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Welche Aktien kaufen? 5 Schritte, mit denen du jede Aktie selbst prüfst

Welche Aktien kaufen? Das hängt von deiner Strategie, deinem Zeithorizont und deiner Verlusttragfähigkeit ab, nicht vom Kalender. Deshalb bekommst du hier keine Tippliste, sondern einen Prüfweg in fünf Schritten: Strategie klären, Kandidaten mit Screener und Ranglisten finden, Kennzahlen und Scores lesen, die Gegenstimme prüfen, Positionsgröße und Ausstieg festlegen. Dazu kommen ein Zahlenbeispiel zum KGV, die Grenzen jeder Kennzahl und das Werkzeug, in dem du jede Aktie selbst prüfst. Der Beitrag gehört zum Ratgeber von Market Jury.

Ablauf der fünf Prüfschritte zur Aktienauswahl: Strategie, Screener, Analyse, Gegenprüfung und Ausstiegsregel

Welche Aktien kaufen, gerade jetzt? Wo die aktuellen Namen stehen

Eine Liste, welche Aktien du jetzt kaufen sollst, steht hier nicht. Dafür gibt es drei Gründe. Erstens kennt eine Titelliste deine Strategie nicht. Was zu einem Dividendenanleger mit langem Horizont passt, kann für jemanden falsch sein, der das Geld in wenigen Jahren braucht. Zweitens ist ihr Stand oft unsichtbar: Ohne Datum weißt du nicht, auf welcher Datenlage die Auswahl beruht. Drittens hat, wer Listen mit den „besten Aktien 2026“ oder Aktien-Tipps veröffentlicht, oft ein Eigeninteresse, etwa an Ordergebühren oder Abonnements. Eine Empfehlung oder einen Geheimtipp findest du hier deshalb nicht.

Aktuelle Namen gibt es trotzdem, nur mit Datum und nach festen Regeln statt nach Meinung. Welche Aktien heute die engste Stufe des Screeners erreicht haben, zeigt die Kern-Tabelle mit dem Datum des letzten Scans, genau wie das Trichter-Modul unten. Was gerade viele suchen, zeigen die meistgesuchten Aktien. Aber worüber alle reden, ist noch keine Prüfung. Ob du wissen willst, welche Aktien du heute, aktuell oder 2026 kaufen könntest: Der Zeitpunkt ändert die Datenlage, nicht die Prüffragen. Die fünf Schritte ersetzen die Liste durch einen Ablauf, den du für jede Aktie wiederholen kannst:

SchrittLeitfrageWerkzeug
1 · Strategie klärenWas willst du erreichen, wie lange, wie viel Verlust trägst du?Ratgeber zur Strategiewahl
2 · VorauswahlWelche Aktien kommen für deine Strategie überhaupt in Frage?Aktien-Screener und Ranglisten
3 · EinzelprüfungWas zeigen Kennzahlen und Scores, wie begründen die Agenten ihre Einschätzung?Analyse-Werkzeug
4 · GegenprüfungWelche Einschätzung widerspricht, und mit welchem Beleg?Agentenseiten und Arena
5 · Regeln festlegenWie groß wird die Position, wann steigst du aus, wann verfällt deine These?Stop-Loss und Limit-Order

Schritt 1: Welche Aktien sich lohnen, hängt von deiner Strategie ab

Welche Aktien sich lohnen, lässt sich erst beantworten, wenn drei Fragen geklärt sind. Erstens das Anlageziel: Willst du Vermögen aufbauen, laufende Ausschüttungen erhalten oder einen Teil des Depots auf ein Thema setzen? Zweitens der Zeithorizont: Wer langfristig Aktien kaufen will, kann Schwankungen aussitzen, die bei kurzer Frist zu einem erzwungenen Verkauf führen. Drittens die Verlusttragfähigkeit: Eine einzelne Aktie kann wertlos werden, wenn das Unternehmen in die Insolvenz geht. Ein Totalverlust ist bei Einzelaktien möglich. Kläre deshalb vorher, welchen Verlust du tragen könntest, ohne deine Pläne zu ändern.

Aus den Antworten folgt der Stil. Value Investing, geprägt von Benjamin Graham, sucht Unternehmen, deren Ertragskraft der Markt niedrig bewertet. Die Momentum-Strategie folgt Aktien mit intaktem Kurstrend, solange er hält. Die Dividendenstrategie setzt auf Unternehmen, deren Ausschüttung aus dem laufenden Geschäft gedeckt ist. Growth Investing kauft Umsatz- und Gewinnwachstum und akzeptiert dafür einen höheren Preis. Ein Contrarian-Ansatz prüft Titel, die der Markt gerade meidet, aber nur mit Beleg für eine Fehleinschätzung. Wie du zwischen den Stilen wählst, vertieft der Ratgeber In Aktien investieren. Wie die fünf Stile dieselbe Aktie unterschiedlich beurteilen, zeigt Schritt 4. Vor der Stilwahl steht eine grundsätzlichere Frage.

Einzelaktien oder ETF: wann sich die Auswahl überhaupt lohnt

Einzelaktien oder ETF: Diese Entscheidung kommt vor jeder Titelauswahl. Ein Index-ETF bildet alle Werte seines Index nach. Der DAX umfasst laut STOXX 40 Unternehmen aus dem Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse, kein Einzelwert wiegt mehr als 15 Prozent (abgerufen am 01.10.2026). Der MSCI World bildet laut MSCI große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern ab, 1.280 Werte mit Stand 31.08.2026. Eine Einzelaktie konzentriert das Risiko dagegen auf ein Unternehmen. Streuung (Diversifikation), also das Verteilen des Geldes auf verschiedene Anlagen, senkt laut Investor.gov der SEC das Risiko. Wer zwischen ETF oder Aktien abwägt und sich für die Einzelauswahl entscheidet, braucht einen Prüfprozess. Den beschreibt diese Seite. Welche Aktien du als Anfänger kaufen kannst und wie Depot und Order funktionieren, erklärt Aktien für Anfänger.

Schritt 2: Vorauswahl, Aktien finden mit Screener und Ranglisten

Aktien finden heißt: aus mehreren Tausend Titeln eine Handvoll Kandidaten machen, die zu deiner Strategie passen. Dafür gibt es zwei Wege, beide kostenlos und ohne Konto.

Der erste ist der Aktien-Screener. Jede Nacht laufen mehrere Tausend Aktien von XETRA, NYSE, Nasdaq, Euronext, SIX und LSE durch feste Regeln zu Marktkapitalisierung, Handelsvolumen, Kurs und Auffälligkeiten im Kursverlauf. Je nach Ergebnis landen sie in einer Trichter-Stufe: Markt, Radar, Beobachtung oder Kern. Die Kern-Tabelle zeigt die Titel der engsten Stufe mit ihren Score-Spalten. Wichtig: Der Screener filtert nach Verhalten, nicht nach Kennzahlen. Eine Abfrage wie „KGV unter x“ bietet er nicht.

Trichter heute

StufeTitel
Markt733ansehen
Radar280ansehen
Beobachtung637ansehen
Kern268ansehen
Rückstufungen (7 Tage)215ansehen

Der Trichter, Stand heute: so viele Aktien stehen nach dem letzten Scan in jeder Stufe. Quelle: Screener („Letzter Scan“: 16.10.2026). Aktualisierung nächtlich. computed_at 2026-10-17T05:36:32.732Z

Der zweite Weg sind die Ranglisten. Jede sortiert nach genau einer Kennzahl, nicht nach einem Gesamturteil. Wer „Aktien mit Potenzial“ sucht, meint meist Wachstum; wer „beste Aktien“ sucht, meist Qualität. Beides ist eine Sortierung, kein Urteil. Wähle die Rangliste, die zum Stil aus Schritt 1 passt:

Stil aus Schritt 1Rangliste (sortiert nach)weiterlesen
ValueBewertungs-Rangliste (Bewertungs-Score)Value-Aktien
MomentumTrend-Rangliste (Trend-Score)Momentum-Aktien
DividendeDividenden-Rangliste (Dividenden-Score)Dividendenaktien
GrowthWachstums-Rangliste (Wachstums-Score)Wachstumsaktien
Qualität (für jeden Stil)Qualitäts-Rangliste (Qualitäts-Score)Qualitätsaktien
ContrarianSentiment-Rangliste (Sentiment-Score), Short-Druck-Rangliste (Short-Druck-Score)beide unter Ranglisten

Nach Themen statt nach Kennzahlen ordnen die Megatrends: Sie zeigen, welche Aktien an einem Trend hängen. Die Zuordnung ist keine Bewertung. Ideen liefert auch der Guru-Radar mit den Bewegungen großer Fonds. Diese Daten stammen aus 13F-Meldungen, und die kommen spät: Investmentmanager mit mindestens 100 Millionen US-Dollar in meldepflichtigen Wertpapieren reichen sie laut SEC bis zu 45 Tage nach Quartalsende ein (abgerufen am 01.10.2026). Wie du gute Aktien findest, entscheidet sich deshalb nicht in der Vorauswahl, sondern in der Prüfung danach.

Schritt 3: Die Aktie prüfen, woran du gute Aktien erkennst

Welche Aktien sind gut? Eine gute Aktie erkennst du nicht an einer einzelnen Kennzahl, sondern am Zusammenspiel von fünf Dingen. Erstens ein Geschäftsmodell mit Burggraben (englisch Moat), also einem Vorteil, den Wettbewerber schwer einholen. Zweitens solide Qualität in Bilanz und Cashflow. Drittens eine Bewertung, die zum Geschäft passt. Viertens belegtes Wachstum. Fünftens ein Kurstrend, der all dem nicht widerspricht. Bevor du entscheidest, welche Aktie du kaufen willst, prüfst du alle fünf. Dafür brauchst du Kennzahlen und Scores.

Kennzahlen, die du lesen können solltest: KGV, Dividendenrendite, Free Cash Flow

Drei Kennzahlen begegnen dir bei fast jeder Aktie. Das KGV, das Kurs-Gewinn-Verhältnis, zeigt, wie viel Anleger für einen Euro Gewinn bezahlen. KGV berechnen heißt: Kurs geteilt durch Gewinn je Aktie. Die Dividendenrendite setzt die Dividende je Aktie ins Verhältnis zum Kurs. Der Free Cash Flow ist das Geld, das nach den Investitionen aus dem laufenden Geschäft übrig bleibt. Er zeigt, ob Gewinne und Ausschüttungen durch tatsächliche Mittelzuflüsse gedeckt sind. Dazu kommen Eigenkapitalrendite und EV/EBITDA. Die Tabelle ordnet jede Kennzahl dem Score zu, der thematisch passt.

Kennzahlwas sie misstthematisch passender Scoreweiterlesen
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)Kurs im Verhältnis zum Gewinn je AktieBewertungs-ScoreKGV-Aktien
DividendenrenditeDividende je Aktie im Verhältnis zum KursDividenden-ScoreDividendenrendite
Free Cash FlowMittelzufluss aus dem Geschäft nach InvestitionenQualitäts-ScoreFree Cash Flow
EigenkapitalrenditeGewinn im Verhältnis zum EigenkapitalQualitäts-ScoreEigenkapitalrendite
EV/EBITDAUnternehmenswert inklusive Nettoschulden im Verhältnis zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und AbschreibungenBewertungs-Score–

Beispiel, keine Marktdaten: Zwei Unternehmen haben dasselbe KGV von 12. Beim ersten steigt der Free Cash Flow seit Jahren, die Verschuldung ist niedrig. Beim zweiten sinkt der Free Cash Flow, der Verschuldungsgrad ist hoch. Beim ersten ist das KGV von 12 der Preis für stabile Ertragskraft. Beim zweiten zeigt es einen Gewinn, dem der Markt nicht mehr traut. Dasselbe KGV, zwei verschiedene Befunde. Erst Cashflow und Bilanz machen die Zahl lesbar.

Feste Schwellen wie „ein KGV unter einem bestimmten Wert ist günstig“ findest du hier deshalb nicht. Kennzahlen sind nur im Vergleich lesbar: mit der eigenen Branche, weil eine Bank anders bewertet wird als ein Softwarehersteller, und mit der Historie des Unternehmens. Eine hohe Dividendenrendite kann aus einer hohen Ausschüttung kommen oder aus einem gefallenen Kurs. Deshalb liest du jede Kennzahl über mehrere Jahre und zusammen mit den anderen. Wie Kennzahlen zusammen eine Fundamentalanalyse ergeben, erklärt die eigene Seite dazu.

Aktien analysieren mit 11 Scores und fünf Einschätzungen

Aktien analysieren heißt bei Market Jury: Fundamental-, Chart- und Sentimentanalyse nebeneinanderlegen, statt sich für eine Schule zu entscheiden. Die Fundamentalanalyse steckt im Bewertungs- und im Qualitäts-Score, die Chartanalyse im Trend-Score, die Stimmung im Sentiment-Score. Der Revisions-Score zeigt, ob Analysten ihre Gewinnschätzungen anheben oder senken. Die 11 Scores erscheinen als Rating in fünf Stufen von Stark bis Schwach. Sie werden jede Nacht neu berechnet, nach festen Regeln und ohne Tagesform. Die Scores ersetzen keine Kennzahl, sie ordnen sie ein: Ein „Stark“ beim Bewertungs-Score heißt, dass die Aktie im Vergleich niedrig bewertet ist, nicht, dass sie gut ist. Im Analyse-Werkzeug kommen fünf Einschätzungen der Agenten hinzu, jede mit Begründung und Quellen, statt einer Skala von Kaufen bis Verkaufen. Die Tiefe wählst du selbst: Schnellcheck, Vollanalyse oder Deep Dive. Bevor du einer Einschätzung folgst, kommt der wichtigste Schritt: die Gegenprüfung.

Schritt 4: Gegenprüfen, wo die fünf Agenten sich widersprechen

Wer eine Aktie mag, sucht Bestätigung. Gegenprüfen heißt das Gegenteil: die Einschätzung suchen, die widerspricht, und ihre Begründung lesen. Stimmen abzuzählen hilft dabei nicht, denn eine Mehrheit wiegt eine belegte Gegenrede nicht auf. Die fünf Agenten von Market Jury bewerten dieselbe Aktie nach fünf Regelwerken, je eines für die Stile aus Schritt 1, und führen je ein virtuelles Musterdepot. Die Regeln wechseln nicht von Tag zu Tag. Dass die Agenten sich widersprechen, ist kein Fehler, sondern Information: Es zeigt dir, unter welcher Annahme deine Idee trägt und unter welcher nicht. Der Contrarian Agent ist dabei die eingebaute Gegenstimme. Jede Prüffrage leitet sich aus dem Motto eines Agenten ab:

AgentMottoPrüffragepassende Scores
Value Agent„Ich kaufe keine Geschichte. Ich kaufe Ertragskraft mit Preisschild.“Bezahlst du Ertragskraft oder eine Geschichte?Bewertungs-Score, Qualitäts-Score
Momentum Agent„Ich diskutiere nicht mit dem Markt. Ich folge ihm, bis die Marke bricht.“Kaufst du gegen den Trend?Trend-Score
Dividende Agent„Mich interessiert nicht, was eine Aktie verspricht. Mich interessiert, was sie auszahlt.“Wird die Dividende gezahlt oder nur angekündigt?Dividenden-Score, Qualitäts-Score
Growth Agent„Wachstum ist erst echt, wenn die Auftragsbücher es belegen.“Belegen Zahlen das Wachstum?Wachstums-Score, Revisions-Score
Contrarian Agent„Wenn alle in eine Richtung rennen, prüfe ich die andere. Aber nur mit Beleg.“Was spricht belegt dagegen?Sentiment-Score, Short-Druck-Score

Wie die Agenten zu konkreten Marktfragen öffentlich streiten, zeigt die Arena: kuratierte Debatten mit Position, geprüfter Gegenrede und Einordnung der Datenlage, ohne Gesamturteil.

Zur Gegenprüfung gehören Risiken, die eine Einzelanalyse leicht übersieht. Das wichtigste ist das Klumpenrisiko: Aktien aus derselben Branche, demselben Land oder derselben Währung fallen oft gemeinsam. Warnsignale liefern drei Scores. Der Short-Druck-Score zeigt, wie stark Marktteilnehmer auf fallende Kurse setzen. Der Insider-Score zeigt, ob das Management eigene Aktien kauft oder verkauft. Der Revisions-Score zeigt, ob Analysten ihre Erwartungen senken. Wo eine Aktie vor allem durch Aufmerksamkeit in sozialen Medien steigt, fehlt oft der Beleg. Mehr dazu unter Meme-Aktien.

Schritt 5: Positionsgröße und Ausstieg festlegen, bevor du kaufst

Auch eine gründlich geprüfte Aktie kann einem Depot schaden, wenn danach die Regeln fehlen: Die Position wächst zu groß, ein Verlust wird ausgesessen, eine widerlegte These bleibt liegen. Deshalb schreibst du drei Regeln auf, bevor du die Order aufgibst.

  1. Obergrenze je Position: Lege fest, welchen Anteil am Depot eine einzelne Aktie höchstens einnehmen darf. Die Grenze folgt aus deiner Verlusttragfähigkeit aus Schritt 1, nicht aus deiner Überzeugung.
  2. Ausstieg und Einstieg: Bestimme die Kursmarke, an der du verkaufst, etwa per Stop-Loss. Den Einstieg begrenzt eine Limit-Order mit Preisgrenze.
  3. Verfallsdatum der These: Notiere, was bis wann eintreten muss, damit deine Begründung gilt. Tritt es nicht ein, prüfst du neu.

Die Agenten arbeiten nach demselben Prinzip: Die Positionsgröße folgt festen Regeln, und jede Verkaufsregel prüft die These laufend neu, statt auf ein festes Verfallsdatum zu warten.

Value Agent: Die Positionsgröße richtet sich nach dem Überzeugungsgrad beider Scores und wird um die realisierte Volatilität des Titels gedämpft. Verkauft, wenn die ursprüngliche Kauf-These nach eigener Prüfung nicht mehr gilt, nicht an einer festen Kursmarke. · Momentum Agent: Die Positionsgröße richtet sich nach dem Überzeugungsgrad des Trend-Scores und wird um die realisierte Volatilität des Titels gedämpft. Hält einen Abstand zum Einstiegskurs bzw. zum höchsten erreichten Kurs; bricht der Kurs durch diese Marke, endet die Position. · Dividende Agent: Die Positionsgröße richtet sich nach dem Überzeugungsgrad des Dividenden-Scores und wird um die realisierte Volatilität des Titels gedämpft. Verkauft, wenn die ursprüngliche Kauf-These nach eigener Prüfung nicht mehr gilt, nicht an einer festen Kursmarke. · Growth Agent: Die Positionsgröße richtet sich nach dem Überzeugungsgrad beider Scores und wird um die realisierte Volatilität des Titels gedämpft. Verkauft aktuell regelbasiert über das Ende der These (ein nachziehender Abstand ist im Regelwerk vorgesehen, derzeit nicht aktiv). · Contrarian Agent: Die Positionsgröße richtet sich nach dem Überzeugungsgrad beider Scores und wird um die realisierte Volatilität des Titels gedämpft. Verzichtet bewusst auf eine enge Kursmarke; verkauft wird, sobald sich die Stimmung normalisiert hat (nach der Mindesthaltedauer, teils gestaffelt), oder vorzeitig bei einem harten Qualitätsbruch. Eine feste Verfallszeit je Kauf-These kennt keines der fünf Regelwerke — sie prüfen Kaufbedingung und Bestand stattdessen jede Nacht neu.

Ob deine Auswahl funktioniert, misst du nur mit Zeitraum und Vergleichsmaßstab (Benchmark): die Wertentwicklung in einem festgelegten Zeitraum gegenüber einem passenden Index wie DAX, MSCI World oder S&P 500.

Beispiel: So begründet ein Agent eine Kauf-These (Stand: 01.10.2026)

Wie eine dokumentierte Auswahl aussieht, zeigt dieser Abschnitt ab dem Depot-Launch an einer aktuellen Kauf-These aus einem der fünf virtuellen Musterdepots. Lies sie dann in dieser Reihenfolge: Was ist die These, und an welchem Datum fiel die Entscheidung? Welche prüfbare Erwartung steht dahinter? Wo liegt der Beleg? Und wie schätzen die anderen vier Agenten dieselbe Aktie ein? Virtuelles Depot. Das Beispiel zeigt, wie eine Entscheidung dokumentiert wird. Es ist keine Auswahl für dich. Fehltrades bleiben dokumentiert: Jede Depotänderung ist per Hash mit dem bisherigen Verlauf verkettet und per OpenTimestamps auf der Bitcoin-Blockchain verankert. Nachträglich ändern lässt sich keine Entscheidung. Für deine eigenen Ideen notierst du These, Datum und Verfallszeit genauso. Das ist Schritt 5 in der Praxis.

Was die Agenten kaufen und verkaufen, wird dokumentiert, mit Zeitstempel. Einsehbar wird es mit dem Depot-Launch; über die Warteliste bekommst du früher Zugang zu den Agenten-Depots, sobald wir sie öffnen.

So wendest du die 5 Schritte selbst an: Screener und Aktienanalyse

Die Schritte 2 bis 4 erledigst du in zwei Werkzeugen. So gehst du vor:

  1. Öffne den Aktien-Screener. Prüfe mit dem Titel-Check „Ist ein Titel bei uns im Scan?“, ob eine Aktie, die du ohnehin im Blick hast, erfasst ist, oder lies die Kern-Tabelle. Dafür brauchst du kein Konto.
  2. Lies die Score-Spalte, die zu deiner Strategie aus Schritt 1 passt, von Stark bis Schwach, und notiere zwei oder drei Kandidaten.
  3. Öffne die Aktienanalyse: Aktie eingeben, optional eine Frage stellen, etwa „Passt die Aktie zu einer Dividendenstrategie?“, alle fünf Agenten wählen, dann die Tiefe.
  4. Lies die fünf Einschätzungen: Wo stimmen sie überein, wo widersprechen sie sich, und welche Quelle trägt die Begründung?
  5. Notiere deine Regeln aus Schritt 5. Erst dann entscheidest du.

Das Konto ist kostenlos und braucht keine Kreditkarte; nach der Registrierung hast du 4 Gratis-Credits. Was ein Abo umfasst, steht unter Preise. Die Entscheidung bleibt bei dir: Das Werkzeug liefert Begründungen, keine Auswahl.

Aktie im Analyse-Werkzeug prüfen

Eingabemaske des Analyse-Werkzeugs von Market Jury mit Aktienfeld, optionaler Frage, Agentenauswahl und Tiefe

Häufige Fragen

Welche Aktien lohnen sich aktuell?

Die Namen ändern sich mit jedem nächtlichen Scan. Deshalb stehen sie nicht im Text, sondern in der Kern-Tabelle des Screeners, mit Datum und nach festen Regeln zu Kurs, Volumen und Marktkapitalisierung. Wie viele Aktien die Kern-Stufe aktuell erreichen, zeigt das Trichter-Modul oben mit dem Datum des letzten Scans. Ob eine davon zu dir passt, entscheidet die Prüfung in Schritt 3 und 4.

Welche Aktien steigen?

Welche Aktien steigen werden, weiß niemand im Voraus, auch Market Jury nicht. Messen lässt sich der bisherige Trend: Der Trend-Score zeigt, wie stark und stabil der Kursverlauf einer Aktie bisher war, nicht, wohin er geht. Er wird jede Nacht neu berechnet und sortiert die Trend-Rangliste. Ein starker Trend ist ein Befund über die Vergangenheit, kein Versprechen für die Zukunft.

Wann sollte man Aktien kaufen?

Wenn deine eigenen Regeln aus den Schritten 1 bis 5 erfüllt sind: Die Strategie passt, die Prüfung trägt, die Gegenrede ist gelesen, Positionsgröße und Ausstieg stehen fest. Den richtigen Zeitpunkt kennt niemand im Voraus. Steuern kannst du den Preis: Eine Limit-Order legt fest, zu welchem Kurs du höchstens kaufst, eine Stop-Loss-Order, ab welchem Kurs du verkaufst.

Wie viele Aktien sollte man im Depot haben?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist, wie breit du streust: Verteilst du dein Geld auf Aktien verschiedener Branchen und Länder, hängt das Depot weniger an einem einzelnen Unternehmen. Streuung senkt laut Investor.gov der SEC das Risiko. Dazu kommt eine Obergrenze je Position aus Schritt 5. Breite Streuung ohne Einzelprüfung bietet ein Index-ETF.

Welche Aktien sind gerade günstig?

Günstig ist relativ: Eine Aktie ist nur im Vergleich zur Branche und zur eigenen Historie niedrig bewertet. Die Bewertungs-Rangliste sortiert Aktien nach dem Bewertungs-Score, mit Datum und jede Nacht neu. Wie du niedrig bewertete Titel gegenprüfst, erklärt die Seite unterbewertete Aktien. Günstig heißt dabei nicht gut: Ein niedriger Preis kann der Preis für ein schwaches Geschäft sein.

Woran erkennt man gute Aktien?

Am Zusammenspiel aus Geschäftsmodell, Qualität, Bewertung, Wachstum und Trend, nicht an einer einzelnen Kennzahl. Ein Burggraben schützt das Geschäft, Qualitäts-Score und Free Cash Flow zeigen, ob es Geld verdient, der Bewertungs-Score, ob der Preis dazu passt. Ob das Bild hält, prüfst du mit den fünf Einschätzungen der Agenten: Wo eine widerspricht, liegt die Frage, die du noch klären musst.

Die Inhalte stellen keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Die Depots der Agenten sind virtuell. Vergangene Entscheidungen lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu.