichtung. Er ist ein Trendfolgeindikator der technischen Analyse: Er folgt dem Trend, statt ihn vorwegzunehmen. Im Englischen heißt er Moving Average, auf Deutsch auch gleitendes Mittel oder gleitender Mittelwert. Die SMA gewichtet jeden Tag gleich, die EMA neuere Kurse stärker. Die 50-Tage-Linie steht für den mittelfristigen Trend, die 200-Tage-Linie für den langfristigen. Direkt darunter stehen die Formationen, die das Chartmuster-Werkzeug jede Nacht erkennt, mit Datum. Danach folgen Rechenbeispiel, Regeltabelle und die Rolle der Linie für den Momentum Agent: Kontext, kein Auslöser. Die Seite gehört zum Werkzeug Chartmuster.
Was das Chartmuster-Werkzeug erkennt: fünf Formationen mit Datum
Das Chartmuster-Werkzeug prüft jede Nacht die Kursverläufe der beobachteten Aktien von XETRA, NYSE, NASDAQ, Euronext, SIX und LSE auf fünf fest definierte Formationen: Doppelboden, Doppeltop, Golden Cross, Range-Ausbruch und Volatilitäts-Squeeze. Die Erkennung folgt geometrischen Bedingungen, nicht einer Auswertung des Chartbilds. Jeder Treffer trägt die Felder „Erkannt am" und „gültig bis". Für diese Seite zählt das Golden Cross: Es ist das einzige Signal aus gleitenden Durchschnitten, das der Detektor erkennt. Die Lage eines Kurses zur 50- oder 200-Tage-Linie und einzelne Durchbrüche führt er nicht. Welche Aktien aktuell ein Golden Cross zeigen, siehst du mit Datum im Chartmuster-Werkzeug; ein erkanntes Muster ist eine technische Beobachtung, keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf.
Was ist ein gleitender Durchschnitt?
Ein gleitender Durchschnitt ist der Mittelwert der letzten n Schlusskurse einer Aktie. An jedem Handelstag rückt er um einen Tag weiter und liegt deshalb als durchgehende Linie im Kursdiagramm. Diese Definition teilen alle Varianten. Das n steht für die Periodenlänge, also die Zahl der Tage; der Schlusskurs ist der letzte Kurs eines Handelstags. Der Zweck: Die Linie glättet kurzfristige Schwankungen und macht den längerfristigen Trend sichtbar, so beschreibt es das Glossar der Deutschen Börse. In der Chartanalyse gehört das gleitende Mittel damit zu den Grundwerkzeugen. Eines kann es nicht: vorausschauen. Die Linie verarbeitet nur vergangene Kurse und läuft dem Kurs deshalb hinterher, sie ist ein nachlaufender Indikator. Eine Prognose leitet sich aus ihr nicht ab.
Was ist SMA? Der einfache gleitende Durchschnitt
SMA steht für Simple Moving Average, auf Deutsch einfacher gleitender Durchschnitt. Er ist das arithmetische Mittel der letzten n Schlusskurse, jeder Tag hat dasselbe Gewicht. Für die 200-Tage-Variante addiert man laut Deutscher Börse die Schlusskurse der vorangegangenen 199 Tage und den aktuellen Kurs und teilt die Summe durch 200. Die gleiche Gewichtung macht die SMA glatt, aber träge. Ein Kurssprung wirkt n Tage lang mit vollem Gewicht nach. Dann verschwindet er auf einen Schlag, wenn er aus dem Zeitfenster fällt. Wie das konkret aussieht, zeigt das Rechenbeispiel weiter unten.
Was ist EMA? Der exponentielle gleitende Durchschnitt
EMA steht für Exponential Moving Average, auf Deutsch exponentieller gleitender Durchschnitt. Er gewichtet neuere Schlusskurse stärker als ältere. Die Gewichte nehmen nach hinten exponentiell ab, so beschreibt es das NIST-Handbuch zur exponentiellen Glättung. Deshalb reagiert die EMA schneller auf neue Kurse als eine SMA gleicher Länge. Die Kehrseite: In Seitwärtsphasen pendelt der Kurs ohne klare Richtung und kreuzt die schnellere Linie häufiger. Das erzeugt mehr Fehlsignale, also Durchbrüche, denen kein Trend folgt.
Unterschied zwischen SMA und EMA: Die SMA gewichtet jeden Tag gleich, die EMA neuere Kurse stärker.
Gewichteter gleitender Durchschnitt (WMA) und weitere Varianten
Der gewichtete gleitende Durchschnitt, kurz WMA für Weighted Moving Average, gewichtet linear. Der jüngste Kurs zählt n-fach, jeder ältere einen Schritt weniger, der älteste einfach. Daneben gibt es Varianten wie den Hull Moving Average oder adaptive Varianten, die ihre Glättung an die Schwankung des Kurses anpassen. Welche Berechnungsart das Chartmuster-Werkzeug verwendet, steht in der Regeltabelle.
Gleitenden Durchschnitt berechnen: Formel und Rechenbeispiel
Die Formel ist kurz, die Wirkung der Gewichtung zeigt erst die Rechnung. Das Rechenbeispiel nutzt Beispielzahlen einer fiktiven Aktie, keine echten Kurse. Gerechnet wird mit fünf Tagen, damit jeder Schritt nachvollziehbar bleibt. Bei 50 oder 200 Tagen funktioniert die Rechnung genauso.
Beispielzahlen, keine echte Aktie.
| Tag | Schlusskurs | SMA 5 | EMA 5 (α = 1/3) |
|---|---|---|---|
| 1 | 100 | – | – |
| 2 | 102 | – | – |
| 3 | 101 | – | – |
| 4 | 104 | – | – |
| 5 | 103 | 102,0 | 102,0 (Startwert = SMA) |
| 6 | 106 | 103,2 | 103,33 |
Statisch. Formelquellen: NIST/SEMATECH e-Handbook, Abschnitte 6.4.2.1 und 6.4.3.1 (im Fließtext verlinkt).
SMA berechnen: fünf Schlusskurse, ein Wert
Die SMA-Formel lautet: SMA = (K1 + K2 + … + Kn) / n. K steht für die Schlusskurse der letzten n Tage. Das NIST/SEMATECH e-Handbook of Statistical Methods führt sie in Abschnitt 6.4.2.1 als Single Moving Average. Im Beispiel schließt die Aktie an den Tagen 1 bis 5 bei 100, 102, 101, 104 und 103. Die Summe ist 510, geteilt durch 5 ergibt das eine SMA von 102,0. Am Tag 6 schließt sie bei 106. Jetzt fällt der älteste Kurs, die 100, aus dem Fenster, die 106 kommt hinzu: 516 / 5 = 103,2. So rückt die Linie jeden Tag um einen Kurs weiter.
EMA berechnen: Glättungsfaktor und Vortageswert
Die EMA rechnet mit dem Vortageswert statt mit allen n Kursen: EMA heute = Kurs heute × α + EMA gestern × (1 − α). Der Glättungsfaktor α liegt zwischen 0 und 1 und bestimmt, wie stark der neue Kurs zählt. Das Prinzip dieser exponentiellen Glättung beschreibt das NIST-Handbuch in Abschnitt 6.4.3.1. Übliche Konvention in der technischen Analyse ist α = 2 / (n + 1), bei fünf Tagen also 1/3. Startwert ist im Beispiel die SMA von Tag 5, also 102,0. Den Durchschnitt der ersten Beobachtungen nennt auch das NIST-Handbuch als möglichen Start. Am Tag 6 ergibt sich 106 × 1/3 + 102,0 × 2/3 = 103,33. Die EMA steigt stärker als die SMA mit 103,2, weil der neue Kurs ein Drittel zählt.
Signale am gleitenden Durchschnitt erkennen: die Regeln als Tabelle
In der Chartanalyse und im Trading wird die Linie an drei Ereignissen gelesen. Erstens an der Lage des Kurses zur Linie, zweitens am Durchbruch des Kurses durch die Linie, drittens an der Kreuzung zweier Linien unterschiedlicher Länge. Ein solches Ereignis ist ein technisches Signal: eine Beobachtung nach festen Erkennungsregeln, keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Damit dasselbe Kursbild immer zum selben Ergebnis führt, legt die Tabelle jedes Kriterium mit Messgröße, Schwelle, Zeitrahmen und Herkunft fest. Die Spalte „Herkunft" zeigt, ob eine Schwelle aus der Erkennungslogik des Chartmuster-Werkzeugs stammt oder eine Lehrbuch-Lesart ist.
Erkennungsregeln gleitender Durchschnitt
| Nr. | Kriterium | Messgröße | Schwelle | Herkunft | Status im Werkzeug |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Berechnungsart | SMA, Basis Schlusskurs | – | Erkennungslogik Werkzeug | live (SMA50/SMA200, keine EMA-Variante im Code) |
| 2 | Lage des Kurses | Schlusskurs über / unter GD 50 bzw. GD 200 | Messwert, keine Schwelle | Lehrbuch-Lesart | vom Werkzeug nicht erkannt |
| 3 | Durchbruch nach oben | Schlusskurs kreuzt GD 50 bzw. GD 200 von unten | – | Lehrbuch-Lesart | vom Werkzeug nicht erkannt |
| 4 | Durchbruch nach unten | Schlusskurs kreuzt GD 50 bzw. GD 200 von oben | – | Lehrbuch-Lesart | vom Werkzeug nicht erkannt |
| 5 | Bestätigung | Anzahl Schlusskurse jenseits der Linie oder Mindestabstand | – | Lehrbuch-Lesart | vom Werkzeug nicht erkannt |
| 6 | Steigung der Linie | Veränderung des GD über einen Zeitraum | SMA200-Steigung über 20 Handelstage muss positiv sein | Erkennungslogik Werkzeug | live, nur als Zusatzbedingung des Golden Cross |
| 7 | Kreuzung GD 50 über GD 200 (Golden Cross) | GD 50 kreuzt GD 200 von unten nach oben | SMA50 > SMA200 heute, SMA50 ≤ SMA200 gestern, SMA200-Steigung positiv | Erkennungslogik Werkzeug | live (Felder „Erkannt am“, „gültig bis“) |
| 8 | Kreuzung GD 50 unter GD 200 (Death Cross) | GD 50 kreuzt GD 200 von oben nach unten | – | Lehrbuch-Lesart | vom Werkzeug nicht erkannt |
| 9 | Abstand | Schlusskurs zu GD 200 in % mit Stand | Messwert, keine Schwelle, keine Zielmarke | Lehrbuch-Lesart | vom Werkzeug nicht erkannt |
Mindesthistorie Golden Cross 250 Handelstage, Gültigkeitsfenster 5 Handelstage, Version golden-cross-v1.0. Quelle: eigene Erkennungslogik, keine Fremdzahl.
Durchbruch durch die Linie: wann das Signal als bestätigt gilt
Ein Durchbruch liegt vor, wenn der Kurs die Linie von unten nach oben oder von oben nach unten kreuzt. Entscheidend ist der Schlusskurs, nicht der Intraday-Kurs im Verlauf des Handelstags. Fällt eine Aktie mittags unter ihre 200-Tage-Linie und schließt wieder darüber, ist die Linie nur getestet. Weil Kurse oft knapp um die Linie pendeln, sieht die Regeltabelle einen Bestätigungsfilter vor: eine Mindestzahl an Schlusskursen jenseits der Linie oder einen Mindestabstand. Ohne Filter entstehen mehr Fehlsignale. In Lehrbüchern wird der Durchbruch nach oben oft als Kaufsignal gelesen. Diese Seite übernimmt den Begriff nicht: Ein gleitender Durchschnitt liefert kein Kaufsignal im Sinne einer Handlungsaufforderung, sondern ein datiertes Ereignis. Einen Einstieg oder eine Stop-Marke an der Linie leitet die Seite daraus nicht ab. Wie Stop-Loss- und Limit-Order funktionieren, erklären die Ratgeber.
Welche Periodenlänge? 20, 38, 50, 100 und 200 Tage im Vergleich
Gleitende Durchschnitte unterscheiden sich vor allem in ihrer Länge. Je kürzer die Periode, desto enger folgt die Linie dem Kurs und desto häufiger kreuzt er sie. Je länger, desto ruhiger und später reagiert sie. Alle Längen zählen Handelstage, keine Kalendertage. Die Tabelle zeigt die üblichen Lesarten. Sie sind Konventionen der Chartanalyse, keine Regeln mit belegter Wirkung. Die 38-Tage-Linie ist im deutschsprachigen Raum als Zwischengröße zwischen kurz- und mittelfristig verbreitet; eine besondere Eigenschaft der Zahl 38 belegt keine Quelle. Abkürzungen wie GD 50, GD 200 oder SMA 200 nennen Linienart und Länge, GD steht für gleitender Durchschnitt. Welche Länge du betrachtest, hängt von deinem Zeitraum ab, nicht von einer Vorgabe.
| Periode | Übliche Lesart | Fristigkeit |
|---|---|---|
| 20 Tage | kurzfristiger Trend, rund ein Handelsmonat | kurz |
| 38 Tage | Zwischengröße, im deutschsprachigen Raum verbreitet | kurz bis mittel |
| 50 Tage | mittelfristiger Trend, rund zehn Handelswochen | mittel |
| 100 Tage | mittel- bis langfristiger Trend | mittel bis lang |
| 200 Tage | langfristiger Trend, rund 40 Handelswochen | lang |
Die 200-Tage-Linie: was sie bedeutet
Die 200-Tage-Linie ist der gleitende Durchschnitt der letzten 200 Schlusskurse, bei fünf Handelstagen je Woche rund 40 Wochen Kursgeschichte. Sie ist die Standardlinie für den langfristigen Trend. Das Glossar der Deutschen Börse nennt den 200-Tage-Durchschnitt als die übliche Form, in der ein gleitender Durchschnitt veröffentlicht wird. In Charts und Kurslisten steht sie als GD 200, SMA 200 oder MA 200. Dass sie viel beachtet wird, ist eine Frage der Konvention und ihrer Präsenz in Marktberichten, nicht einer belegten Wirkung der Zahl 200. Berechnen lässt sie sich auch für Indizes wie DAX, MDAX oder MSCI World; diese Seite betrachtet Aktien. In der Chartanalyse gilt die Linie zudem als mögliche Unterstützung oder als Widerstand: ein Kursbereich, an dem ein Kurs schon einmal gebremst wurde.
Kurs über und unter der 200-Tage-Linie
Nach der Lehrbuch-Lesart liegt eine Aktie in einem Aufwärtstrend, solange ihr Schlusskurs über der 200-Tage-Linie liegt, und in einem Abwärtstrend, solange er darunter liegt. Das gilt nach dieser Definition, nicht als Aussage über das Unternehmen. Wechselt der Kurs die Seite, ist das ein Durchbruch: ein Ereignis mit Datum, das nach den Bestätigungsregeln der Tabelle als bestätigt gilt oder nicht. Was es nicht heißt: dass der Kurs weiter in diese Richtung läuft. Der Abstand zur Linie ist ein Messwert, kein Kursziel und keine Marke, zu der der Kurs zurückkehren müsste. Eine Liste der Aktien über oder unter ihrer 200-Tage-Linie führt Market Jury nicht; die Trendlage je Aktie zeigt der Trend-Score.
Die 50-Tage-Linie: der mittelfristige Trend
Die 50-Tage-Linie mittelt die letzten 50 Schlusskurse, rund zehn Wochen Kursgeschichte. Sie beschreibt den mittelfristigen Trend und reagiert schneller als die 200-Tage-Linie. Nach einer Wende dreht sie früher, liefert dafür aber mehr Durchbrüche, die sich wieder umkehren. Liegt der Kurs über der 50-, aber unter der 200-Tage-Linie, hat sich der mittelfristige Trend gedreht, der langfristige noch nicht. Der nächste Schritt ist die Kreuzung der beiden Linien selbst.
Wenn sich 50- und 200-Tage-Linie kreuzen
Kreuzt die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie von unten nach oben, spricht die Chartanalyse vom Golden Cross. Kreuzt sie von oben nach unten, vom Death Cross. Beide gelten als Zeichen, dass der mittelfristige Trend den langfristigen überholt hat: als Lesart, nicht als Vorhersage. Das Golden Cross gehört zu den fünf Formationen, die das Chartmuster-Werkzeug jede Nacht prüft; jeder Treffer trägt die Felder „Erkannt am" und „gültig bis". Details erklärt die eigene Seite zum Golden Cross.
Marktbreite: was der Anteil über der 200-Tage-Linie misst
Die Marktbreite misst, wie viele Aktien eines Universums über ihrer 200-Tage-Linie liegen, als Anteil an allen gezählten Aktien. Sie beantwortet eine andere Frage als ein Index: Ein Index kann steigen, weil wenige große Werte steigen, während die Mehrheit der Aktien unter ihrer Linie bleibt. Market Jury weist die Marktbreite nicht als Kennzahl aus. Die Trendlage einzelner Aktien zeigt der Trend-Score, sortiert in der Rangliste nach Trend-Score (beide im Abschnitt „Der Unterschied" verlinkt).
Momentum Agent und gleitender Durchschnitt: Kontext, kein Auslöser
Fünf Strategie-Agenten führen bei Market Jury je ein virtuelles Musterdepot nach festen Regeln; jede Depotänderung ist per OpenTimestamps auf der Bitcoin-Blockchain verankert. Chartmuster sind für keinen Agenten Regel-Input, auch kein Durchbruch durch die 50- oder 200-Tage-Linie. Am nächsten liegt die Linie dem Momentum Agent: „Ich diskutiere nicht mit dem Markt. Ich folge ihm, bis die Marke bricht." Seine Marke ist der Trend-Score. Der Contrarian Agent prüft bei Aktien unter der 200-Tage-Linie die Gegenseite, „aber nur mit Beleg". Für Value Agent, Dividende Agent und Growth Agent ist die Linie nur Kontext. Was die Agenten zu Aktien mit erkanntem Golden Cross entschieden haben, zeigt der Block darunter ab dem Depot-Launch mit Datum und Beleg.
Erkannte Signale an der 50- und 200-Tage-Linie, Durchbruch oder Golden Cross, sind kein Bestandteil seines Regelwerks; er entscheidet nach seinen Trendfiltern, das Signal ist Kontext.
Agenten-Block Momentum Agent
16 aktive Golden-Cross-Treffer im Universum.
Was die Agenten kaufen und verkaufen, wird dokumentiert, mit Zeitstempel. Einsehbar wird es mit dem Depot-Launch; über die Warteliste bekommst du früher Zugang zu den Agenten-Depots, sobald wir sie öffnen.
Keine Performance-Prozente. Aktualisierung mit dem Modul. computed_at 2026-10-17T06:23:23.629Z
Gleitender Durchschnitt, Trend-Score und Momentum-Ranking: der Unterschied
Drei Werkzeuge befassen sich bei Market Jury mit dem Trend einer Aktie, jedes beantwortet eine andere Frage. Der gleitende Durchschnitt ist eine Linie je Aktie und Periode. Er zeigt, ob der Kurs darüber oder darunter liegt und wann er sie durchbrochen hat. An der Börse und im Trading werden gleitende Durchschnitte meist genau so gelesen: als Lage und als Ereignis mit Datum.
Der Trend-Score ist einer der 11 Scores: ein Rating der gemessenen Trendstärke in fünf Stufen von Stark bis Schwach. Market Jury berechnet ihn jede Nacht nach festen Regeln neu und korrigiert ihn nicht rückwirkend. Die Seite Momentum-Aktien ordnet Aktien nach dieser Trendstärke, das Werkzeug dazu ist die Rangliste nach Trend-Score. Ob und wie gleitende Durchschnitte in den Trend-Score eingehen, legt die Methodik fest, nicht diese Seite. Linie und Rating können deshalb auseinanderfallen: Eine Aktie kann über ihrer 200-Tage-Linie liegen und im Trend-Score „Neutral" stehen. Keines der drei Werkzeuge fasst die anderen zu einer Gesamtzahl zusammen.
Grenzen: Verzögerung und Fehlsignale in Seitwärtsphasen
Die Linie hat drei Grenzen, die keine Einstellung beseitigt. Erstens die Verzögerung: Die Linie mittelt nur vergangene Kurse. Eine Trendwende zeigt sie erst, wenn ein Teil der Bewegung vorbei ist, und je länger die Periode, desto später. Zweitens Fehlsignale in Seitwärtsphasen: Pendelt der Kurs ohne Richtung um die Linie, entstehen Durchbrüche in beide Richtungen, denen kein Trend folgt. Bestätigungsfilter dämpfen das, verhindern es aber nicht. Drittens die Periodenwahl: Im Rückblick lässt sich für fast jede Aktie eine Länge finden, die gut gepasst hätte. Das sagt nichts darüber, ob sie künftig passt, denn Ergebnisse hängen von Markt und Zeitraum ab. Trefferquoten oder Backtest-Ergebnisse nennt diese Seite deshalb nicht. Dafür liegt keine Primärquelle mit Methode, Zeitraum und Marktauswahl vor.
So prüfst du den gleitenden Durchschnitt selbst
Drei Schritte führen von der Linie zur eigenen Einschätzung. Erstens: Öffne das Chartmuster-Werkzeug und sieh nach, bei welchen Aktien aktuell ein Golden Cross erkannt ist, mit „Erkannt am" und „gültig bis". Zweitens: Prüfe eine Aktie im Analyse-Werkzeug. Gib sie ein, stelle optional eine Frage und wähle alle fünf Agenten oder einzelne. Dazu die Tiefe: Schnellcheck, Vollanalyse oder Deep Dive. Du bekommst fünf Einschätzungen mit Begründung und Quellen. Nach kostenloser Registrierung ohne Kreditkarte hast du 4 Gratis-Credits. Drittens: Sieh im Aktien-Screener nach, in welcher Trichter-Stufe die Aktie steht.
Weitere Chartmuster und technische Signale
Diese Seiten erklären verwandte Muster und Signale:
- Golden Cross: die Kreuzung der 50- über die 200-Tage-Linie, eine der fünf Formationen, die das Werkzeug jede Nacht prüft.
- Doppelboden: zwei etwa gleich tiefe Tiefs nach einem Abwärtstrend; auch ihn prüft der Detektor nächtlich.
- Cup and Handle: eine abgerundete Bodenbildung mit kurzem Rücksetzer, die die Chartanalyse zu den Fortsetzungsformationen zählt.
- Candlestick-Chart: die Kursdarstellung mit Eröffnung, Hoch, Tief und Schluss je Handelstag, in die gleitende Durchschnitte meist eingezeichnet werden.
- Schulter-Kopf-Schulter-Formation: eine Umkehrformation aus drei Hochs mit Nackenlinie, bestätigt per Schlusskurs.
Alle erkannten Formationen mit Datum zeigt die Übersicht Chartmuster.
Häufige Fragen
Was bedeutet es, wenn der Kurs die 200-Tage-Linie unterschreitet?
Schließt der Kurs unter der 200-Tage-Linie, liegt die Aktie nach der Lehrbuch-Lesart in einem langfristigen Abwärtstrend. Das gilt nach dieser Definition, nicht als Vorhersage. Das Unterschreiten ist ein Ereignis mit Datum; ob der Kurs weiter fällt oder zurückkehrt, sagt die Linie nicht. Als bestätigt gilt der Durchbruch erst nach dem Bestätigungsfilter der Regeltabelle, etwa einer Mindestzahl an Schlusskursen unter der Linie. Das Chartmuster-Werkzeug erkennt einen solchen Durchbruch heute nicht automatisch; es erkennt mit dem Golden Cross nur die Kreuzung der 50- über die 200-Tage-Linie.
Wie berechnet man die 200-Tage-Linie?
Man addiert die Schlusskurse der letzten 200 Handelstage und teilt die Summe durch 200. Am nächsten Handelstag kommt der neue Schlusskurs hinzu, der älteste fällt heraus; so rückt die Linie täglich weiter. So beschreibt es auch das Glossar der Deutschen Börse. Im Rechenbeispiel dieser Seite ergeben die fünf Kurse 100, 102, 101, 104 und 103 eine SMA von 102,0. Die exponentielle Variante rechnet mit α = 2 / 201.
Was ist die 38-Tage-Linie?
Die 38-Tage-Linie mittelt die letzten 38 Schlusskurse. Sie liegt zwischen der kurzfristigen 20-Tage-Linie und der mittelfristigen 50-Tage-Linie und ist im deutschsprachigen Raum als Zwischengröße verbreitet. Eine besondere Wirkung hat die Zahl 38 nicht; sie ist eine Konvention. Berechnet wird sie wie jede SMA oder EMA, gelesen wird sie als kurz- bis mittelfristiger Trend.
Welcher gleitende Durchschnitt ist der beste?
Keiner ist allgemein der beste. Welche Periode und welche Variante passt, hängt vom Zeitraum ab, den du betrachtest, und von der Frage, die du stellst. Kurze Linien wie 20 Tage reagieren schnell und liefern mehr Fehlsignale. Lange Linien wie 200 Tage sind ruhiger und später dran; 50 Tage gelten als mittelfristig. Eine Einstellung gibt diese Seite nicht vor.
Die Inhalte stellen keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Die Depots der Agenten sind virtuell. Vergangene Entscheidungen lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu.