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Charlie Munger: Prinzipien, mentale Modelle und das Daily-Journal-Depot

Charlie Munger war Investor, Vice Chairman von Berkshire Hathaway und über Jahrzehnte Warren Buffetts engster Partner. Er starb am 28.11.2023 im Alter von 99 Jahren, 33 Tage vor seinem 100. Geburtstag (Berkshire Hathaway, Aktionärsbrief 2023). Diese Seite zeigt seine Stationen mit Quelle, seine Prinzipien (mentale Modelle, Inversion, Kompetenzkreis) und Zitate, die sich wörtlich belegen lassen. Dazu kommt das letzte 13F der Daily Journal Corporation zu seinen Lebzeiten, mit Stichtag und Filing-Datum, und wie die fünf Agenten von Market Jury dieselben Titel heute einordnen. Ein aktuelles Depot Mungers gibt es nicht. Die Seite gehört zum Guru-Radar, der die 13F-Meldungen der kuratierten Fonds zeigt.

Stand: 05.10.2026 · Daily-Journal-13F für das dritte Quartal 2023, Stichtag 30.09.2023, eingereicht am 11.10.2023

Wer war Charlie Munger? Herkunft, Beruf und Rollen

Charlie Munger stammte wie Buffett aus Omaha. Beide wurden laut Buffett etwa zwei Meilen von der Halle entfernt geboren, in der Berkshire im Mai seine Hauptversammlung abhält. In seinen ersten zehn Lebensjahren wohnte Munger rund eine halbe Meile vom langjährigen Berkshire-Büro entfernt. Kennengelernt haben sich die beiden erst 1959, als Munger 35 Jahre alt war (Aktionärsbrief 2023, datiert 24.02.2024). In Unternehmensunterlagen heißt er Charles T. Munger; in Suchanfragen taucht der Name auch als Charles Munger oder Charly Munger auf.

Seine Mandate stehen in den Proxy Statements, den Unterlagen zur Hauptversammlung. Bei Berkshire Hathaway war Munger seit 1978 Director und Vice Chairman. Von 1984 bis 2011 führte er als Chairman und CEO die Wesco Financial Corporation, an der Berkshire damals rund 80 Prozent hielt. Von 2005 bis 2011 war er dort zugleich President (Berkshire Hathaway, Proxy Statement vom 17.03.2023). Bei der Daily Journal Corporation, einem Unternehmen mit Sitz in Los Angeles, dessen Aktie an der Nasdaq notiert (SEC EDGAR), war er über viele Jahrzehnte Chairman. Bis zu seinem Tod blieb er dort Director und Mitglied des Audit Committee, also des Prüfungsausschusses im Board (Daily Journal, Proxy Statement vom 30.12.2022; Form 8-K vom 01.12.2023). Bei Costco saß er seit Januar 1997 im Board und leitete das Audit Committee (Costco, Proxy Statement vom 06.12.2022).

Mit Buffett war Munger zudem an Blue Chip Stamps beteiligt. Buffett nennt sie für das Jahr 1972 eine Gesellschaft, an der „Charlie, ich und Berkshire“ größere Anteile hielten (Aktionärsbrief 2014). Seine juristische Laufbahn vor der Investorenzeit belegt keine der hier ausgewerteten SEC-Unterlagen; die Seite nennt dafür weder Jahr noch Kanzlei. Munger starb am 28.11.2023 in einem Krankenhaus in Kalifornien. Buffett schrieb am selben Tag, Berkshire hätte ohne Mungers Inspiration, Weisheit und Mitwirkung nicht seinen heutigen Stand erreicht (Berkshire Hathaway, Mitteilung vom 28.11.2023). Die Faktenbox fasst die belegten Stationen mit Jahr und Quelle zusammen.

Faktenbox Person

NameCharlie Munger (vollständig: Charles T. Munger)
GeborenOmaha, Nebraska (Geburtsdatum nicht mit Tier-1-Quelle belegt)
Erstes Treffen mit Warren Buffett1959
Berkshire HathawayDirector und Vice Chairman seit 1978 (Berkshire-Proxy vom 17.03.2023)
Wesco Financial CorporationChairman und CEO 1984–2011, President 2005–2011 (Berkshire-Proxy vom 17.03.2023)
Blue Chip Stamps / See's Candiesgrößere Beteiligung, Kauf von See's Candies 1972 (Aktionärsbrief 2014)
Daily Journal CorporationChairman „for many decades“ (Proxy vom 30.12.2022); Director und Mitglied des Audit Committee bis 28.11.2023 (Form 8-K vom 01.12.2023)
Costco Wholesale CorporationDirector seit Januar 1997, Chair des Audit Committee (Costco-Proxy vom 06.12.2022)
Gestorben28.11.2023, in einem Krankenhaus in Kalifornien (Berkshire-Mitteilung vom 28.11.2023), im Alter von 99 Jahren

Quellen: Berkshire Hathaway Proxy Statement vom 17.03.2023, Daily Journal Proxy Statement vom 30.12.2022, Costco Proxy Statement vom 06.12.2022, Daily Journal Form 8-K vom 01.12.2023, Berkshire Hathaway Mitteilung vom 28.11.2023, Aktionärsbrief 2014. Keine Vermögensangabe, keine Todesursache (keine Primärquelle).

Charlie Munger und Warren Buffett: der „Architekt“ von Berkshire

Buffett schreibt im Aktionärsbrief 2023: „Charlie was the 'architect' of the present Berkshire, and I acted as the 'general contractor' to carry out the day-by-day construction of his vision.“ Auf Deutsch (Übersetzung: Market Jury): Charlie war der „Architekt“ des heutigen Berkshire, Buffett der „Generalunternehmer“, der seine Vision Tag für Tag umsetzte (Aktionärsbrief 2023). Gemeint ist eine Richtungsänderung. Buffetts Vorbild Benjamin Graham kaufte Aktien weit unter ihrem Wert, auch von mittelmäßigen Unternehmen. Munger riet Buffett laut demselben Brief 1965, das aufzugeben: Grahams Methode funktioniere nur in kleinem Maßstab. Berkshire sollte stattdessen hervorragende Unternehmen zu fairen Preisen erwerben; der Rat steht unten im Wortlaut. Was daraus wurde, zeigen das Warren Buffett Portfolio mit den 13F-Positionen und das Berkshire Hathaway Portfolio mit den Tochterfirmen.

Charlie Mungers Prinzipien: wie er Entscheidungen prüfte

Mungers Strategie war weniger eine Formel als eine Art zu denken. Er hat sie in Reden und in eigenen Beiträgen für Berkshire erklärt; im Geschäftsbericht 2014 stehen seine Gedanken neben denen Buffetts (Aktionärsbrief 2014). Vier Prinzipien kehren immer wieder. Einen weiteren Value-Investor mit eigenen Schriften stellt die Seite Howard Marks vor.

Mentale Modelle: Mungers Gitterwerk aus vielen Disziplinen

Mentale Modelle sind Denkwerkzeuge: vereinfachte Bilder davon, wie etwas funktioniert, entlehnt aus Fächern wie Mathematik, Physik, Biologie, Psychologie oder Betriebswirtschaft. Munger hielt es für einen Fehler, ein Problem nur mit dem Werkzeug des eigenen Fachs anzugehen. Wer nur einen Hammer hat, für den sieht jedes Problem wie ein Nagel aus. Mit diesem Bild beschrieb er die Gefahr. Seine Antwort war ein Gitterwerk (englisch: latticework) aus vielen Modellen, an dem man eigene und fremde Erfahrungen ordnet. Am ausführlichsten erklärt er das in der Rede „A Lesson on Elementary, Worldly Wisdom as It Relates to Investment Management and Business“, die in Poor Charlie's Almanack abgedruckt ist. Als eines der ersten Modelle nennt er dort die Mathematik: den Zinseszins und die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Wer versteht, wie Erträge auf Erträge wachsen und wie Wahrscheinlichkeiten sich kombinieren, beurteilt eine Investition über Jahre anders als jemand, der nur den nächsten Kurs sieht. Ein Modell allein reicht nicht; erst mehrere zusammen zeigen, wo eine Annahme bricht.

„Invert, always invert“: Probleme von hinten lösen

Inversion heißt, ein Problem umzudrehen. Statt zu fragen, wie ein Vorhaben gelingt, fragst du zuerst, was zum Scheitern führt, und vermeidest genau das. Die Formel „Invert, always invert“ (umkehren, immer umkehren; Übersetzung: Market Jury) wird dem Mathematiker Carl Gustav Jacobi zugeschrieben; Munger griff sie in seinen Reden auf. Viele schwierige Probleme, so sein Argument, lassen sich nur rückwärts lösen. Auf eine Anlageentscheidung übertragen: Bevor du begründest, warum ein Unternehmen wertvoll ist, listest du die Gründe, aus denen das Geschäft scheitern könnte. Hohe Verschuldung, ein Kunde, von dem alles abhängt, ein Management, das Fehler nicht zugibt. Hält die Begründung dieser Liste stand, bleibt sie stehen. Bei Market Jury arbeitet ein Regelwerk nach diesem Prinzip: Der Contrarian Agent sucht zu jeder Mehrheitsmeinung das belegte Gegenargument.

Wunderbare Unternehmen zu fairen Preisen und der Kompetenzkreis

Den Rat, den Munger Buffett 1965 gab, gibt der Aktionärsbrief 2023 wörtlich wieder: „Warren, forget about ever buying another company like Berkshire. But now that you control Berkshire, add to it wonderful businesses purchased at fair prices and give up buying fair businesses at wonderful prices.“ Übersetzung (Market Jury): Vergiss, je wieder ein Unternehmen wie Berkshire zu kaufen. Aber jetzt, da du Berkshire kontrollierst, füge wunderbare Unternehmen zu fairen Preisen hinzu und hör auf, ordentliche Unternehmen zu wunderbaren Preisen zu kaufen. Ein frühes Beispiel: 1972 kaufte Blue Chip Stamps den Süßwarenhersteller See's Candies; die Familie verlangte 30 Mio. US-Dollar und nahm das Gebot über 25 Mio. US-Dollar an (Aktionärsbrief 2014). Der zweite Baustein ist der Kompetenzkreis (englisch: circle of competence): Investiert wird nur in Geschäfte, deren Wirtschaftlichkeit man versteht. Entscheidend ist, die Grenzen des eigenen Kreises zu kennen. Qualität messen die Rangliste Qualitätsaktien und die Eigenkapitalrendite.

Psychologie der Fehlurteile und der Lollapalooza-Effekt

In der Rede „The Psychology of Human Misjudgment“, die Poor Charlie's Almanack in überarbeiteter Fassung enthält, ordnet Munger typische Denkfehler als Tendenzen. Gemeint sind Neigungen, die in jedem Menschen angelegt sind und Urteile verzerren. Drei davon spielen bei Anlageentscheidungen eine Rolle. Die Anreiz-Tendenz: Menschen urteilen so, wie ihre Vergütung es belohnt. Die Konsistenz-Tendenz: Wer sich einmal festgelegt hat, sucht Bestätigung statt Widerspruch. Die soziale Bestätigung: Man hält für richtig, was viele andere tun. Als Lollapalooza-Effekt bezeichnete Munger den Fall, dass mehrere solcher Tendenzen zugleich in dieselbe Richtung wirken und sich verstärken. Das Ergebnis fällt dann extremer aus, als jede einzelne Tendenz erklären würde. Eine Anlageregel leitet diese Seite daraus nicht ab. Die Regelwerke der fünf Agenten setzen aber an derselben Stelle an: Sie stehen fest, bevor eine Entscheidung fällt, und wechseln nicht mit der Stimmung.

Charlie Munger Zitate: wörtlich und mit Quelle

Munger wird viel zitiert, oft ohne Fundstelle. Sammlungen von Weisheiten und Sprüchen nennen selten Anlass und Datum, und manche Sätze werden ihm ohne Beleg zugeschrieben. Diese Seite zeigt deshalb nur Zitate mit englischem Originalwortlaut, Anlass, Datum und Fundstelle; die deutsche Fassung ist jeweils als Übersetzung von Market Jury gekennzeichnet. Gesetzt sind Mungers Rat von 1965 und Buffetts Bild vom Architekten aus dem Aktionärsbrief 2023 sowie Mungers Leitlinie in Buffetts Fassung aus dem Brief 2014. Aussagen zu Bitcoin oder anderen Kryptowährungen erscheinen nur mit Primärbeleg, etwa dem datierten Video einer Hauptversammlung.

Zitate-Modul

„Warren, vergiss, je wieder ein Unternehmen wie Berkshire zu kaufen. Aber jetzt, da du Berkshire kontrollierst, füge wunderbare Unternehmen zu fairen Preisen hinzu und hör auf, ordentliche Unternehmen zu wunderbaren Preisen zu kaufen." (Mungers Rat an Buffett, 1965 (wiedergegeben im Aktionärsbrief 2023))

Original: „Warren, forget about ever buying another company like Berkshire. But now that you control Berkshire, add to it wonderful businesses purchased at fair prices and give up buying fair businesses at wonderful prices." · Quelle

„Charlie war der „Architekt“ des heutigen Berkshire, ich der „Generalunternehmer“, der seine Vision Tag für Tag umsetzte." (Warren Buffett über Munger, Aktionärsbrief 2023)

Original: „Charlie was the 'architect' of the present Berkshire, and I acted as the 'general contractor' to carry out the day-by-day construction of his vision." · Quelle

„Vergiss, was du über den Kauf ordentlicher Unternehmen zu wunderbaren Preisen weißt; kaufe stattdessen wunderbare Unternehmen zu fairen Preisen." (Mungers Leitlinie in Buffetts Wiedergabe, Aktionärsbrief 2014)

Original: „Forget what you know about buying fair businesses at wonderful prices; instead, buy wonderful businesses at fair prices." · Quelle

„Berkshire Hathaway hätte ohne Charlies Inspiration, Weisheit und Mitwirkung seinen heutigen Stand nicht erreicht." (Warren Buffett, Mitteilung vom 28.11.2023 (Zitat über Munger))

Original: „Berkshire Hathaway could not have been built to its present status without Charlie's inspiration, wisdom and participation." · Quelle

Übersetzung: Market Jury. Weitere Zitate (Gitterwerk-Passage, Jacobi-Zitat, Lollapalooza) nur nach Prüfung gegen die Buchausgabe Poor Charlie's Almanack — Daten ausstehend.

Poor Charlie's Almanack: Mungers Reden als Buch

Poor Charlie's Almanack ist die bekannteste Sammlung von Mungers Reden; gesucht wird der Titel oft auch ohne Apostroph als Poor Charlies Almanack. Der vollständige Titel lautet „Poor Charlie's Almanack: The Essential Wit and Wisdom of Charles T. Munger“. Das Buch versammelt elf Reden, erschien ursprünglich 2005 und liegt heute bei Stripe Press vor (Stripe Press). Herausgegeben hat es Peter D. Kaufman. Die Zitate auf dieser Seite übersetzt Market Jury selbst aus dem englischen Original. Wer ein weiteres Charlie Munger Buch sucht, findet Darstellungen von außen, etwa „Damn Right!“ von Janet Lowe oder „Seeking Wisdom“ von Peter Bevelin. Eine Rangfolge der Bücher von und über Munger stellt diese Seite nicht auf, Händlerlinks setzt sie nicht. Belegbar wird Mungers Wirken als Investor dagegen in einer Quelle mit Datum: dem 13F.

Charlie Mungers Depot: was über das Daily-Journal-Portfolio belegt ist

Das Depot, das sich Munger am deutlichsten zuordnen lässt, gehört der Daily Journal Corporation. Die Gesellschaft reicht unter der Kennnummer CIK 0000783412 eigene 13F-Meldungen bei der US-Börsenaufsicht SEC ein (SEC EDGAR). Munger war dort über Jahrzehnte Chairman und zuletzt Director im Audit Committee. Wie weit er die Anlageentscheidungen der Gesellschaft bestimmte, belegt keine der ausgewerteten Meldungen. Die Seite nennt deshalb seine Rolle, nicht seine Handschrift. Wer das Charlie Munger Portfolio sucht, findet in den Filings also das Depot eines Unternehmens, in dessen Board er saß.

Positions-Tabelle Daily Journal

Daten ausstehend

Die Daily Journal Corporation (CIK 0000783412) gehört nicht zu den 12 kuratierten Fonds des Guru-Radars. Positionen nach eigenem 13F-Import — bis dahin siehe die Zahlen des letzten Daily-Journal-13F (Q3 2023) im Fließtext oben.

Das letzte 13F der Daily Journal Corporation zu Mungers Lebzeiten gilt für das dritte Quartal 2023: Stichtag 30.09.2023, eingereicht am 11.10.2023, vier Positionen mit zusammen 158,7 Mio. US-Dollar Marktwert zum Stichtag (SEC EDGAR, 13F-HR Q3 2023). Drei davon sind US-Banken: Wells Fargo, Bank of America und U.S. Bancorp. Wells Fargo und Bank of America standen zusammen für rund 81 Prozent des gemeldeten Werts (berechnet aus dem Filing).

Die vierte Position ist Alibaba, gemeldet als American Depositary Shares. Das sind Hinterlegungsscheine, über die Aktien eines ausländischen Unternehmens an einer US-Börse gehandelt werden. Weitere Titel, die oft mit dem Daily-Journal-Depot genannt werden, enthält diese Meldung nicht. Wie jeder der vier Titel heute nach den 11 Scores dasteht, zeigt seine Aktienseite mit Datum.

Was das 13F zeigt und was nicht: 45 Tage Verzug, nur US-Long

Das Form 13F ist die Quartalsmeldung großer Investment Manager an die SEC. Fällig ist sie binnen 45 Tagen nach Quartalsende; Short-Positionen gehören nicht hinein, Aktien ausländischer Emittenten nur, wenn sie an einer US-Börse gehandelt werden (SEC, Form-13F-FAQ). Das Daily-Journal-13F für das dritte Quartal 2023 kam früh: elf Tage nach dem Stichtag. Es zeigt nur Long-Positionen zum Quartalsende, keine Käufe und Verkäufe dazwischen. Ein Titel wie BYD, dessen Aktie in Hongkong notiert und in den USA an keiner Börse gehandelt wird, kann in keinem 13F erscheinen. Und die Positionen gehören der Daily Journal Corporation, nicht Munger privat. Wie ein Filing aufgebaut ist, erklärt die Seite Form 13F.

Das Daily-Journal-Depot nach Mungers Tod

Die Daily Journal Corporation meldet ihr Depot weiter. Das jüngste 13F im Abruf vom 01.10.2026 gilt für das zweite Quartal 2026: Stichtag 30.06.2026, eingereicht am 16.07.2026 (SEC EDGAR, 13F-HR Q2 2026). Es nennt dieselben vier Emittenten wie das Filing vom 11.10.2023, bei jedem mit weniger Aktien. Diese Entscheidungen fielen nach Mungers Tod und lassen sich ihm nicht zuordnen. Die Vergleichsspalte im Modul zeigt beide Stände nebeneinander.

Charlie Munger, Berkshire, Costco und BYD: Positionen mit belegtem Bezug

Die Beteiligungen von Berkshire Hathaway gehören Berkshire, nicht Munger, auch wenn Buffett ihn den Architekten der heutigen Holding nennt. Diese Seite ordnet Munger einen Titel nur zu, wenn eine Primärquelle den Bezug belegt. Belegt ist er bei See's Candies: Blue Chip Stamps, an der Munger, Buffett und Berkshire größere Anteile hielten, kaufte den Süßwarenhersteller 1972 (Aktionärsbrief 2014). See's hat keine eigene Aktie und damit keine Scores.

Bei Costco ist der Bezug ein Mandat, keine Berkshire-Position. Munger gehörte dem Board seit Januar 1997 an und führte als Chair das Audit Committee, so das Proxy Statement vom 06.12.2022 zur Hauptversammlung am 19.01.2023 (Costco, DEF 14A). Dasselbe Mandat nennt der Daily-Journal-Proxy vom 30.12.2022. Im Daily-Journal-13F zum 30.09.2023 steht die Costco-Aktie nicht; wie sie heute nach den 11 Scores dasteht, zeigt ihre Aktienseite.

BYD ist eine Position von Berkshire Hathaway. Im Aktionärsbrief 2008 nennt Buffett BYD „an amazing Chinese company in which we have a 10% interest“ (Aktionärsbrief 2008, datiert 27.02.2009). Übersetzung (Market Jury): ein erstaunliches chinesisches Unternehmen, an dem Berkshire zehn Prozent hält. Der Brief 2009 weist die Position mit 225 Millionen Aktien, 9,9 Prozent der Gesellschaft, 232 Mio. US-Dollar Kaufpreis und 1.986 Mio. US-Dollar Marktwert zum Jahresende 2009 aus (Aktionärsbrief 2009, datiert 26.02.2010). Welche Rolle Munger beim Einstieg spielte, steht in keinem dieser Briefe; die Seite führt BYD deshalb als Berkshire-Position, nicht als seine Entscheidung. Die BYD-Aktie notiert in Hongkong, außerhalb des Universums von Market Jury, und hat hier keine Aktienseite. Ob Berkshire die Beteiligung heute noch hält, zeigt die Offenlegung an der Börse Hongkong, nicht ein 13F.

Titel wie Apple, Coca-Cola oder American Express, die viele mit Berkshire verbinden, ordnet diese Seite Berkshire zu, nicht Munger. Ob und mit welchem Anteil sie im letzten 13F stehen, zeigt die Fondsseite Berkshire Hathaway im Guru-Radar mit Quartal und Filing-Datum.

Berkshire-Bezug

TitelBelegQuelle
Berkshire Hathaway (B-Aktie)Director und Vice Chairman seit 1978Berkshire-Proxy vom 17.03.2023
Daily Journal CorporationChairman „for many decades“; Director bis 28.11.2023Proxy vom 30.12.2022; Form 8-K vom 01.12.2023
Costco WholesaleDirector seit Januar 1997, Chair des Audit CommitteeCostco-Proxy vom 06.12.2022
See's Candies (über Blue Chip Stamps)größere Beteiligung, Kauf 1972 — nicht börsennotiert, keine ScoresAktionärsbrief 2014
BYDBerkshire-Position (10 % laut Brief 2008, 225 Mio. Aktien laut Brief 2009) — Mungers Rolle beim Einstieg nicht belegt; Hongkong, nicht im UniversumAktionärsbriefe 2008 und 2009

Apple, Coca-Cola und American Express nie als Munger-Titel geführt (Berkshire-Positionen, nicht Mungers). Aktualisierung je Berkshire-Import.

Mungers Titel im Abgleich mit den fünf Agenten

Der Abgleich legt die vier Titel aus dem Daily-Journal-13F zum 30.09.2023 neben die virtuellen Depots der fünf Agenten. Jeder Agent kauft und verkauft nach festen Regeln und begründet jede Entscheidung; jede Depotänderung ist per Hash verkettet und per OpenTimestamps auf der Bitcoin-Blockchain verankert. Mungers Inversion hat eine direkte Entsprechung: Der Contrarian Agent fragt zuerst, was gegen die Mehrheitsmeinung spricht, und liest dafür Sentiment- und Short-Druck-Score. Der Value Agent liest Bewertungs- und Qualitäts-Score zusammen; das klingt nach Mungers Rat von 1965, ist aber eine eigene Regel. Der Dividende Agent prüft, ob die drei Banken aus dem Filing ausschütten und der freie Cashflow das deckt. Der Growth Agent fragt bei Alibaba nach Wachstums- und Revisions-Score. Am weitesten von Munger entfernt steht der Momentum Agent: Er folgt dem Trend-Score und verkauft, wenn die Marke bricht. Ein 13F zeigt, was ein Melder hält, nicht warum. Wo die fünf Urteile zu einem Munger-Titel auseinandergehen, zeigt das Widerspruch-Modul. Das ist ein Vergleich, kein Nachbau.

Abgleich (Variante B)

Daten ausstehend

Der Abgleich der belegten Munger-Titel mit den fünf virtuellen Agenten-Depots braucht eine Scores/Agenten-Verknüpfung je Position, die es noch nicht gibt.

Daten ausstehend: die Positionen der fünf Agenten entstehen erst mit dem Abgleich oben.

Widerspruch

Daten ausstehend

Der Widerspruch-Vergleich entsteht erst mit dem Abgleich oben.

Daten ausstehend: der Widerspruch-Vergleich entsteht erst mit dem Abgleich oben.

So prüfst du eine Munger-Position selbst

Eine Munger-Position prüfst du in drei Schritten, ohne ein Depot nachzubauen:

  1. Öffne die Aktienseite eines Titels aus dem Filing, etwa Wells Fargo, und lies die 11 Scores mit Datum und die fünf Urteile der Agenten. Die Depots selbst stehen im Musterdepot.
  2. Gib den Titel im Analyse-Werkzeug ein und stelle eine eigene Frage, zum Beispiel, warum der Momentum Agent die Aktie hält oder nicht. Wähle alle fünf oder einzelne Agenten und die Tiefe: Schnellcheck, Vollanalyse oder Deep Dive. Du bekommst fünf Einschätzungen mit Begründung und Quellen; nach kostenloser Registrierung ohne Kreditkarte hast du 4 Gratis-Credits.
  3. Wechsle in den Guru-Radar: Dort stehen die 13F-Meldungen der kuratierten Fonds mit Quartal und Filing-Datum, darunter die Fondsseite von Berkshire Hathaway.

Nach Qualität sortiert die Rangliste nach Qualitäts-Score, die Trichter-Stufe zeigt der Aktien-Screener, Kennzahlen erklärt die Fundamentalanalyse. Eine Kaufliste liefert keines dieser Werkzeuge.

Häufige Fragen

Was sind mentale Modelle?

Mentale Modelle sind Denkwerkzeuge aus verschiedenen Fächern, mit denen du ein Problem aus mehreren Richtungen prüfst, etwa der Zinseszins aus der Mathematik oder Anreize aus der Psychologie. Munger verglich die Sammlung solcher Modelle mit einem Gitterwerk (latticework), an dem man Erfahrungen ordnet. Am ausführlichsten beschreibt er die Idee in der Rede „A Lesson on Elementary, Worldly Wisdom …“, abgedruckt in Poor Charlie's Almanack.

Wann ist Charlie Munger gestorben und wie alt wurde er?

Charlie Munger ist am 28.11.2023 gestorben, laut Berkshire Hathaway in einem Krankenhaus in Kalifornien. Er wurde 99 Jahre alt: Buffett schreibt im Aktionärsbrief 2023, der Tod sei 33 Tage vor Mungers 100. Geburtstag eingetreten. Die Daily Journal Corporation meldete den Tod ihres Directors am 29.11.2023 an die Nasdaq. Eine Todesursache nennen diese Quellen nicht.

Welche Aktien hatte Charlie Munger?

Belegt ist das Depot der Daily Journal Corporation, in deren Board Munger saß. Das letzte 13F zu seinen Lebzeiten (Stichtag 30.09.2023, eingereicht am 11.10.2023) nennt Wells Fargo, Bank of America, Alibaba und U.S. Bancorp. Die Aktien gehörten dem Unternehmen, nicht Munger privat; Beteiligungen von Berkshire Hathaway gehören Berkshire. Was Munger privat hielt, zeigen diese Meldungen nicht, und ein aktuelles Depot gibt es nicht.

Was verbindet Charlie Munger mit Costco und BYD?

Bei Costco war Munger seit Januar 1997 Director und Chair des Audit Committee (Costco, Proxy Statement vom 06.12.2022). BYD ist eine Beteiligung von Berkshire Hathaway: zehn Prozent laut Aktionärsbrief 2008, 225 Millionen Aktien zu 232 Mio. US-Dollar Kaufpreis laut Brief 2009. Welche Rolle Munger beim BYD-Einstieg spielte, belegen diese Briefe nicht.

Wie reich war Charlie Munger?

Eine amtliche Zahl zu Mungers Vermögen gibt es nicht, und Schätzungen von Medien oder Reichenlisten übernimmt diese Seite nicht. Belegbar sind nur einzelne Aktienbestände, die Unternehmen in ihren Proxy Statements (den Unterlagen zur Hauptversammlung) mit Stichtag für ihre Directors ausweisen, etwa Berkshire Hathaway und die Daily Journal Corporation. Ein Gesamtvermögen ergibt sich daraus nicht.

Die Inhalte stellen keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Die Depots der Agenten sind virtuell. Vergangene Entscheidungen lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu.