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Marktkapitalisierung: Formel, Beispiel und was der Börsenwert aussagt

Die Marktkapitalisierung, englisch Market Cap, ist der Börsenwert eines Unternehmens: ausstehende Aktien mal aktueller Kurs. Sie zeigt, was der Markt an einem Tag für alle Anteile zahlt, nicht was das Unternehmen an sich wert ist. Dieser Beitrag aus dem Ratgeber liefert Formel, Rechenbeispiel mit SAP und Datum, Streubesitz, den Unterschied zum Enterprise Value und die Größenklassen von Large bis Small Cap. Am Ende prüfst du Börsenwert und Scores einer Aktie selbst.

Was bedeutet Marktkapitalisierung? Definition und Formel

Marktkapitalisierung bedeutet: der Gesamtwert aller ausstehenden Aktien eines börsennotierten Unternehmens zum aktuellen Kurs. Börsenwert ist ein Synonym für dieselbe Rechnung. Die Formel lautet:

Marktkapitalisierung = Anzahl ausstehender Aktien × Aktienkurs

Ausstehend sind die Aktien, die bei Anlegern liegen; eigene Aktien des Unternehmens zählen nicht mit. Gibt es mehrere Aktiengattungen, rechnest du jede mit ihrem eigenen Kurs und addierst die Ergebnisse.

Der Börsenwert ist eine Momentaufnahme. Er ändert sich mit jedem Kurs, während des Handels also laufend. Veröffentlichte Werte beziehen sich deshalb auf einen Zeitpunkt, meist auf den Schlusskurs eines Handelstags. Die Zahl der Aktien ändert sich seltener, etwa durch eine Kapitalerhöhung oder einen Aktienrückkauf.

Vor dem ersten Handelstag gibt es keinen Börsenkurs. Beim Börsengang ergibt sich der Wert deshalb aus dem Emissionspreis mal der Zahl der Aktien nach der Platzierung. Ab der Erstnotiz gilt der Kurs.

Dieselbe Rechnung gibt es außerhalb der Aktienwelt. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin ist die Zahl der umlaufenden Coins mal Preis, die Marktkapitalisierung von Gold die geschätzte verfügbare Menge mal Unzenpreis. Dahinter steht aber kein Unternehmen mit Gewinn und Bilanz; KGV oder Enterprise Value gibt es dort nicht.

Grafik zur Marktkapitalisierung: Aktienanzahl mal Kurs ergibt den Börsenwert, plus Nettoschulden den Enterprise Value
Market Cap = ausstehende Aktien × Kurs; plus Nettoverschuldung ergibt den Enterprise Value. Die Formel steht zusätzlich als Text oben.

Marktkapitalisierung berechnen: das Beispiel SAP (Stand: 01.10.2026)

Das Beispiel rechnet den Börsenwert von SAP Zeile für Zeile durch, jede Zahl mit Stichtag und Quelle. Dieselbe Tabelle führt weiter zum Free Float und zum Enterprise Value.

Marktkapitalisierung SAP

ZeileWert
4. XETRA-Schlusskurs191,46 EUR
5. Marktkapitalisierung (3 × 4)221 Mrd. €
6. Free-Float-Faktor89,2 %

Zeilen 1, 2, 8 und 9 (ausgegebene/eigene Aktien, Nettoverschuldung, Enterprise Value) fehlen: die dafür nötigen Daten liegen für SAP aktuell nicht vor. Quelle: Datenanbieter von Market Jury. computed_at 2026-10-17T05:35:45.943Z

So rechnest du die Tabelle von oben nach unten durch:

  1. Ausgegebene Aktien ablesen: Die Zahl steht im Geschäftsbericht oder in der Quartalsmitteilung von SAP, jeweils zu einem Stichtag.
  2. Eigene Aktien abziehen: Was SAP selbst hält, gehört nicht in die Rechnung. Übrig bleiben die ausstehenden Aktien.
  3. Mit dem Kurs multiplizieren: Ausstehende Aktien mal XETRA-Schlusskurs eines Handelstags ergeben den Börsenwert in Euro, gültig für genau diesen Tag.
  4. Streubesitz herausrechnen: Mit dem Free-Float-Faktor des Indexanbieters entsteht die Free-Float-Marktkapitalisierung.
  5. Schulden und Kasse einrechnen: Plus Nettoverschuldung aus der Konzernbilanz ergibt den Enterprise Value. Hält ein Unternehmen mehr liquide Mittel als Finanzschulden, wird die Differenz abgezogen.

Aktienzahl, Kurs und Bilanz haben unterschiedliche Stichtage. Deshalb trägt jede Zeile ihr eigenes Datum, und du kombinierst nur Werte, deren Stand du kennst.

Ausgegebene oder ausstehende Aktien: was in die Rechnung gehört

Ausgegebene Aktien sind alle Aktien, die ein Unternehmen geschaffen hat; ausstehend ist davon der Teil bei Aktionären. Die Differenz sind eigene Aktien: Papiere, die das Unternehmen zurückgekauft hat und selbst hält. Sie gehören nicht in den Börsenwert, sonst würde das Unternehmen einen Teil seines eigenen Werts mitzählen. Voraussetzungen und Umfang des Erwerbs eigener Aktien regelt das Aktiengesetz; wie Rückkaufprogramme ablaufen, erklärt der Ratgeber Aktienrückkauf. Ein Aktiensplit dagegen ändert den Börsenwert nicht: Die Zahl der Aktien steigt, der Kurs sinkt rechnerisch im selben Verhältnis, das Produkt bleibt gleich.

Mehrere Aktiengattungen: Stamm-, Vorzugs- und Klassenaktien

Hat ein Unternehmen mehrere Aktiengattungen, zählt nach gängiger Konvention jede mit ihrer Anzahl und ihrem eigenen Kurs zur Marktkapitalisierung des Unternehmens. In Deutschland ist das die Kombination aus Stammaktien mit Stimmrecht und Vorzugsaktien. Diese haben meist kein Stimmrecht, dafür einen Vorzug bei der Dividende. In den USA heißen die Gattungen Klassen. Alphabet hat börsennotierte Class-A-Aktien mit Stimmrecht (Ticker GOOGL), börsennotierte Class-C-Aktien ohne Stimmrecht (GOOG) und nicht notierte Class-B-Aktien mit Mehrfachstimmrecht. Berkshire Hathaway führt A- und B-Aktien, die zu sehr unterschiedlichen Kursen notieren. Die Zahl der Aktien je Klasse steht auf dem Deckblatt des Jahresberichts Form 10-K, den US-Unternehmen bei der SEC einreichen. Für eine nicht notierte Klasse gibt es keinen Börsenkurs. Wie sie eingerechnet wird, legt jeder Datenanbieter selbst fest. Deshalb weichen veröffentlichte Werte für dasselbe Unternehmen voneinander ab. Market Jury selbst summiert nicht: Wie die Seite bei mehreren Gattungen die jeweils maßgebliche auswählt, steht im Textmodul unten.

Hat ein Unternehmen mehrere notierte Aktiengattungen, verwendet Market Jury für Universum, Aktienseite und die hier gezeigte Marktkapitalisierung ausschließlich die Gattung mit der höchsten Marktkapitalisierung; lässt sich diese nicht eindeutig ermitteln, zählt ersatzweise das höchste Handelsvolumen. Die zweite Gattung zählt nicht zusätzlich mit, die Marktkapitalisierung wird also nicht über beide Gattungen summiert. Ein Unternehmen mit Notierung an mehreren Börsen zählt im Universum ebenfalls nur einmal.

Streubesitz und Free Float: der frei handelbare Teil

Streubesitz, englisch Free Float, ist der Teil der Aktien, der frei an der Börse gehandelt wird. Nicht dazu zählen Aktien in festen Händen, etwa Pakete von Gründerfamilien, Staaten oder strategischen Investoren, und die eigenen Aktien des Unternehmens. Wo genau die Grenze verläuft, legt jeder Indexanbieter in seiner Methodik fest: für die DAX-Familie STOXX, für den MSCI World der Anbieter MSCI.

Die Free-Float-Marktkapitalisierung ist der Börsenwert mal dem Free-Float-Faktor, also dem Anteil der Aktien im Streubesitz. Illustratives Beispiel, keine reale Aktie: Bei 10 Mrd. € Börsenwert und 70 Prozent Streubesitz beträgt sie 7 Mrd. €. Für SAP steht der Faktor mit Quelle im Rechenbeispiel.

Wer große Pakete hält, wird über Stimmrechtsmitteilungen sichtbar. Überschreitet oder unterschreitet ein Großaktionär bestimmte Schwellen bei den Stimmrechten, muss er das nach dem Wertpapierhandelsgesetz dem Emittenten und der BaFin melden. Der Emittent veröffentlicht die Mitteilung, die BaFin führt eine Datenbank bedeutender Stimmrechtsanteile.

Marktkapitalisierung im DAX: wie Indizes nach Free Float gewichten

Für die Marktkapitalisierung im DAX zählt nicht der gesamte Börsenwert, sondern der Streubesitz. Laut Börse Frankfurt hängt seit September 2021 allein vom Börsenwert der Aktien im Streubesitz ab, wer in DAX, MDAX und SDAX kommt. Der DAX umfasst 40 Werte. Voraussetzungen sind unter anderem mindestens 10 Prozent Streubesitz, fortlaufender Handel auf XETRA und ein Sitz in Deutschland (Erläuterung der Deutschen Börse, Stand September 2021). Auch das Gewicht im Index folgt dem Streubesitz. Die Einzelheiten regelt STOXX, der Indexanbieter der DAX-Familie, im Leitfaden zu den DAX-Indizes. Ein Unternehmen mit großem Ankeraktionär wiegt deshalb weniger, als sein Gesamtwert vermuten lässt.

International gilt dasselbe Prinzip. Der MSCI World deckt laut MSCI mit 1.280 Werten aus 23 Industrieländern rund 85 Prozent der streubesitzbereinigten Marktkapitalisierung je Land ab (Stand 31.08.2026). Den S&P 500 gewichtet S&P Dow Jones Indices ebenfalls nach streubesitzbereinigtem Börsenwert (Methodik Juli 2026). Die DAX-Unternehmen nach Marktkapitalisierung zeigt das Modul; weitere Titel nach Größe listen die Seiten größte deutsche Aktien und größte US-Aktien.

Marktkapitalisierung vs. Unternehmenswert (Enterprise Value)

Der Enterprise Value, deutsch Unternehmenswert, ist die Marktkapitalisierung plus Nettoverschuldung, also plus Finanzschulden und minus liquide Mittel. Dahinter steht die Sicht eines Käufers: Wer ein ganzes Unternehmen übernimmt, zahlt nicht nur für die Aktien. Er übernimmt auch die Schulden und bekommt die Kasse dazu. Zwei Unternehmen mit gleichem Börsenwert können für einen Käufer deshalb unterschiedlich teuer sein: eines hoch verschuldet, das andere mit voller Kasse.

Der Unterschied in einem Satz: Die Marktkapitalisierung ist der Preis des Eigenkapitals, der Enterprise Value der Preis des operativen Geschäfts, unabhängig von der Finanzierung. Welche Posten zusätzlich eingehen, unterscheidet sich je Datenanbieter: Manche addieren Minderheitsanteile, Pensionsrückstellungen oder Leasingverbindlichkeiten, andere nicht. Vergleiche deshalb nur Werte aus derselben Quelle.

MarktkapitalisierungEnterprise Value
Was es misstMarktpreis des EigenkapitalsPreis des operativen Geschäfts samt Finanzierung
Schuldennicht enthaltenaddiert (Finanzschulden)
Kassenicht abgezogenabgezogen (liquide Mittel)
Typische KennzahlKGV, Kurs-Buchwert-VerhältnisEV/EBITDA, EV/Umsatz

Die typische Kennzahl zum Enterprise Value ist EV/EBITDA: Unternehmenswert geteilt durch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Weil beide Größen vor der Finanzierung ansetzen, lassen sich damit Unternehmen mit unterschiedlicher Verschuldung vergleichen. Das KGV dagegen betrachtet nur den Gewinn, der den Aktionären bleibt. Für sich allein sagt die Höhe des Enterprise Value nichts über die Bewertung. Wie solche Kennzahlen in eine Unternehmensanalyse passen, erklärt die Fundamentalanalyse.

Large Cap, Mid Cap, Small Cap: Größenklassen nach Börsenwert

Large Cap, Mid Cap und Small Cap sind die gängigen Größenklassen nach Börsenwert. Für die allergrößten Werte ist der Begriff Mega Cap im Umlauf, für sehr kleine Micro Cap. Im Deutschen heißen große Werte auch Standardwerte, kleinere Nebenwerte. Eine gesetzliche Schwelle gibt es nicht. Indexanbieter definieren die Segmente nach eigener Methodik: mit Dollar-Spannen, mit Anteilen an der Marktkapitalisierung eines Landes oder mit einer Rangfolge.

SegmentSchwelleBezugQuelle · Stand
S&P 500 (Large Cap, USA)mindestens 22,7 Mrd.US-Dollar, AufnahmekriteriumS&P Dow Jones Indices, Methodik Juli 2026, Spannen seit 01.07.2025
S&P MidCap 400 (Mid Cap, USA)8,0 bis 22,7 Mrd.US-Dollar, Aufnahmekriteriumwie oben
S&P SmallCap 600 (Small Cap, USA)1,2 bis 8,0 Mrd.US-Dollar, Aufnahmekriteriumwie oben
MSCI World (Large und Mid Cap)rund 85 %streubesitzbereinigte Marktkapitalisierung je LandMSCI, Stand 31.08.2026
MSCI World Small Caprund 14 %streubesitzbereinigte Marktkapitalisierung je LandMSCI, Stand 31.08.2026
DAX, MDAX, SDAXRangfolgeStreubesitz-MarktkapitalisierungBörse Frankfurt, Stand der Erläuterung September 2021

Mega Cap und Micro Cap haben in diesen Quellen keine eigene Schwelle. Was als Small Cap gilt und wie du solche Werte prüfst, vertieft die Seite Small Caps. Aktien mit sehr niedrigem Kurs und oft kleinem Börsenwert heißen Penny Stocks; sie fallen bei Market Jury meist schon an der Untergrenze heraus.

Wo Market Jury die Untergrenze zieht: Mindest-Marktkapitalisierung im Screener

Der Aktien-Screener nutzt den Börsenwert als feste Regel. Jede Nacht laufen mehrere Tausend Aktien von XETRA, NYSE, NASDAQ, Euronext, SIX und LSE durch dieselben Mindestwerte für Marktkapitalisierung, Handelsvolumen und Kurs, dazu Regeln für Auffälligkeiten in Kurs und Volumen. Danach steht jeder Titel in einer Stufe des Trichters: Markt, Radar, Beobachtung oder Kern. Beschrieben ist die Regel in der Methodik.

Mindest-Marktkapitalisierung im Trichter

250 Mio. €: Hygiene-Gate für den Aufstieg von Stufe „Markt“ nach „Radar“ im nächtlichen Scan (zusammen mit Mindest-Handelsvolumen, Mindestkurs und Börsen-Zulassung; dazu mindestens ein Auffälligkeits-Kriterium). Gültig seit Parameter-Version funnel-params-v1.0.

Verteilung nach Größenklasse im Trichter

Größenklassen-Schwellen nach der im Quelldokument genannten Alternative: S&P-Dollar-Spannen, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs (1,1239 USD je EUR, 17.10.2026).

GrößenklasseTitel in Stufe MarktTitel im Kern
Large Cap7192
Mid Cap9673
Small Cap27584
Micro Cap (ohne eigene Schwelle, hier Rest unter 1,2 Mrd. $)23619

Quelle: nächtlicher Scan, Marktkapitalisierung aus dem Datenanbieter von Market Jury. 151 Titel mit einer anderen Notierungswährung als EUR/USD sind nicht klassifiziert (kein Referenzkurs in dieser Datenschicht verfügbar). computed_at 2026-10-17T05:35:45.943Z

Ranking nach Marktkapitalisierung: Top 10 im Universum (Stand: 01.10.2026)

Die Tabelle zeigt die zehn Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert im Universum von Market Jury, umgerechnet in Euro und mit Datum.

Top 10 nach Marktkapitalisierung im Universum

Ranking nach Börsenwert, keine Kaufliste.

RangUnternehmenMarktkapitalisierungBewertungs-ScoreQualitäts-ScoreTrichter-Stufe
1NVIDIA Corporation (NVDA)4,94 Bio. €NeutralNeutralradar
2Apple Inc. (AAPL)4,4 Bio. €Eher schwachEher starkradar
3Alphabet Inc. (GOOGL)3,64 Bio. €StarkStarkcore
4Microsoft Corporation (MSFT)3,54 Bio. €StarkEher starkwatch
5Amazon.com, Inc. (AMZN)2,51 Bio. €StarkEher starkradar
6Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Limited (TSM)2,09 Bio. €Eher schwachStarkmarket
7Space Exploration Technologies Corp. (SPCX)1,91 Bio. €NeutralEher starkmarket
8Meta Platforms, Inc. (META)1,63 Bio. €NeutralEher starkradar
9Broadcom Inc. (AVGO)1,53 Bio. €StarkEher starkcore
10Tesla, Inc. (TSLA)1,34 Bio. €Eher schwachEher starkradar

Marktkapitalisierung in Euro, USD-Werte zum EZB-Referenzkurs umgerechnet (Stand 17.10.2026). Mehrere Aktiengattungen (Alphabet, Berkshire Hathaway) als ein Unternehmen gezählt, mit der Marktkapitalisierung der nach Marktkapitalisierung (ersatzweise Handelsvolumen) maßgeblichen Gattung — nicht summiert (MJ-197). computed_at 2026-10-17T05:35:45.943Z

Das Ranking ist ein Ranking nach Börsenwert, keine Kaufliste und keine Auswahl. Es umfasst nur Titel, die an XETRA, NYSE, NASDAQ, Euronext, SIX oder LSE notieren. Deshalb fehlt etwa Saudi Aramco (Börse Tadawul). Welcher Konzern über alle Börsen hinweg das wertvollste Unternehmen der Welt ist, zeigt mit Datum der Hub wertvollste Unternehmen der Welt. Neben jedem Börsenwert stehen Bewertungs-Score und Qualitäts-Score als Rating von „Stark“ bis „Schwach“, zwei der 11 Scores aus der Methodik. Wie viele der als Magnificent 7 bezeichneten US-Technologiewerte unter den zehn sind, nennt der Absatz unter der Tabelle.

Von den zehn Unternehmen im Ranking haben 9 ihren Sitz in den USA und 0 in Europa. 7 der sieben als Magnificent 7 bezeichneten US-Technologiewerte stehen in der Liste: Nvidia, Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon, Meta, Tesla. Beim Bewertungs-Score zeigen 4 Titel „Stark“ oder „Eher stark“ und 3 Titel „Eher schwach“ oder „Schwach“. computed_at 2026-10-17T05:35:45.943Z

Was der Börsenwert aussagt und was nicht

Was sagt die Marktkapitalisierung aus? Sie misst, was der Markt an einem Tag für das gesamte Eigenkapital eines Unternehmens zahlt. Ob dieser Preis hoch oder niedrig ist, sagt sie nicht. Dafür braucht es das Verhältnis zu Gewinn, Buchwert oder Umsatz.

Größe ist keine Bewertung: KGV, KBV und Kurs-Umsatz-Verhältnis

Erst das Verhältnis zu einer Ertrags- oder Substanzgröße macht aus dem Börsenwert eine Bewertung. Das KGV teilt die Marktkapitalisierung durch den Jahresüberschuss, das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) durch das bilanzielle Eigenkapital, das Kurs-Umsatz-Verhältnis durch den Umsatz. Für ganze Indizes gibt es das geglättete Shiller-KGV (CAPE). Zwei Unternehmen mit gleichem Börsenwert können so völlig unterschiedlich bewertet sein. Bei Market Jury steht dafür der Bewertungs-Score, einer der 11 Scores; welche Kennzahlen eingehen, beschreibt die Methodik.

Wofür der Börsenwert trotzdem taugt

Als Maß für Größe ist er nützlich, vor allem in vier Fällen:

  • Indexgewichtung: Der Börsenwert des Streubesitzes bestimmt, wie schwer ein Titel in DAX, MSCI World oder S&P 500 wiegt.
  • Größenklasse: Er ordnet eine Aktie als Large, Mid oder Small Cap ein.
  • Vergleich innerhalb einer Branche: Der Börsenwert zeigt, ob ein Unternehmen in seinem Markt groß oder klein ist, etwa Rheinmetall neben anderen Rüstungskonzernen oder Siemens Energy neben anderen Energietechnik-Herstellern.
  • Untergrenze eines Übernahmepreises: Wer ein börsennotiertes Unternehmen ganz kaufen will, bietet in der Regel mehr als den Börsenwert. Den Aufschlag für die Kontrolle nennt man Kontrollprämie.

Wie du von der Größe zu einer begründeten Auswahl kommst, beschreibt der Auswahlprozess in 5 Schritten.

Wie die fünf Agenten den Börsenwert lesen

Die fünf Strategie-Agenten von Market Jury sehen denselben Börsenwert, lesen ihn aber aus verschiedenen Blickwinkeln. Der Value Agent bringt es auf den Punkt: „Ich kaufe keine Geschichte. Ich kaufe Ertragskraft mit Preisschild.“ Die Marktkapitalisierung ist das Preisschild, die Ertragskraft zeigt erst das Verhältnis. Der Momentum Agent diskutiert nach eigenem Motto nicht mit dem Markt, sondern folgt ihm, bis die Marke bricht; ihn interessiert der Kursverlauf hinter dem Börsenwert. Den Dividende Agent interessiert, was eine Aktie auszahlt, nicht was sie verspricht. Der Growth Agent nennt Wachstum erst echt, wenn die Auftragsbücher es belegen. Der Contrarian Agent prüft die andere Richtung, wenn alle in eine laufen, aber nur mit Beleg. Welche Rolle Börsenwert oder Enterprise Value in den Regelwerken spielen, steht im Textmodul darunter.

So wendest du das selbst an: Börsenwert und Scores einer Aktie prüfen

In vier Schritten prüfst du Börsenwert und Scores einer Aktie, die ersten drei ohne Konto:

  1. Titel-Check im Aktien-Screener: Er zeigt, ob eine Aktie im nächtlichen Scan von Market Jury ist und damit die festen Regeln des Trichters durchläuft.
  2. Größe und Bewertung nebeneinander lesen: In der Kern-Tabelle stehen die Spalte Market Cap und die Score-Spalten Bewertung und Qualität in einer Zeile.
  3. Selbst nachrechnen: ausgegebene Aktien laut Investor-Relations-Seite des Unternehmens, minus eigene Aktien, mal Schlusskurs, immer mit Datum.
  4. Im Analyse-Werkzeug prüfen: Aktie eingeben, optional eine Frage stellen, alle fünf oder einzelne Agenten wählen, Tiefe wählen (Schnellcheck, Vollanalyse oder Deep Dive). Du bekommst fünf Einschätzungen mit Begründung und Quellen. Nach kostenloser Registrierung ohne Kreditkarte hast du 4 Gratis-Credits.

Die Entscheidung über einen Titel nimmt dir keines dieser Werkzeuge ab.

Häufige Fragen

Ist eine hohe Marktkapitalisierung gut?

Eine hohe Marktkapitalisierung ist weder gut noch schlecht: Sie zeigt Größe, nicht Qualität oder Bewertung. Ein großes Unternehmen kann hoch oder niedrig bewertet sein und solide oder schwach wirtschaften. Ob der Preis zum Gewinn passt, zeigen Kennzahlen wie KGV oder EV/EBITDA. Bei Market Jury liest du dazu Bewertungs-Score und Qualitäts-Score, zwei der 11 Scores aus der Methodik.

Was ist der Unterschied zwischen Marktkapitalisierung und Börsenwert?

Es gibt keinen: Marktkapitalisierung und Börsenwert sind zwei Wörter für dieselbe Rechnung, ausstehende Aktien mal Kurs. Englisch heißt sie Market Cap. Abzugrenzen ist der Enterprise Value, deutsch Unternehmenswert. Er addiert zum Börsenwert die Nettoverschuldung und zeigt, was ein Käufer für das ganze Unternehmen samt Schulden aufbringen müsste.

Ab wann ist ein Unternehmen ein Large Cap?

Eine gesetzliche Grenze gibt es nicht, die Schwelle hängt vom Indexanbieter ab. Für die Aufnahme in den S&P 500, den US-Index der großen Werte, verlangt S&P Dow Jones Indices mindestens 22,7 Mrd. US-Dollar Börsenwert (Spanne seit 01.07.2025, Methodik Juli 2026). MSCI arbeitet mit Anteilen: Large und Mid Caps des MSCI World decken rund 85 Prozent der streubesitzbereinigten Marktkapitalisierung je Land ab (Stand 31.08.2026).

Was ist ein Small Cap?

Ein Small Cap ist eine Aktie mit kleinem Börsenwert nach der Definition eines Indexanbieters. Beim S&P SmallCap 600 sind das 1,2 bis 8,0 Mrd. US-Dollar (S&P Dow Jones Indices, Spanne seit 01.07.2025), beim MSCI World Small Cap rund 14 Prozent der streubesitzbereinigten Marktkapitalisierung je Land (Stand 31.08.2026). In Deutschland steht der SDAX für die Nebenwerte. Mehr dazu auf der Seite Small Caps.

Die Inhalte stellen keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Die Depots der Agenten sind virtuell. Vergangene Entscheidungen lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu.