Chartanalyse lernen: Einstieg in 7 Schritten mit Übungsaktien
Chartanalyse lernen heißt, einen Kursverlauf in fester Reihenfolge zu lesen: Chart lesen, Trend bestimmen, Zonen einzeichnen, Kerzensignale deuten, Umkehr- und Fortsetzungsformationen erkennen, Bestätigung abwarten. Diese Seite führt dich in sieben Schritten durch diesen Weg. Jeder Schritt verweist auf seine Musterseite im Bereich Chartmuster. Zum Üben zeigt das erste Modul dieser Seite Aktien, bei denen der Detektor ein Muster erkannt hat, mit Erkennungsdatum und Trend-Score. Chartanalyse für Anfänger heißt hier: kein Vorwissen, kein Handelsplan, keine Plattform. Wer ganz bei null beginnt, findet die Grundbegriffe unter Aktien für Anfänger.
Chartanalyse an Aktien üben: Muster im Chart (Stand: 01.10.2026)
Das Modul zeigt Aktien aus dem Universum von Market Jury, bei denen der Detektor des Chartmuster-Werkzeugs ein Muster erkannt hat. Methode: Ein Detektor prüft jede Nacht alle beobachteten Aktien auf feste geometrische Bedingungen, automatisch, ohne Auswahl von Hand und ohne Aufforderung zum Handeln. Wer nach KI-Chartanalyse oder automatischer Chartanalyse sucht, findet hier kein Modell, das Kurven deutet, sondern Regeln, die jede Nacht gleich angewendet werden. Heute erkennt der Detektor fünf Formationen: Doppelboden, Doppeltop, Golden Cross, Range-Ausbruch und Volatilitäts-Squeeze (Stand 01.10.2026; Code-Grep-Befund packages/rulesets/src/patterns/types.ts, 06.10.2026, bestätigt dieselben fünf).
Chartanalyse an Aktien üben — Treffer gesamt: 1685
| Schritt 3 — Unterstützung und Widerstand | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Muster | Aktie | Ticker | Börse | Erkannt am | gültig bis | Trend-Score | Trichter-Stufe |
| Doppelboden | Kandi Technologies Group, Inc. | KNDI | NASDAQ | 16.10.2026 | 23.10.2026 | Score folgt | nicht im Trichter |
| Doppelboden | SEACOR Marine Holdings Inc. | SMHI | NYSE | 16.10.2026 | 23.10.2026 | Score folgt | nicht im Trichter |
| Doppeltop | Fortune Minerals Limited | FT.TO | TSX | 16.10.2026 | 23.10.2026 | Score folgt | nicht im Trichter |
| Doppeltop | Columbia Banking System, Inc. | COLB | NASDAQ | 16.10.2026 | 23.10.2026 | Neutral | Kern |
| Schritt 6 — Fortsetzungsformation (verwandtes Muster) | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Muster | Aktie | Ticker | Börse | Erkannt am | gültig bis | Trend-Score | Trichter-Stufe |
| Volatilitäts-Squeeze (verwandtes Muster) | Eason Technology Limited | DXF | AMEX | 16.10.2026 | 23.10.2026 | Score folgt | nicht im Trichter |
| Volatilitäts-Squeeze (verwandtes Muster) | Lucky Strike Entertainment Corporation | LUCK | NYSE | 16.10.2026 | 23.10.2026 | Score folgt | nicht im Trichter |
| Schritt 7 — Bestätigung | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Muster | Aktie | Ticker | Börse | Erkannt am | gültig bis | Trend-Score | Trichter-Stufe |
| Range-Ausbruch | WPP plc | WPP | NYSE | 16.10.2026 | 23.10.2026 | Stark | Beobachtung |
| Range-Ausbruch | Young & Co.'s Brewery, PLC | YNGN.L | LSE | 16.10.2026 | 23.10.2026 | Score folgt | nicht im Trichter |
| Golden Cross | Ultralife Corporation | ULBI | NASDAQ | 16.10.2026 | 23.10.2026 | Score folgt | nicht im Trichter |
| Golden Cross | Aurora Mobile Limited | JG | NASDAQ | 16.10.2026 | 23.10.2026 | Score folgt | nicht im Trichter |
| Schritt | Muster | Status |
|---|---|---|
| Schritt 4 | Doji | Lernstoff ohne Treffer im Werkzeug |
| Schritt 4 | Hammer | Lernstoff ohne Treffer im Werkzeug |
| Schritt 4 | Bullish Engulfing | Lernstoff ohne Treffer im Werkzeug |
| Schritt 5 | Schulter-Kopf-Schulter-Formation | Lernstoff ohne Treffer im Werkzeug |
| Schritt 6 | Cup-and-Handle | Lernstoff ohne Treffer im Werkzeug |
Quelle: nächtlicher Detektor des Chartmuster-Werkzeugs (Kursdaten des Datenanbieters von Market Jury), Trend-Score aus der nächtlichen Berechnung (Methodik). computed_at 2026-10-17T06:22:53.604Z
So übst du: Öffne einen Treffer und geh am Chart der Aktie die Schritte 1 bis 7 durch. „Erkannt am" und „gültig bis" zeigen, seit wann das Muster besteht und wie lange es ohne Bestätigung in der Liste bleibt. Daneben steht der Trend-Score. Muster und Score beantworten verschiedene Fragen: Das Muster ist ein Ereignis mit Datum, der Score ein Zustand. Er wird jede Nacht neu berechnet, ohne Rückschau-Korrektur, in fünf Stufen von Stark über Eher stark, Neutral und Eher schwach bis Schwach. Ein frischer Doppelboden kann neben einem schwachen Trend-Score stehen; dann meldet das Muster eine mögliche Wende, der Score den Zustand davor. Das Modul zeigt deshalb beides nebeneinander. Die Momentum-Rangliste sortiert Aktien nach genau dieser Trendstärke, nicht nach einem Gesamturteil. Kerzenmuster, die Schulter-Kopf-Schulter-Formation und Cup-and-Handle sind Lernstoff ohne Treffer im Werkzeug; Zeilen für sie setzen eine Erweiterung des Detektors voraus. Ein Treffer ist ein Übungsobjekt, keine Einschätzung der Aktie.
Was ist Chartanalyse? Die technische Analyse in drei Grundannahmen
Chartanalyse wertet Kursverlauf und Handelsvolumen einer Aktie aus, um Trends, Zonen und wiederkehrende Muster einzuordnen. Technische Analyse ist der Oberbegriff. Laut Börsenlexikon der Deutschen Börse kann sie zusätzliche Verfahren enthalten und geht über die reine Untersuchung von Kursverläufen hinaus. Im Deutschen heißt dasselbe Handwerk auch Charttechnik. Wer „Chartanalyse erklärt" sucht, meint fast immer diese Arbeit am Kursbild.
Die Methode ruht auf drei Annahmen. Lehrbücher wiederholen sie seit der Dow-Theorie, benannt nach Charles Dow:
- Der Kurs spiegelt die bekannten Informationen. Das Börsenlexikon formuliert es so, dass „alle Informationen in den Kursen bereits vorhanden" seien.
- Kurse bewegen sich in Trends. Eine Richtung hält an, bis ein erkennbares Ereignis sie beendet.
- Verhaltensmuster wiederholen sich. Wertpapierpreise bewegen sich laut Lexikon „in Mustern, die sich wiederholen", weil Anleger auf ähnliche Lagen ähnlich reagieren.
Es sind Annahmen, keine Naturgesetze. John J. Murphy stellt sie in seinem Standardwerk an den Anfang. Edwards und Magee widmen der Dow-Theorie mehrere Kapitel (Inhaltsverzeichnis bei der Library of Congress). Die Gegenposition steht im Abschnitt zu den Grenzen.
Chartanalyse lernen: die 7 Schritte als Tabelle
Die Tabelle ordnet die sieben Schritte vom Groben zum Feinen: erst Zeitrahmen und Trend, dann Zonen, dann Signale und Formationen, zuletzt die Bestätigung. Die Schwellen stammen aus der Erkennungslogik des Chartmuster-Werkzeugs, nicht aus Lehrbüchern. Die Spalte „Im Werkzeug" zeigt, welche Muster der Detektor heute erkennt.
7-Schritte-Tabelle (Erkennungsregeln, Stand 01.10.2026)
| Schritt | Was du prüfst | Zeitrahmen | Im Werkzeug | Musterseite |
|---|---|---|---|---|
| 1 Chart lesen | Kerze (Eröffnung, Hoch, Tief, Schluss), Volumen | Tages- oder Wochenchart festlegen | – (kein Muster, Definition) | Candlestick-Chart |
| 2 Trend | Hochs und Tiefs, Lage zum gleitenden Durchschnitt | wie Schritt 1 | kein Muster — Golden Cross nutzt 50/200-Tage-SMA | Gleitender Durchschnitt |
| 3 Unterstützung und Widerstand | mehrfach getestete Tiefs bzw. Hochs, Seitwärtsspanne | – | ja: Doppelboden, Doppeltop, Range-Ausbruch | Doppelboden |
| 4 Kerzensignal | Doji, Hammer, Bullish Engulfing an einer Zone | Tageschart | nein — setzt Erweiterung des Detektors voraus | Doji / Hammer / Bullish Engulfing |
| 5 Umkehrformation | Schulter-Kopf-Schulter am Trendende; Doppelboden/Doppeltop als Verwandte | – | SKS: nein; Doppelboden/Doppeltop: ja | Schulter-Kopf-Schulter-Formation |
| 6 Fortsetzungsformation | Cup-and-Handle im laufenden Trend; Volatilitäts-Squeeze als Verwandter | – | Cup-and-Handle: nein; Volatilitäts-Squeeze: ja | Cup-and-Handle |
| 7 Bestätigung | Schlusskurs jenseits Nackenlinie/Widerstand; Range-Ausbruch; Golden Cross | wie Schritt 1 | ja: Range-Ausbruch, Golden Cross | Golden Cross |
Schwellen, die nicht aus der veröffentlichten Erkennungslogik belegt sind, bleiben offen — keine Lehrbuchwerte als Ersatz.
So liest du die Tabelle: Jeder Schritt setzt den vorigen voraus. Ein Kerzensignal ohne Zone ist nur eine einzelne Kerze. Eine Formation ohne Trend davor ist ein Bild ohne Zusammenhang, ein Muster ohne Bestätigung noch kein Ereignis.
Chartanalyse lernen in 7 Schritten
Übe die sieben Schritte immer am selben Chart und in derselben Reihenfolge. Lege vorher den Zeitrahmen fest, Tageschart oder Wochenchart, und bleib dabei bis Schritt 7. Notiere je Schritt in einem Satz, was du siehst. So entsteht aus dem Bild eine Prüfliste, die du an der nächsten Aktie wiederholst. Die Schritte gelten auch für einen Index: Chartanalyse am DAX läuft genauso, nur zeigt das Übungsmodul Einzelaktien, keine Indizes.
Schritt 1: Chart lesen mit Kerzen, Zeitrahmen und Volumen
Wie liest man einen Aktienchart? Als gängige Darstellungen nennt die Deutsche Börse unter anderem Linien-, Balken- und Kerzencharts (Deutsche Börse, Glossar „Chart"). Der Linienchart verbindet nur die Schlusskurse und eignet sich für den groben Überblick. Der Balkenchart zeigt je Periode einen senkrechten Strich von Hoch bis Tief, mit kleinen Querstrichen für Eröffnung und Schluss. Der Kerzenchart zeigt dieselben vier Werte als Kerze: Der Körper reicht von Eröffnung bis Schluss, die Dochte bis zu Hoch und Tief. Wie du Körper und Dochte deutest, erklärt die Seite zum Candlestick-Chart.
Der Zeitrahmen bestimmt, wofür eine Kerze steht: im Tageschart für einen Handelstag, im Wochenchart für eine Woche. Wochencharts glätten Ausschläge, Tagescharts zeigen mehr Details und mehr Rauschen. Unter den Kerzen steht meist das Volumen, also die Zahl der gehandelten Aktien je Periode. Es ist die zweite Ebene des Charts: Eine Bewegung bei hohem Volumen tragen mehr Marktteilnehmer als eine bei dünnem Handel.
Schritt 2: Trend bestimmen über Hochs, Tiefs und gleitenden Durchschnitt
Ein Trend ist die Richtung, in die sich der Kurs über mehrere Schwankungen hinweg bewegt. Ein Aufwärtstrend besteht aus höheren Hochs und höheren Tiefs: Jeder Rücksetzer endet über dem vorigen Tief. Ein Abwärtstrend ist das Spiegelbild aus tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Pendelt der Kurs zwischen ähnlichen Hochs und Tiefs, liegt eine Seitwärtsphase vor, auch Range genannt.
Eine Trendlinie macht den Trend sichtbar: Im Aufwärtstrend verbindet sie die Tiefs, im Abwärtstrend die Hochs. Als Filter dient der gleitende Durchschnitt, der Mittelwert der Schlusskurse über eine feste Zahl zurückliegender Tage. Liegt der Kurs darüber und steigt der Durchschnitt, spricht das für einen Aufwärtstrend. Verbreitet ist die 200-Tage-Linie. Auch das Chartmuster-Werkzeug arbeitet beim Golden Cross mit dem gleitenden 50- und 200-Tage-Durchschnitt (Stand 01.10.2026).
Schritt 3: Unterstützung und Widerstand einzeichnen
Unterstützung ist ein Kursbereich, in dem ein fallender Kurs bisher mehrfach aufgefangen wurde. Widerstand ist ein Bereich, an dem ein steigender Kurs mehrfach gescheitert ist. Zeichne beide als Zonen, nicht als exakte Linien, denn Tiefs und Hochs treffen selten genau dieselbe Marke. Je öfter eine Zone getestet wurde, desto mehr Gewicht hat sie. Das Börsenlexikon der Deutschen Börse misst Unterstützungs- und Widerstandslinien „besondere Bedeutung" bei. Ihr Durchbrechen gilt dort als Zeichen einer neuen Trendbewegung.
Nach einem Ausbruch tauschen die Zonen oft die Rolle: Ein überwundener Widerstand wird beim nächsten Rücksetzer zur Unterstützung, eine gebrochene Unterstützung zum Widerstand. Ein Doppelboden ist eine zweimal getestete Unterstützung. Der Kurs prallt zweimal an einem ähnlichen Tief ab, dazwischen liegt ein Zwischenhoch, im Chart ein W. Sein Spiegelbild, das Doppeltop, scheitert zweimal an einem ähnlichen Hoch. Beide erkennt der Detektor des Chartmuster-Werkzeugs jede Nacht, ebenso den Range-Ausbruch, bei dem der Kurs eine längere Seitwärtsspanne verlässt.
Schritt 4: Kerzensignale an Zonen deuten (Doji, Hammer, Bullish Engulfing)
Eine einzelne Kerze sagt wenig. Ihre Aussage entsteht aus dem Ort, an dem sie steht, also einer Zone aus Schritt 3, und aus dem Trend aus Schritt 2. Drei Grundformen solltest du zuerst kennen:
- Ein Doji hat fast keinen Körper, weil Eröffnung und Schluss nahezu gleich sind. Er zeigt Unentschlossenheit zwischen Käufern und Verkäufern.
- Ein Hammer hat einen kleinen Körper oben und einen langen unteren Docht. Tiefere Kurse wurden im Verlauf der Periode abgelehnt, der Schluss lag nahe dem Hoch.
- Ein Bullish Engulfing besteht aus zwei Kerzen: Der Körper der steigenden zweiten Kerze umschließt den Körper der fallenden Vorkerze vollständig.
Die Begriffe stammen aus der japanischen Kerzenchart-Tradition. Als Standardwerk gilt Steve Nisons „Japanese Candlestick Charting Techniques" (New York Institute of Finance, 1991, bibliografische Angaben bei Open Library). Ein Hammer mitten in einer Range sagt wenig, auf einer getesteten Unterstützung nach einem Abwärtstrend deutlich mehr. Diese drei Kerzenmuster erkennt das Chartmuster-Werkzeug heute nicht automatisch; du übst sie als Lernstoff am Chart.
Schritt 5: Umkehrformationen erkennen, etwa die Schulter-Kopf-Schulter-Formation
Eine Umkehrformation ist ein Muster aus mehreren Hochs oder Tiefs am Ende eines Trends. Sie kann einen Richtungswechsel anzeigen. Die Grundform ist die Schulter-Kopf-Schulter-Formation, kurz SKS: Nach einem Aufwärtstrend bildet der Kurs drei Hochs, das mittlere als Kopf am höchsten, die Schultern links und rechts etwas tiefer. Die Tiefs dazwischen verbindet die Nackenlinie. Solange der Kurs über ihr bleibt, ist die Formation nur ein Bild. Erst wenn er sie nach unten durchbricht, gilt sie als vollendet.
Edwards und Magee führen diese Muster in ihrem Standardwerk unter „Important Reversal Patterns" (Library of Congress). Verwandt ist der Doppelboden aus Schritt 3: zwei statt drei Tiefs, dieselbe Logik einer getesteten Zone. Wer eine Trendwende erkennen will, prüft also zuerst den Trend davor und dann die Zone, an der er endet. Die SKS erkennt das Chartmuster-Werkzeug heute nicht, Doppelboden und Doppeltop als Umkehrformationen dagegen schon.
Schritt 6: Fortsetzungsformationen erkennen, etwa Cup-and-Handle
Eine Fortsetzungsformation ist eine Pause im laufenden Trend. Der Kurs konsolidiert, bewegt sich also eine Zeit lang in einem engeren Rahmen, und setzt danach die vorherige Richtung fort. Edwards und Magee führen solche Muster als „Consolidation Formations". Ein bekanntes Beispiel ist die Cup-and-Handle-Formation: Nach einem Anstieg bildet der Kurs einen gerundeten Boden, die Tasse. Dann steigt er wieder bis in die Nähe des alten Hochs und läuft in einer kleineren Abwärtsbewegung aus, dem Henkel. Erst der Ausbruch über den Rand der Tasse schließt die Formation ab.
Weitere Fortsetzungsformationen unterscheiden sich nur in der Form des Rahmens. Die Flagge ist ein kurzer, schräger Kanal gegen die Trendrichtung, der auf eine steile Bewegung folgt, die Fahnenstange. Der Wimpel ist ihr Verwandter mit zusammenlaufenden Begrenzungen. Ein Dreieck entsteht, wenn Hochs und Tiefs über längere Zeit aufeinander zulaufen. Das Rechteck ist eine klar begrenzte Seitwärtsspanne. Keine dieser Formationen erkennt der Detektor heute, auch Cup-and-Handle nicht. Verwandt ist der Volatilitäts-Squeeze, den er erkennt: Die Kursschwankungen ziehen sich ungewöhnlich eng zusammen und lösen sich dann in einer stärkeren Bewegung. In welche Richtung, lässt das Muster offen.
Schritt 7: Bestätigung abwarten und mit dem Golden Cross abgleichen
Ein Muster im Chart ist zunächst ein Kandidat. Bestätigt ist es erst, wenn eine vorher festgelegte Regel erfüllt ist, typischerweise ein Schlusskurs jenseits der Nackenlinie oder des Widerstands. Manche Regelwerke verlangen zusätzlich erhöhtes Volumen. Das Chartmuster-Werkzeug arbeitet mit Mindestabständen, Toleranzen und Bestätigungsschwellen; beim Range-Ausbruch spielt das Volumen mit. Läuft das Gültigkeitsfenster eines Treffers ab, ohne dass die Bestätigung eintritt, verschwindet er aus der Liste aktiver Muster.
Der zweite Abgleich gilt dem Trend. Das Golden Cross ist dafür das bekannteste Signal: Ein kürzerer gleitender Durchschnitt kreuzt einen längeren von unten nach oben. Im Chartmuster-Werkzeug kreuzt der gleitende 50-Tage-Durchschnitt den 200-Tage-Durchschnitt (Stand 01.10.2026). Bestätigt das Golden Cross die Richtung, die Zone und Formation nahelegen, passen die Schritte zusammen. Hier endet die Analyse. Einstieg, Stop-Loss und Ausstieg gehören zur Handelsplanung, nicht auf diese Seite.
Indikatoren für Einsteiger: gleitender Durchschnitt, RSI und MACD
Indikatoren rechnen aus Kursen eine Kennzahl und zeichnen sie als eigene Linie in oder unter den Chart. John J. Murphy behandelt gleitende Durchschnitte und Oszillatoren in seinem Standardwerk nach den Formationen. In dieser Reihenfolge lernst du sie auch. Drei reichen für den Anfang.
Der gleitende Durchschnitt ist der Mittelwert der Schlusskurse über eine feste Zahl von Perioden. Er glättet den Kurs und dient als Trendfilter aus Schritt 2. Seine Grenze: Er läuft dem Kurs hinterher und dreht erst, wenn die Bewegung schon läuft.
Der RSI, der Relative-Stärke-Index, setzt die Kursgewinne der letzten Perioden ins Verhältnis zu den Kursverlusten. Er bewegt sich auf einer Skala von 0 bis 100. Hohe Werte gelten als überkauft, niedrige als überverkauft; die Schwellen legt jedes Regelwerk selbst fest. Seine Grenze: In einem starken Trend bleibt er lange in der Extremzone, ohne dass der Kurs dreht.
Der MACD misst den Abstand zweier gleitender Durchschnitte unterschiedlicher Länge. Eine Signallinie glättet diesen Abstand noch einmal. Kreuzen sich beide, gilt das als Hinweis auf ein wechselndes Momentum. Seine Grenze: Er besteht selbst aus gleitenden Durchschnitten und bestätigt den Trendfilter deshalb nur scheinbar unabhängig.
Wer bei TradingView nach Indikatoren sucht, findet dieselben drei unter ihren englischen Namen: Moving Average, RSI und MACD. Nimm sie einzeln hinzu und lege die Schwellen fest, bevor du den Chart ansiehst.
Chartanalyse oder Fundamentalanalyse: was die technische Analyse nicht beantwortet
Chartanalyse fragt, wie sich der Kurs verhält: Richtung, Zonen, Muster. Die Fundamentalanalyse fragt, was das Unternehmen wert ist: Bewertung, Qualität und Wachstum, gemessen an Gewinnen, Cashflows und Bilanz. Technische Analyse vs. Fundamentalanalyse ist deshalb keine Entweder-oder-Frage. Ein Chart sagt dir nicht, ob das Kurs-Gewinn-Verhältnis hoch ist. Eine Bilanz sagt dir nicht, ob der Kurs gerade an einer Unterstützung steht. Bei Market Jury stehen beide Sichtweisen nebeneinander: Der Trend-Score misst den Kurs, Bewertungs-Score und Qualitäts-Score messen das Unternehmen.
Grenzen der Chartanalyse: fünf typische Fehler beim Einstieg
Ist Chartanalyse sinnvoll? Als Ordnungsrahmen für Kursverhalten ja, solange du ihre Grenzen kennst. Fünf Fehler passieren beim Einstieg besonders oft:
- Muster sehen, wo keine sind. Das Auge ergänzt Formen. Lege die Regel fest, bevor du den Chart ansiehst, nicht danach.
- Zeitrahmen mischen. Ein Aufwärtstrend im Wochenchart und ein Doppeltop im Tageschart beantworten verschiedene Fragen. Bleib bei einem Rahmen.
- Signal ohne Bestätigung. Eine Formation ohne Schlusskurs jenseits der Nackenlinie oder des Widerstands ist ein Kandidat, kein Ereignis.
- Indikatoren stapeln. Mehrere Indikatoren, die alle aus denselben Schlusskursen rechnen, liefern keine unabhängigen Hinweise.
- Trefferquoten übertragen. Quoten aus Büchern oder Websites beruhen auf fremden Stichproben, Zeiträumen und Regeln. Auf deine Aktien lassen sie sich nicht übertragen; deshalb nennen wir keine.
Grundsätzliche Kritik übt die Effizienzmarkthypothese, die der Ökonom Eugene F. Fama in einem Übersichtsartikel im Journal of Finance zusammengefasst hat. Sie geht davon aus, dass Kurse die verfügbaren Informationen bereits widerspiegeln. Folgt man ihr, lässt sich aus vergangenen Kursen allein kein dauerhafter Vorsprung ableiten. Chartanalysten halten dagegen, dass sich Verhalten wiederholt. Diese Seite entscheidet den Streit nicht; sie zeigt Regeln, die du prüfen kannst.
Chartanalyse lernen mit Büchern, Kursen und Seminaren
Wer ein Chartanalyse-Buch sucht, stößt immer wieder auf dieselben Standardwerke. John J. Murphys „Technical Analysis of the Financial Markets" (New York Institute of Finance, 1999, bibliografische Angaben bei Open Library) ist auf Deutsch als „Technische Analyse der Finanzmärkte" erschienen. Es behandelt Chartaufbau, Trends, Umkehr- und Fortsetzungsformationen sowie Indikatoren. „Technical Analysis of Stock Trends" von Robert D. Edwards und John Magee, fortgeführt von W. H. C. Bassetti, gilt als Klassiker der Formationslehre (Library of Congress). Für Kerzencharts steht Steve Nisons Buch aus Schritt 4. Eine Rangfolge geben wir nicht, Kauflinks gibt es keine.
Für Kurse, Seminare und Tutorials helfen vier Prüffragen: Ist der Lehrplan offen einsehbar? Verkauft der Anbieter zugleich Brokerkonten oder einen Signaldienst? Verspricht er Gewinne? Sind die Kosten vorab transparent? Fachlich organisiert sind technische Analysten in Deutschland in der VTAD, international in der CMT Association.
So prüfst du ein Chartmuster selbst
Ein Chartanalyse-Tool wie TradingView oder eine Chartanalyse-Software musst du dafür nicht installieren. Wer „TradingView kostenlos" oder eine TradingView-Alternative sucht, kommt für diese Übung ohne beides aus. Vier Schritte:
- Nimm einen Treffer aus dem Übungsmodul oben oder öffne das Chartmuster-Werkzeug mit der Ansicht „Aktuell aktive Muster".
- Geh am Chart des Treffers die Schritte 1 bis 7 dieser Seite durch.
- Prüf die Aktie im Analyse-Werkzeug: Aktie eingeben, optional eine Frage stellen, alle fünf oder einzelne Agenten wählen, dann die Tiefe (Schnellcheck, Vollanalyse oder Deep Dive). Du bekommst fünf Einschätzungen mit Begründung und Quellen. Nach kostenloser Registrierung ohne Kreditkarte hast du 4 Gratis-Credits.
- Sieh im Aktien-Screener nach, in welcher Trichter-Stufe die Aktie steht: Markt, Radar, Beobachtung oder Kern.
Wie eine Strategie mit festen Regeln arbeitet, zeigen die fünf Agenten von Market Jury. Jeder führt ein virtuelles Musterdepot nach festen Regeln; jede Depotänderung ist per OpenTimestamps auf der Bitcoin-Blockchain verankert. Für die Chartanalyse zählt der Momentum Agent. Er liest den Trend-Score und folgt dem Trend, bis die Marke bricht; erkannte Chartmuster sind für ihn Kontext, kein Auslöser. Den Wortlaut seiner Trendregel zeigt der Block unten. Value Agent, Dividende Agent, Growth Agent und Contrarian Agent folgen eigenen Regeln zu Bewertung, Ausschüttung, Wachstum und Gegenbeleg. Dieselbe Aktie kann beim einen durchfallen und beim anderen die Regeln erfüllen; dieser Widerspruch bleibt sichtbar.
Agenten-Block: Momentum Agent
Regeltext (Trendfilter, keine Schwellen): Der Momentum Agent folgt der Richtung des Marktes, bis eine vorher festgelegte Marke bricht. Erkannte Chartmuster sind kein Regel-Input (laut Chartmuster, Abruf 01.10.2026).
Aktuell erkannte Treffer im Übungsmodul: 1685 (nur Kontext, keine Aussage über das virtuelle Depot des Momentum Agent).
Was die Agenten kaufen und verkaufen, wird dokumentiert, mit Zeitstempel. Einsehbar wird es mit dem Depot-Launch; über die Warteliste bekommst du früher Zugang zu den Agenten-Depots, sobald wir sie öffnen.
Beleg: OpenTimestamps-Nachweis Momentum Agent; alle fünf Depots: Musterdepot. computed_at 2026-10-17T06:22:53.604Z
Sieh selbst nach, was heute Nacht passiert ist: Das Chartmuster-Werkzeug zeigt unter „Zuletzt neu entdeckt" die Muster der letzten Prüfung.
Häufige Fragen
Funktioniert Chartanalyse wirklich?
Pauschal belegen lässt sich das nicht. Eine Trefferquote, die sich auf das Universum von Market Jury übertragen ließe, gibt es nicht; deshalb nennen wir keine. Quoten aus Büchern oder Websites beruhen auf fremden Stichproben, Zeiträumen und Regeln. Prüfbar wird Chartanalyse erst mit einer Regel, die feststeht, bevor sich der Kurs bewegt. So arbeitet der Detektor des Chartmuster-Werkzeugs: fünf Formationen, jede Nacht nach denselben Bedingungen geprüft.
Was ist der Unterschied zwischen Chartanalyse und technischer Analyse?
Meist werden beide Begriffe gleichbedeutend verwendet. Genau genommen ist technische Analyse der Oberbegriff. Laut Börsenlexikon der Deutschen Börse kann sie zusätzliche Verfahren enthalten und geht über die reine Untersuchung von Kursverläufen hinaus, etwa mit Indikatoren. Chartanalyse im engeren Sinn ist die Arbeit am Kursbild: Trends, Zonen, Formationen. Das Standardwerk von John J. Murphy heißt auf Deutsch „Technische Analyse der Finanzmärkte".
Wie lange dauert es, Chartanalyse zu lernen?
Eine belastbare Zeitangabe gibt es nicht; sie hängt davon ab, wie regelmäßig du übst. Die sieben Schritte bauen aufeinander auf. Lerne sie deshalb einzeln: erst Chart und Trend, dann Zonen, dann Kerzen und Formationen, zuletzt die Bestätigung. Zum Üben zeigt das Chartmuster-Werkzeug jede Nacht Aktien mit einer von fünf erkannten Formationen und dem Erkennungsdatum, an denen du jeden Schritt wiederholst.
Welche Indikatoren brauche ich für die Chartanalyse?
Für den Einstieg reichen drei: der gleitende Durchschnitt als Trendfilter, der RSI als Maß für die Stärke jüngster Kursbewegungen und der MACD als Abstand zweier gleitender Durchschnitte. Nimm sie einzeln hinzu, denn alle drei rechnen aus denselben Schlusskursen und liefern deshalb keine voneinander unabhängigen Hinweise.
Die Inhalte stellen keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Die Depots der Agenten sind virtuell. Vergangene Entscheidungen lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu.