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Candlestick-Chart lesen: die 12 wichtigsten Kerzenmuster mit Regeln

Ein Candlestick ist die Kerze im Kurschart: Sie fasst Eröffnung, Hoch, Tief und Schluss einer Periode in einem Zeichen zusammen. Die 12 wichtigsten Kerzenmuster sind Doji, Hammer, Hanging Man, Inverted Hammer, Shooting Star, Spinning Top, Bullish Engulfing, Bearish Engulfing, Harami, Piercing Line, Morning Star und Evening Star. Die Tabelle direkt darunter nennt je Muster Kriterium, Richtung, Zeitrahmen, Trendbedingung und Bestätigung. Danach erklärt die Seite den Aufbau einer Kerze, das Lesen eines Kerzencharts in drei Schritten und jedes Muster einzeln. Trefferquoten nennen wir nicht: Ein Muster ist ein Hinweis, kein Handelsauftrag. Die Seite gehört zur Chartmuster-Übersicht; wer bei null beginnt, liest vorher Aktien für Anfänger.

Die 12 wichtigsten Candlestick-Muster: Erkennungsregeln im Überblick

Die zwölf Muster sind Grundformen: sechs Einzelkerzen, vier Zwei-Kerzen-Muster und zwei Drei-Kerzen-Muster. Die Spalte „Richtung“ trennt bullische Muster, die auf eine mögliche Umkehr nach oben hinweisen, von bärischen (englisch: bullish und bearish candlestick patterns). Ausgewählt sind die Muster nach einer festen Regel, nicht nach Trefferquote. Sie steht im Satz direkt über der Tabelle.

Die Auswahl: die zwölf Kerzenmuster, nach denen in Deutschland am häufigsten gesucht wird; Muster, die das Chartmuster-Werkzeug nicht automatisch erkennt, sind in der Tabelle so gekennzeichnet.

Erkennungsregeln der 12 wichtigsten Candlestick-Muster (gängige Musterdefinition)

MusterKerzenRichtungKriteriumTrendbedingung vorherBestätigungIm Werkzeug
Doji1neutralAbstand Eröffnung–Schluss im Verhältnis zur Spanne Hoch–Tiefkeine–wird nicht automatisch erkannt
Hammer1bullischunterer Docht im Verhältnis zum Körper; oberer Docht im Verhältnis zur Spanne; Körper im oberen Teil der SpanneAbwärtsbewegungFolgekerze schließt über dem Körperwird nicht automatisch erkannt
Hanging Man1bärischForm wie HammerAufwärtsbewegungFolgekerze schließt unter dem Körperwird nicht automatisch erkannt
Inverted Hammer1bullischoberer Docht im Verhältnis zum Körper; unterer Docht im Verhältnis zur Spanne; Körper im unteren Teil der SpanneAbwärtsbewegungFolgekerze schließt höherwird nicht automatisch erkannt
Shooting Star1bärischForm wie Inverted HammerAufwärtsbewegungFolgekerze schließt tieferwird nicht automatisch erkannt
Spinning Top1neutralkleiner Körper im Verhältnis zur Spanne, beide Dochte länger als der Körperkeine–wird nicht automatisch erkannt
Bullish Engulfing2bullischKörper 2 (grün) umschließt Körper 1 (rot) vollständigAbwärtsbewegungFolgekerze schließt über dem Schluss von Kerze 2wird nicht automatisch erkannt
Bearish Engulfing2bärischKörper 2 (rot) umschließt Körper 1 (grün) vollständigAufwärtsbewegungFolgekerze schließt unter dem Schluss von Kerze 2wird nicht automatisch erkannt
Harami (Bullish/Bearish)2bullisch oder bärischKörper 2 liegt vollständig in Körper 1Abwärts- bzw. AufwärtsbewegungFolgekerze bestätigt Richtungswechselwird nicht automatisch erkannt
Piercing Line2bullischEröffnung 2 unter dem Schluss von Kerze 1; Schluss 2 über der Mitte von Körper 1, aber unter dessen EröffnungAbwärtsbewegung–wird nicht automatisch erkannt
Morning Star3bullischlange rote Kerze; kleiner Körper tiefer als Körper 1; grüne Kerze schließt weit in Körper 1Abwärtsbewegungin Kerze 3 enthaltenwird nicht automatisch erkannt
Evening Star3bärischSpiegelbild des Morning StarAufwärtsbewegungin Kerze 3 enthaltenwird nicht automatisch erkannt

Schwellen (z. B. Mindestverhältnis Docht/Körper) nennt diese Tabelle nicht: Das Chartmuster-Werkzeug erkennt Stand heute keines der zwölf Muster automatisch, eine erfundene Zahl wäre keine echte Erkennungslogik. Quelle: gängige Musterdefinition (Steve Nison, „Japanese Candlestick Charting Techniques", 1991).

So liest du die Tabelle: „Kriterium“ beschreibt, was gemessen wird. „Trendbedingung“ nennt die Bewegung, die vorher da sein muss, „Bestätigung“, ob die Regel auf die Folgekerze wartet. Die Grafik darunter dient als Candlestick Cheat Sheet; die Erklärung zu jedem Muster folgt weiter unten.

Die 12 wichtigsten Candlestick-Muster als Schemazeichnung, gruppiert nach Einzel-, Zwei- und Drei-Kerzen-Mustern
Candlestick Cheat Sheet: die 12 Muster auf einen Blick

Was ist ein Candlestick? Erklärung und Aufbau einer Kerze

Die kürzeste Candlestick-Erklärung: vier Kurse, ein Zeichen. Der Körper reicht vom Eröffnungskurs bis zum Schlusskurs. Die dünnen Linien darüber und darunter heißen Docht, Schatten oder Lunte: Der obere Docht endet am Hochkurs, der untere am Tiefkurs. Ein langer Docht bedeutet, dass der Kurs während der Periode weit ausschlug und wieder zurückkam. Fehlt ein Docht, war der Eröffnungs- oder Schlusskurs zugleich Hoch oder Tief. Das Verhältnis von Körper und Dochten ist das Rohmaterial, aus dem jedes Kerzenmuster besteht.

Welche Periode eine Kerze abbildet, legt der Zeitrahmen fest: Eine Tageskerze fasst einen Handelstag zusammen, eine Wochenkerze eine Handelswoche, eine Stundenkerze eine Handelsstunde. Dasselbe Muster kann deshalb im Tageschart auftauchen und im Wochenchart fehlen. Die Erkennungsregeln oben nennen den Zeitrahmen je Muster.

Die japanischen Kerzen stammen aus dem Reishandel; viele ihrer Grundgedanken werden dem Reishändler Munehisa Homma aus Sakata zugeschrieben. Im Westen bekannt gemacht hat die Technik Steve Nison mit dem Buch „Japanese Candlestick Charting Techniques“ (New York Institute of Finance, 1991). Die Deutsche Börse führt den Candlestick-Chart in ihrem Glossar zum Begriff Chart unter den wichtigen Chartarten.

Schema einer grünen und einer roten Candlestick-Kerze mit Körper, oberem und unterem Docht, Eröffnungs- und Schlusskurs

Grüne und rote Kerzen: was die Farben bedeuten

Eine grüne Kerze schließt über ihrem Eröffnungskurs, eine rote darunter. In älteren Darstellungen stehen weiß oder hohl für steigend, schwarz oder gefüllt für fallend. Die Farbe beschreibt nur das Verhältnis innerhalb der eigenen Periode, nicht den Vergleich mit der Vorperiode. Eröffnet eine Aktie nach schwachen Nachrichten mit einer Kurslücke deutlich tiefer und erholt sich bis zum Schluss etwas, entsteht eine grüne Kerze. Ihr Schlusskurs liegt trotzdem unter dem des Vortags.

Candlestick-Chart, Linienchart, Balkenchart im Vergleich

Ein Linienchart verbindet nur die Schlusskurse. Er zeigt den Verlauf, aber nicht die Schwankung innerhalb einer Periode. Ein Balkenchart enthält dieselben vier Kurse wie ein Candlestick-Chart: einen senkrechten Strich von Tief bis Hoch, die Eröffnung als Häkchen links, den Schluss als Häkchen rechts. Der Kerzen-Chart füllt die Strecke zwischen Eröffnung und Schluss als farbigen Körper. Die Information ist dieselbe, aber das Verhältnis von Eröffnung zu Schluss erkennst du auf einen Blick. Genau darauf bauen die Muster auf.

Kerzenchart lesen in drei Schritten

Kerzencharts lesen heißt nicht, jede einzelne Kerze zu deuten. Ein Muster bekommt erst im Zusammenhang Gewicht. Drei Schritte, in dieser Reihenfolge:

  1. Trend vorher bestimmen. Ein Umkehrmuster braucht einen Trend, den es umkehren kann. Ein Hammer nach einer Seitwärtsphase sagt wenig. Nach einem Abwärtstrend und nahe einer Unterstützung (ein Kursbereich, an dem der Kurs schon mehrfach drehte) sagt er mehr. Den Trend bestimmst du etwa über die Lage zum gleitenden Durchschnitt.
  2. Kerzenform prüfen. Entscheidend sind das Verhältnis von Körper zu Docht und die Lage zur Vorkerze. Beispiel mit fiktiven Werten: Eröffnung 100, Hoch 101, Tief 94, Schluss 101. Der Körper misst 1 Punkt, der untere Docht 6 Punkte, einen oberen Docht gibt es nicht. Ob das als Hammer zählt, entscheidet die Schwelle in der Tabelle oben.
  3. Bestätigung abwarten. Die Folgekerze zeigt, ob der Markt die Aussage des Musters aufnimmt, bei einem bullischen Muster etwa durch einen höheren Schluss. Steigendes Handelsvolumen stützt die Lesart, fehlendes schwächt sie.

Wie Kerzen mit Trendlinien, Unterstützung und Widerstand zusammenspielen, erklärt die Seite Chartanalyse lernen.

Einzelkerzen-Muster: Doji, Hammer, Shooting Star und Verwandte

Einzelkerzen-Muster bestehen aus einer Kerze. Ihre Aussage hängt fast ganz am Kontext: Dieselbe Form kann nach einem Anstieg bärisch und nach einem Rückgang bullisch zu lesen sein. Trend und Folgekerze gehören deshalb immer dazu.

Doji

Ein Doji entsteht, wenn Eröffnungs- und Schlusskurs fast gleich sind; der Körper schrumpft zum Strich. Beispiel mit fiktiven Werten: Eröffnung 100, Hoch 103, Tief 97, Schluss 100. Käufer und Verkäufer halten sich die Waage, die Kerze zeigt Unentschlossenheit. Nach einem langen Trend kann ein Doji auf nachlassenden Schwung hinweisen. Varianten und Erkennungsregel stehen auf der Detailseite.

Hammer

Ein Hammer hat einen kleinen Körper am oberen Ende der Spanne, einen langen unteren Docht und kaum einen oberen. Die Hammer-Kerze erscheint nach einer Abwärtsbewegung: Verkäufer drückten den Kurs während der Periode deutlich nach unten, Käufer holten ihn bis zum Schluss zurück. Bestätigt wird sie durch eine Folgekerze, die über ihrem Körper schließt.

Hanging Man

Der Hanging Man hat dieselbe Form wie der Hammer: kleiner Körper oben, langer unterer Docht. Er steht aber nach einer Aufwärtsbewegung und wird deshalb bärisch gelesen. Der lange Docht zeigt, dass während der Periode kräftig verkauft wurde, auch wenn der Kurs bis zum Schluss zurückkam. Ohne eine Folgekerze, die unter seinem Körper schließt, bleibt er ein Warnzeichen, keine Umkehr.

Inverted Hammer

Der Inverted Hammer ist der umgedrehte Hammer: kleiner Körper am unteren Ende, langer oberer Docht, kaum ein unterer. Er erscheint nach einer Abwärtsbewegung. Käufer trieben den Kurs während der Periode nach oben, konnten das Niveau aber nicht halten. Bullisch zu lesen ist er erst, wenn die Folgekerze höher schließt. Seine Form gleicht der des Shooting Star; nur der Trend davor trennt beide.

Shooting Star

Der Shooting Star (auf Deutsch Sternschnuppe) hat einen kleinen Körper am unteren Ende und einen langen oberen Docht. Er folgt auf eine Aufwärtsbewegung. Beispiel mit fiktiven Werten: Eröffnung 100, Hoch 107, Tief 99, Schluss 101; der Körper misst 1 Punkt, der obere Docht 6. Käufer trieben den Kurs zunächst weit nach oben, Verkäufer drückten ihn bis zum Schluss zurück. Das Muster ist bärisch und weist auf eine mögliche Umkehr hin; bestätigt wird es durch eine Folgekerze, die tiefer schließt.

Spinning Top

Ein Spinning Top hat einen kleinen Körper in der Mitte und Dochte nach oben und unten, die ungefähr gleich lang sind. Er zeigt Unentschlossenheit, ist für sich aber kein Umkehrmuster. Vom Doji unterscheidet ihn der erkennbare Körper: Eröffnung und Schluss liegen auseinander, nur nicht weit. Als mittlere Kerze taucht er in Drei-Kerzen-Mustern wie dem Morning Star auf.

Zwei-Kerzen-Muster: Engulfing, Harami und Piercing Line

Zwei-Kerzen-Muster vergleichen eine Kerze mit ihrer Vorgängerin. Gemessen wird, wie der zweite Körper zum ersten liegt: ob er ihn umschließt, in ihm steckt oder in ihn hineinreicht. Die Dochte spielen dabei meist keine Rolle.

Bullish Engulfing

Ein Bullish Engulfing folgt auf eine Abwärtsbewegung: Auf eine rote Kerze folgt eine grüne, deren Körper den Körper der Vorkerze vollständig umschließt. Beispiel mit fiktiven Werten: Kerze 1 eröffnet bei 100 und schließt bei 96, Kerze 2 eröffnet bei 95 und schließt bei 101. Der grüne Körper von 95 bis 101 umschließt den roten von 96 bis 100. Die Käufer holen damit in einer Periode mehr zurück, als die Verkäufer in der vorherigen erreicht hatten. Wie die Umschließung gemessen wird, steht auf der Detailseite.

Bearish Engulfing

Das Bearish Engulfing ist das Spiegelbild nach einer Aufwärtsbewegung: Auf eine grüne Kerze folgt eine rote, deren Körper den grünen vollständig umschließt. Der Schluss liegt damit unter dem Eröffnungskurs der grünen Vorkerze; deren Anstieg ist ausgelöscht. Das Muster ist bärisch. Die Folgekerze zeigt, ob der Druck anhält oder ob es bei einer einzelnen schwachen Periode bleibt.

Bullish Harami und Bearish Harami

Der Harami (japanisch für schwanger) ist das Gegenstück zum Engulfing: Auf eine Kerze mit großem Körper folgt eine mit kleinem Körper, der vollständig im vorherigen liegt. Nach einer Abwärtsbewegung mit großer roter Kerze heißt das Muster Bullish Harami, nach einer Aufwärtsbewegung mit großer grüner Kerze Bearish Harami. Es zeigt nachlassenden Schwung; über eine Umkehr entscheidet die Folgekerze. In der Zählung der zwölf ist der Harami ein Muster mit zwei Richtungen.

Piercing Line

Die Piercing Line, auch Piercing Pattern, entsteht nach einer Abwärtsbewegung: Auf eine lange rote Kerze folgt eine grüne, die tiefer eröffnet und über der Mitte des roten Körpers schließt. Umschließt sie den roten Körper ganz, ist es kein Piercing mehr, sondern ein Bullish Engulfing. Das Gegenstück nach einer Aufwärtsbewegung heißt Dark Cloud Cover: Eine rote Kerze eröffnet höher und schließt unter der Mitte des grünen Vorkerzen-Körpers.

Drei-Kerzen-Muster: Morning Star und Evening Star

Drei-Kerzen-Muster brauchen länger, bis sie vollständig sind, und enthalten ihre Bestätigung schon in der dritten Kerze. Der Aufbau ist bei beiden Sternen gleich: lange Kerze, kleiner „Stern“, kräftige Gegenkerze.

Morning Star

Der Morning Star steht am Ende einer Abwärtsbewegung. Die erste Kerze ist lang und rot. Die zweite, der Stern, hat einen kleinen Körper und liegt tiefer als die erste; oft ist sie ein Spinning Top oder ein Doji. Die dritte ist grün und schließt weit in den Körper der ersten Kerze hinein. Das Muster zeigt, wie der Verkaufsdruck abebbt und Käufer übernehmen. Ob zwischen den Körpern eine Kurslücke liegen muss, legt die Erkennungsregel fest.

Evening Star

Der Evening Star ist das Spiegelbild am Ende einer Aufwärtsbewegung. Auf eine lange grüne Kerze folgt ein Stern mit kleinem Körper, der höher liegt, danach eine rote Kerze, die weit in den Körper der ersten hinein schließt. Der Anstieg verliert in der Mitte an Schwung, die dritte Kerze zeigt, dass Verkäufer übernommen haben. Das Muster ist bärisch; die Trendbedingung davor gehört zur Regel, nicht zur Interpretation.

Weitere Formationen: Marubozu, Three White Soldiers, Three Black Crows

Diese Formationen gehören ausdrücklich nicht zu den zwölf. Ein Marubozu ist eine Kerze ohne oder fast ohne Dochte: Der Körper reicht von Tief bis Hoch und zeigt eine Periode, die eine Seite durchgehend bestimmte. Three White Soldiers sind drei lange grüne Kerzen mit jeweils höherem Schluss, Three Black Crows drei lange rote mit jeweils tieferem. Rising und Falling Three Methods sowie der Belt Hold bauen auf den Grundformen auf.

Kerzenmuster sind außerdem keine Chartformationen. Ein Doppelboden oder eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation entsteht über Wochen und viele Kerzen. Ein Golden Cross ist ein Trendsignal aus gleitenden Durchschnitten: Ein kürzerer kreuzt einen längeren von unten. Candlestick-Trading auf Minutenbasis ist nicht Thema dieser Seite; sie betrachtet Tages- und Wochenkerzen.

Werkzeug Chartmuster: die fünf automatisch erkannten Formationen

Der Detektor des Werkzeugs Chartmuster prüft jede Nacht die Kursverläufe aller beobachteten Aktien auf fünf klar definierte Formationen: Doppelboden, Doppeltop, Golden Cross, Range-Ausbruch und Volatilitäts-Squeeze. Er arbeitet mit festen geometrischen Bedingungen, nicht mit Mustererkennung im Bild, und zeigt je Treffer „Erkannt am" und „gültig bis". Keines der zwölf Kerzenmuster gehört zu diesen fünf; eine Liste von Aktien mit einem Candlestick-Muster führt Market Jury deshalb nicht, und Beispielaktien ohne Erkennung nennt diese Seite nicht. Den Trend jeder einzelnen Aktie zeigt unabhängig davon der Trend-Score.

Kerzenmuster, Trend-Score und Agenten: was was misst

Drei Begriffe, drei Messungen. Ein Kerzenmuster ist ein Ereignis: eine Form aus einer bis drei Kerzen, erkannt an einem bestimmten Datum. Der Trend-Score ist ein Zustand: Market Jury berechnet ihn jede Nacht neu und zeigt ihn in fünf Stufen: Stark, Eher stark, Neutral, Eher schwach, Schwach. Die Formel ist fest, frühere Werte werden nicht rückwirkend korrigiert. Das Muster beantwortet, was gerade passiert ist, der Score, in welcher Lage es passiert. Die dritte Messung ist die Entscheidung eines Agenten. Sie folgt einem festen Regelwerk, und in keinem der fünf Regelwerke ist ein Kerzenmuster ein Auslöser.

Agenten-Block: Momentum Agent

Regeltext (Trendfilter, keine Schwellen): Der Momentum Agent folgt der Richtung des Marktes, bis eine vorher festgelegte Marke bricht. Kerzenmuster im Regelwerk: nein (laut Chartmuster, Abruf 01.10.2026).

Was die Agenten kaufen und verkaufen, wird dokumentiert, mit Zeitstempel. Einsehbar wird es mit dem Depot-Launch; über die Warteliste bekommst du früher Zugang zu den Agenten-Depots, sobald wir sie öffnen.

Beleg: OpenTimestamps-Nachweis Momentum Agent. computed_at 2026-10-17T07:34:49.317Z

Für alle fünf Agenten gilt: Kerzenmuster sind Kontext, kein Auslöser; so steht es auf der Chartmuster-Seite. Die Unterschiede liegen darin, was an die Stelle der Kerze tritt. Der Momentum Agent misst den Trend über den Trend-Score, nicht über die Einzelkerze: „Ich diskutiere nicht mit dem Markt. Ich folge ihm, bis die Marke bricht.“ Der Contrarian Agent prüft bei einem bullischen Umkehrmuster im Abwärtstrend die Gegenrichtung. Er verlangt dafür einen Beleg aus seinem Regelwerk, nicht die Form einer Kerze. Für den Value Agent zählt Ertragskraft zum Preis, für den Dividende Agent die Ausschüttung, für den Growth Agent belegtes Wachstum. In ihren Regeln kommt die Kerzenform nicht vor. Der Regeltext des Momentum Agent steht im Block oben, mit Datum der Regelversion; seine letzte Entscheidung kommt mit dem Depot-Launch dazu.

Das Regelwerk des Momentum Agent arbeitet mit dem Trend-Score, nicht mit Einzelkerzen, weil Kerzenmuster kein Eingang in seine Trendfilter-Regel sind (laut Chartmuster, Abruf 01.10.2026).

So prüfst du ein Candlestick-Muster selbst

  1. Lies die Kerzen der Aktie im Tages- oder Wochenchart und prüfe ein Muster an den Kriterien der Tabelle oben: Trendbedingung, Kerzenform, Bestätigung. Automatisch erkannte Formationen wie Doppelboden oder Golden Cross zeigt das Werkzeug Chartmuster mit Erkennungsdatum.
  2. Prüfe den Trend-Score der Aktie auf ihrer Aktienseite oder in der Trend-Rangliste: Steht das Muster mit dem Trend oder gegen ihn? Was die Liste misst, erklärt die Seite Momentum-Aktien.
  3. Gib die Aktie im Analyse-Werkzeug ein, stelle optional eine Frage, wähle alle fünf oder einzelne Agenten und die Tiefe: Schnellcheck, Vollanalyse oder Deep Dive. Du bekommst fünf Einschätzungen mit Begründung und Quellen. Nach kostenloser Registrierung ohne Kreditkarte hast du 4 Gratis-Credits.

Ein Muster ersetzt keine dieser Prüfungen, es ist der Anlass dafür.

Häufige Fragen

Was ist ein Shooting Star?

Ein Shooting Star ist eine Einzelkerze mit kleinem Körper am unteren Ende und langem oberem Docht, die nach einer Aufwärtsbewegung erscheint. Sie zeigt, dass Käufer den Kurs während der Periode weit nach oben trieben, Verkäufer ihn aber bis zum Schluss zurückdrückten. Das Muster ist bärisch, für sich allein aber nur ein Hinweis; erst eine tiefer schließende Folgekerze bestätigt es.

Was ist ein Doji?

Ein Doji ist eine Kerze, bei der Eröffnungs- und Schlusskurs fast gleich sind, sodass der Körper nur ein Strich ist. Er steht für Unentschlossenheit zwischen Käufern und Verkäufern. Aussagekraft bekommt er erst im Kontext, etwa nach einem langen Trend. Formen, Varianten und Erkennungsregel erklärt die Seite Doji.

Was ist ein Hammer im Candlestick-Chart?

Ein Hammer ist eine Einzelkerze mit kleinem Körper oben und langem unterem Docht, die nach einer Abwärtsbewegung auftritt. Verkäufer drückten den Kurs während der Periode nach unten, Käufer holten ihn bis zum Schluss zurück. Bullisch gelesen wird er erst mit Bestätigung durch die Folgekerze. Details stehen auf der Seite Hammer-Candlestick.

Was bedeuten die Farben im Candlestick-Chart?

Grün bedeutet, dass der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs der Periode liegt, Rot, dass er darunter liegt. Mehr sagt die Farbe nicht: Sie vergleicht nicht mit der Vorperiode und bewertet nichts. Eine grüne Kerze kann deshalb tiefer schließen als die rote davor, wenn der Kurs mit einer Lücke tiefer eröffnet hat. In älteren Charts stehen Weiß und Schwarz für dieselbe Unterscheidung.

Welche Candlestick-Muster sind am zuverlässigsten?

Eine Rangfolge nach Zuverlässigkeit nennen wir nicht, weil uns dafür keine prüfbare Primärquelle mit offengelegter Stichprobe vorliegt. Es gibt Auszählungen, etwa vom Autor Thomas Bulkowski, doch solche Quoten hängen von Markt, Zeitraum und Musterdefinition ab. Entscheidend sind bei jedem Muster Trendkontext und Bestätigung. Wie Market Jury Trends misst, steht in der Methodik.

Die Inhalte stellen keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Die Depots der Agenten sind virtuell. Vergangene Entscheidungen lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu.